Sexualität

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Stimmen zum Heft

Es gibt viele Bücher zu diesem Thema, aber kaum eines, das von einem Christen und Professor für Theologie und Medizin geschrieben wurde.
Hier begegnet uns eine weite und gleichzeitig plausible Darstellung aus der biblischen und medizinischen Perspektive. Z.B. in folgender Feststellung:
„Durch die medizinische Behandlung lässt sich das biologische Leben verlängern. Durch die Vergebung der Sünden ist ewiges Leben erhältlich.“

Der Vergleich von Seelsorge und Medizin ist insofern faszinierend, weil da eben auch die gleichen Gesetze vom „wenn – dann“ bis zum „entweder – oder“ gelten. Nach vielen seelsorgerlichen Begegnungen und nach der Erfahrung von fast 55 Jahren glücklicher Ehe kann ich folgendes feststellen:
Dieses Buch unseres Freundes Detschko Svilenov erscheint mir wie ein Leitfaden im Umgang mit der uns vom Schöpfer geschenkten Gabe der Sexualität.
Ich bewundere den Autor auch ob seiner Sprachkenntnisse, die sich in diesem Buch finden, z.B. da, wo vom jugendlichen Wunsch nach der einzigartigen Liebe die Rede ist, „die sich nicht in lauter `Kleingeld` zerbröseln lässt und dabei ganz verloren geht.“

So kann ich nur wünschen, dass diese Schrift einen weiten Leserkreis findet und vielen Menschen gerade in ihren „Sex-Problemen“ zu einer praktischen Hilfe wird.

Albrecht Freiherr von Aufseß, D-Mengersdorf ____________________________________________________________

Ist das Sexuelle ein „schwieriges und heikles Problem? Wenn wir so denken heißt das, dass wir den Schöpfer Gott bezichtigen, “Schwieriges oder Heikles“ geschaffen zu haben. Dass dem nicht so ist, zeigen die Autoren
– in ihrem Leben mit zahlreichen Aspekten der Sexualität sehr erfahren
– auf eine eindrückliche und befreiende Art und Weise.

Für uns alle, jung und weniger jung, mit dem Thema scheinbar erfahren oder eben weniger, ist dieses Büchlein ein sehr hilfreiches Nachschlagewerk.
In einer Zeit der sexuellen Unordnung und Überforderung wird hier

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deutlich und erläuternd aufgezeigt, wie man sich nach göttlichen Maßstäben und Grundsätzen an der Sexualität als einer großen Gabe des Schöpfers freuen kann.

Die Verfasser ermutigen uns, die Dinge zu verstehen und zu überprüfen, aber auch sie beim Namen zu nennen. Nur so können wir Verständnis für ein erfülltes Sexualleben gewinnen, aber auch lernen, die Schwierigkeiten im sexuellen Bereich zu überwinden.

Die Bibel ist ein offenes und ehrliches Buch, weil Gott grundsätzlich nur das Beste für uns will. Soll unsere Liebe in Partnerschaft und Ehe harmonisch und respektvoll sein, verlangt es, dass wir auch ehrlich unsere sexuellen Gefühle und Wünsche kennen und darüber sprechen.
Wir können in diesem Büchlein sehr viele verständnisvolle Hilfen und Anleitungen erfahren, um den Weg in unbefriedigende sexuelle Beziehungen und in falsche Annahmen zu meiden.

Die Autoren geben klare Antworten auf irrige Vorstellungen und verdeutlichen klare biblische Prinzipien und Perspektiven. Sie teilen ihre Gedanken, wie man seelsorgerliche Hilfestellungen in der Praxis anwenden kann.

Die Sexualität ist Gottes Geschenk, es ist Gabe und Aufgabe für Eheleute und für alle, die sich auf die Ehe vorbereiten. Wir alle tragen die Verantwortung für ein gelungenes und erfolgreiches Miteinander.
Alle Probleme – auch die sexuellen – sind zwischenmenschliche Probleme, für deren Lösung der Schöpfer Gott, der uns geschaffen hat und uns ein erfülltes Leben schenken möchte, am besten Bescheid weiß!

Wir wissen: Gott will, dass sich insbesondere Ehepartner an der körperlichen Liebe freuen sollen. Dieses Buch schenkt uns Einsichten über Gottes Willen in diesem Zusammenhang und bringt uns einen entscheidenden Schritt weiter im Erkennen seiner für unser Leben liebevoll, vorsorglich und voller Barmherzigkeit gestalteten Pläne.

Gott möge dieses Buch gebrauchen, um die eheliche Liebe der Leser zu bereichern. Wir können es Eheleuten, Eltern, unseren Kindern und Enkelkindern und allen Teenagern bestens empfehlen!

Yves und Franziska Enderli, CH-Würenlos

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Inhalt

Warum das Thema „Sexualität und Sex“ … … … … … … … … . 4

Liebe-Intimität-Sexualität (Sonderdruck:
Lehrbuch „Christliche Ethik“) .. 9

Wichtige biblische Quellen zum Thema Sexualität  … … … 20

Was lehrt die Bibel über „Sexualität und Sex“… … …. … … … 21

Das Thema „Sexualität und Sex“ in Schlagzeilen (Zusammenfassung) 64

Nachwort (allgemein; praktische Ratschläge;
seelsorgerliche Gedanken) 66

Prof. Dr. Dr. D. Svilenov und Dr. med. Ts. Svilenova

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SEXUALITÄT UND SEX

Was sagt die Bibel?

Warum das Thema „Sexualität und Sex“?

Das Thema „Sexualität und Sex“ begleitet den Menschen als eines der wichtigsten von der Pubertät bis zum Grab. Sexualität prägt das gesamte Menschsein. Ob verheiratet oder ledig, ob jung oder alt, ob Mann oder Frau, wir alle stehen mit der Sexualität in Beziehung. Nicht in einer belanglosen, oberflächlichen Beziehung, sondern in einer Beziehung, die bis ins Innerste und Tiefste unseres Wesens reicht. Wir sind mit unserem leiblichen und seelischen Leben daran beteiligt.

Das diesbezügliche Denken und Tun wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst:
Kultur, politischem System, Religion, Zeiten, Umständen, Alter, Geschlecht, spezifischen Eigenschaften, Sozialstatus, etc. Im Laufe der Geschichte schwankten jedoch die Positionen zwischen zwei Extremen: von einer falschen Zurückhaltung, als ob das ganze Gebiet des Geschlechtlichen überhaupt nicht existierte, über eine konservative Religion, wo Fleisch und Sex als etwas Schmutziges, als Feind und Sünde betrachtet werden, bis hin zu einer zügellosen sexuellen Freiheit, die heute enorm eskaliert. Diese „Freiheit“ wird durch die Massenmedien und verschiedenste Institutionen großzügig gefördert.
Dazwischen gibt es zwei Kategorien von Menschen: einerseits Personen, die lebenslang nie mit ihrer erotischen selbstbezogenen Gedankenwelt fertig werden; andererseits Menschen, die unter dem Deckmantel der Religion immer wieder versuchen, die

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sexuellen Begierden mit den Normen ihrer Religion in Einklang zu bringen.
Eine weitere Kategorie von Menschen muss im sexuellen Bereich das tun, was von ihnen durch Zwang oder Gewalt verlangt wird. Schließlich gilt es, die pathologische Form der Sexualität zu erwähnen, die so genannte Homosexualität. Sie steht in vielen Ländern der Welt unter einem besonderen sozialen Schutz.

Wir haben einen zweiten Grund uns mit diesem Thema zu beschäftigen.
Oft wird den Christen vorgeworfen, das Christentum sei sexfeindlich und alles, was mit Sex und sexuellem Vergnügen zu tun habe sei eine Sünde oder mindestens ein Tabu. Öffentlich und auf der Kanzel findet das Thema Sex im Christentum kaum Platz.

Dabei ist der christliche Glaube nicht gegen die Sexualität. Im Gegenteil:
Die Bibel betrachtet die Sexualität des Menschen als Geschenk Gottes, das jenen zum Segen wird, die die Gesetze des Schöpfers bezüglich körperlicher Liebe berücksichtigen. Die Bibel gibt uns das gewaltige JA Gottes zu der engsten und tiefsten sexuellen Gemeinschaft im Rahmen der Ehe.

Der dritte Grund unserer Auseinandersetzung mit dem Thema sind die jungen Menschen, für die der Umgang mit Sexualität und Sex von
größter und allzu leicht auch verhängnisvoller Bedeutung sein kann. In unserer Gesellschaft begegnen wir heute einem der Bibel völlig entgegengesetzten Sexualverhalten. Das geht soweit, dass in Klassenzimmern Frühsex von den Lehrkräften als normal thematisiert wird, sowie Kondome und die Pille in Schulen verteilt werden. Im Bereich Sexualität und Sex werden junge Menschen von Informationen überflutet. Alle sind von den biblischen Geboten weit entfernt. Die Folgen bleiben nicht aus:
In den letzten zehn Jahren ist in Bulgarien die Geburtenrate bei Mädchen im Alter zwischen 14 und 20 Jahren um 300 % angestiegen. Im Jahre 2003 waren 46 % der Geburten außerehelich. Dieser Wert ist innerhalb von zehn Jahren um das Vierfache gestiegen! Die Zahl der HIV-Positiven hat sich um 150 % erhöht.

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Eine weitere Statistik1 zeigt, dass schon vor 25 Jahren in Deutschland mehr als 80 % aller jungen Mädchen vor der Ehe intime sexuelle Beziehungen hatten, bei den Jungen waren es 84 %. Im Jahr 2000 brachten 7000 Minderjährige ein Kind zur Welt und 2003 gab es in Deutschland bei 15-Jährigen 6000 Abtreibungen.2 Laut der Zeitschrift „idea Spektrum“3 gibt es heute 44’000 HIV-Infizierte und 23’500 Aids-Tote. Weltweit rechnet man mit 65 Millionen HIVInfizierten und über 20 Millionen Aids-Toten.
Dazu kommen täglich mehr als 13’000 Neuinfektionen. Eine weitere traurige Statistik: Polizeiexperten schätzen die Freierkontakte von Prostituierten in Deutschland auf jährlich 80 Millionen. Das heißt, dass fast ein Fünftel aller Männer im geschlechtsaktiven Alter schon einmal bei einer Prostituierten war.4

Den ursprünglichen Grund dafür nennt die Bibel im ersten Buch Mose.5 Seit damals gab es immer wieder Zeiten und Kulturen, wo der Missbrauch der Sexualität bis zur Perversität praktiziert und gefördert wurde. Die heutige Situation „verdankt“ Deutschland den Vätern der „68er-Revolution“. Die Lehren und Werke von Reich, Adorno, Marcuse und Freud und ihrer Nachfolger brachten eine Verschiebung und Vernichtung der christlichen Werte, der Moral und Ethik im Bereich der Sexualität, deren Auswirkungen bis weit in unsere Zeit hinein und darüber hinaus reichen. Der Psychoanalytiker Wilhelm Reich proklamiert eine liberale Sexualerziehung, Befreiung von bürgerlicher Zwangsmoral, Aufhebung des Abtreibungsverbotes, Abschaffung juristischer Verfolgung des „Ehebruchs“ sowie der Scheidungsgesetze.
In seinem Buch „Die sexuelle Revolution“ lehnt er die Familie und die Ehe ab, hebt das Gesetz gegen die Homosexualität auf und befürwortet weiter den Abbau der Scham unter Jugendlichen, die Enttabuisierung der Sexualität, die Förderung der Triebe und einen gesellschaftlichen Wandel durch „sexuelle Befrei-


1 Homan, M., 1978

2 Ch. Meves, 2004

3 Nr. 15/2005

4 Th. Schrimacher, 2002

5 1. Mose, 3

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ung“. Diese Themen der „68er-Revolution“ sind heute aktueller denn je. Durch die Medien werden die Kinder sexuell gefördert. Die Jugendzeitschrift „Bravo“ ist nur eine von vielen Wegbereiterinnen für eine Revolution der Sexualisierung. So werden Teenager auf sexuelle Erlebnisse vorbereitet und das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und Emanzipation zunehmend anerkannt.
Für viele junge Menschen birgt diese Entwicklung die Gefahr, in der
legalen oder versteckten Prostitution zu landen.

Immer wieder zeigen Statistiken wie Millionen von Kindern bereits im Kleinkindalter zwangsweise in die Kinderpornografie verwickelt oder Opfer sexuell besessener Pädophiler werden. Der heutige Mensch verschuldet sich tief an der jungen Generation!

Zu Denken geben im Weiteren die perversen Ausdrucksweisen in Schulen, auf der Straße, in lustiger Gesellschaft, in Massenmedien, usw. Wie viele Anekdoten und schmutzige Witze über den sexuellen Bereich sind im Umlauf! Es gibt kein anderes anatomisches System des menschlichen Organismus, das so angegriffen und lächerlich gemacht wird wie das Geschlechtssystem.

Wir nennen einen vierten Grund: In den liberalen christlichen Gemeinschaften wird die biblische Position im sexuellen Gebiet entweder in Frage gestellt, verharmlost, oder die Bibel wird dem heutigen Zeitgeist angepasst und subjektiv ausgelegt. Auf diese Weise werden die Maßstäbe Gottes über Ehebruch und Unzucht mit den menschlichen Maßstäben vermischt oder durch sie ersetzt. Wenn die Worte Jesu im Matthäusevangelium6 ernst genommen werden, dann sollten Frauen in einer Gemeinde oder Kirche nie tief dekolletiert, mit kurzen Röcken oder freiem Bauch erscheinen!7
Es ist unbegreiflich, wieso anlässlich großer, so genannt christlicher
Jugendveranstaltungen Kondome verteilt werden. Vielleicht werden dadurch die Jugendlichen vor Aids geschützt, nie aber vor Sünde! Die immer öfter anerkannte kirchliche Trauung von Homosexuellen hat nichts mit


6 Matthäus 5.28: „Ich sage euch aber: Schon wer eine Frau mit begehrlichen Blicken ansieht, der hat im Herzen mit ihr die Ehe gebrochen.“

7 „Nackte Frauen in evangelischer Kirche“, „IDEA“, Nr. 49, 2005

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dem Inhalt des Begriffs „biblisches Christsein“ zu tun. Es ist unheimlich, wie weit die Verwirrung in christliche Kreise vorgedrungen ist, wie weit wir uns entfernt haben von der Klarheit und Einfalt der göttlichen Ordnung im sexuellen Bereich! Wenn zwei Drittel der Deutschen die Bibel weder kennen, noch lesen und der größere Teil des restlichen Drittels sich viel Mühe gibt, die Bibel zu verweltlichen, ist das ein Zeichen, dass die Kirche ihren ursprünglichen Charakter und Auftrag immer mehr verliert und zu einer weltlichen Institution wird.

Weiter darf nicht übersehen werden, dass der Mensch sich selbst, aber auch seine Nachkommen durch Missachten der biblischen Gebote im sexuellen Bereich mit Schuld belädt. Die Konsequenzen müssen manchmal über Generationen getragen werden. Oft reichen die Wurzeln des persönlichen Leidens auf sexuelle Versündigungen der Väter und Vorväter zurück. Beispiele dafür gibt es viele. Das ist keine Drohung, sondern ein geistliches Gesetz.

Nicht selten nimmt das Schicksal durch das sexuelle Vergehen eines Menschen eine andere Richtung (unerwünschte Schwangerschaft, Abtreibung, Sterilität, Schuldgefühle, Promiskuität, Depressionen etc.). Gynäkologen bestätigen, dass jede Abtreibung die Gefahr verdoppelt später an Brust- und Gebärmutterkrebs zu erkranken.

Wir wissen, dass es Dinge gibt, die nicht geändert werden können.
Es gibt aber auch Dinge, vor denen wir uns bewusst schützen können.

Wir gliedern das Heft in vier Teile:

Der erste Teil ist ein Sonderdruck der Lektion „Liebe – Intimität
– Sexualität“ aus dem Lehrbuch „Christliche Ethik“8

Der zweite Teil listet biblische Quellen auf, die in Zusammenhang
mit dem Thema „Sexualität und Sex“ stehen.


8 Autoren: Prof. Dr. D. Kirov, Prof. Dr. med. D. Svilenov, D.
Koroudjiev; Verlag „Sluntse“, Sofia, 2003, S. 227-232. Das Lehrbuch (Auflage 480’000) wird in den bulgarischen staaatlichen Gymnasien (10.-12. Klasse) verteilt und im Lehrbereich „Philosophie“ unterrichtet.

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Der dritte Teil nennt zusammengefasst die Antworten der Bibel auf
die am meisten gestellten Fragen zum Thema „Sexualität und Sex“.

Das Nachwort enthält wichtige praktische
Ratschläge und seelsorgerliche Gedanken zum Thema.

Sonderdruck: Liebe –Intimität – Sexualität

Wenn das Kind aus seinem Kindsein herauswächst und der junge Mensch in die Pubertät kommt, erfährt er das Werden und Wirken seiner Sexualität. Dann werden Liebe, Intimität und Sexualität zu den wichtigsten Bereichen seines Lebens. Für Jungen wie für Mädchen ist es die Zeit der schwierigen psychischen und biologischen Veränderungen.

Gleichzeitig wird die Persönlichkeitsstruktur auch intellektuell, seelisch, sozial und moralisch geprägt. Zu Recht wird daher vom wichtigsten Lebensabschnitt gesprochen, aus dem sich der Kurs für das zukünftige Leben herausbildet.

Dazu ergeben sich Fragen von größter Bedeutung, welche allzu leicht auf verhängnisvolle Weise verdrängt werden:

  • Was bedeutet wahre Liebe zwischen Jungen und Mädchen?
  • Beinhaltet Liebe zwischen jungen Menschen notwendigerweise
    sexuellen Umgang miteinander?
  • Wann soll überhaupt mit sexueller Aktivität begonnen
    werden? Was sagen Medizin und christliche Ethik dazu?
  • Ist körperliche Unberührtheit (Keuschheit) bis zur
    Ehe altmodisch und „uncool“?
  • Welche körperlichen und seelischen Gefahren drohen durch
    verfrühte sexuelle Betätigung?

9 „Christliche Ethik“, Sofia 2003, Prof. Dr. D. Kirov, Prof. Dr. med. D. Svilenov, D. Koroudjiev

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  • Wo erhalten wir vertrauliche Information über Liebe und Sex?
  • Was ist hilfreicher: Natürliche Scham und Verschwiegenheit oder Offenheit und natürlicher Austausch über das Intimleben zwischen Liebenden?
  • Was geschieht nach dem ersten Mal? Verhütungsmittel? Unerwünschte
    Schwangerschaft?
  • Wie verhalten wir uns gegenüber der Angebotsflut der pornografischen
    Industrie?
  • Wie stellen wir uns zur Gefühllosigkeit und Gleichgültigkeit der „toleranten“ Erwachsenenwelt gegenüber diesen Problemen der Jugendlichen?

Dies sind einige Fragen, auf die Jugendliche klare und sinnvolle Antworten erwarten. Von wem? Zuerst von ihren Eltern, dann von Lehrern und Erziehern. Kommen die Antworten von dort aber nicht rechtzeitig, suchen die Jugendlichen anderweitig Aufklärung bei „kompetenten“ Mitschülern, Altersgenossen mit mehr „Erfahrung“ oder aber schlichtweg in der Pornoszene. Auch die stark aufreizende Medienwelt nimmt großen Einfluss.

Mit diesem Beitrag wird nicht beabsichtigt, ausführlich auf alle oben genannten Fragen einzugehen. Wir fühlen uns jedoch zu einer Stellungnahme verpflichtet, was die Grundlage für ein gesundes persönliches und damit gesellschaftliches Sexualverhalten betrifft.

Was sagt die Bibel?

Gott hat den Mann und die ihm bestimmte, eine Frau geschaffen, damit sie sich gegenseitig ihre Liebe schenken. Damit hat Gott auch einen Auftrag erteilt: „Seid fruchtbar“, habt Kinder.10

„Ein Mann wird seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen und die zwei werden zu einem Fleisch werden“.11


10 1. Mose, 1,28

11 1. Mose, 2,24

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Gott will die Liebe zwischen Mann und Frau so segnen, dass daraus neues Leben entsteht und ihre Verbindung dadurch noch mehr gefestigt und erfüllt wird.

In struktureller und funktionaler Hinsicht ist der menschliche Organismus vollkommen. Gehirn, Nerven, Reflexe, Verdauung, Ausscheidung und jedes andere System haben eine eigene, streng spezifische Bestimmung, die in der Funktionsreife klar zum Ausdruck kommt.

Das ist ganz besonders auch beim anatomischen Aufbau, der Funktion und insbesondere der Bestimmung des Geschlechtssystems der Fall. Verfrühte
sexuelle Betätigung, d.h. vor der Ausreifung der ganzheitlichen Persönlichkeit, kann psychische und körperliche Spuren für das ganze Leben hinterlassen.

Der christliche Glaube stellt die attraktive Beziehung, wie das starke Gefühl der Erotik, ganz eindeutig allein in den Rahmen gegenseitiger Liebe in der Ehe. Nur hier erfüllt sich die Bestimmung Gottes: „ein Fleisch“, zwei Körper und zwei Seelen als fruchtbare und echte Einheit. Hier allein erfährt diese Beziehung ihre eigentliche Erfüllung.

In jedem anderen Rahmen nennt die Bibel sexuelle Beziehung (vorehelich oder außerehelich) als letzten Endes zerstörerisch und gegen Gottes Willen und Absicht.

Wir wissen, was wir heute mit diesen Aussagen riskieren, wo die Forderung
nach uneingeschränkter Freiheit und Selbstbestimmung lautstark und beherrschend propagiert wird.

Trotzdem fühlen wir uns verpflichtet, die Aussagen der Bibel deutlich darzulegen – mag dies auch als überholt und mit zu hohen Anforderungen an unser Leben verknüpft erscheinen. Doch die Auswirkung auf Seele und Geist der Jugend ist gewaltig. Wir brauchen uns nur die Entwicklung der letzten fünfzig Jahre vor Augen zu halten, auch im Spiegel der Medien und der Werbung.

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Warum lehnt die Bibel voreheliche und außereheliche sexuelle Beziehungen ab?

Gott liebt den Menschen und will ihn vor Schaden bewahren.
Darum darf die allgegenwärtige Propaganda für sexuelle Freizügigkeit nicht akzeptiert werden.

Aus Liebe bewahren Eltern ihre Kinder vor Gefahren. Das Berufsethos verbietet dem Chirurgen Eingriffe, zu denen er eventuell Lust hätte, die aber zum falschen Zeitpunkt nicht richtig sind. Genau so sagt ein engagierter Pädagoge Nein zu manchen Vorstellungen und Wünschen, auf die seine Schüler gerade „Bock haben“: Denn diese Verantwortlichen wissen um das Gesetz von Saat und Ernte, das die Zukunft der ihnen Anvertrauten unweigerlich bestimmen wird.

Unberührtheit von Jungen und Mädchen wird heute verhöhnt und verspottet. Wenn aber der junge Mensch in sich hinein horcht und ehrlich ist, dann wird er seinen Wunsch nach der großen, reinen und einzigartigen Liebe zugeben, die sich nicht in lauter „Kleingeld“ zerbröseln lässt und dabei ganz verloren geht.

Wie verstehe ich den Unterschied zwischen Liebe und Sex?

Ein bildhafter Vergleich: Die biologische Uhr im Körper eines Menschen läuft schneller ab als die seelische. Diese Entwicklungsbeschleunigung bei Jugendlichen heißt „Akzeleration“.

Lange bevor der Mensch also in seiner Persönlichkeit so weit gereift ist, um beispielsweise den Anforderungen von Schwangerschaft und Elternschaft auch nur annähernd zu genügen, werden bei den Jugendlichen Interesse und starke Gefühle für das andere Geschlecht wach. Das ist völlig normal.

Ebenso normal muss es aber auch sein, den Unterschied zwischen sexuellem Verlangen und wirklicher Liebe zu erkennen. Hier einige Unterschiede:

  • Körperliche Begierde, d.h. sexuelle Leidenschaft will nehmen, will an sich reißen und frei verfügen. Liebe dagegen gibt sich selbst hin.
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  • Lust nützt aus, stellt Bedingungen, sucht Abwechslung und immer neue Kicks zur Befriedigung. Liebe erträgt, vertraut und kann sich opfernd zurückhalten. Sie fragt nach dem andern und seinen Bedürfnissen, sie sucht nach dieser speziellen Form von Wahrheit.
  • Der egozentrische begierige Mensch entwickelt dagegen gar kein Empfinden für die Bedürfnisse seines Partners/seiner Partnerin. Er wird sich auch über mögliche Folgen einer Beziehung gedankenlos hinwegsetzen. Er wird genießen und gebrauchen. Dies ist jedoch der sicherste Weg zu verletzen, ja ein ganzes Leben zu ruinieren.

Wenn dir nun jemand persönlich ins Ohr flüstert, dass er/sie dich liebe, dann denke an diese Unterschiede. Überdies verlangt echte Liebe nur das, was die Partner freiwillig zu geben bereit sind. Auf den ersten Blick klingt die Behauptung logisch: „Wir müssen uns doch auch sexuell kennen, bevor wir ans Heiraten denken.“ Mit Gottes Plan hat dieses Argument aber nicht das Geringste zu tun. Die Folge sind Zweifel an Gottes Ordnung.

Was aber, wenn junge Menschen auf Grund ihrer persönlichen Situation (Studium o.ä.) erst spät heiraten können? Müssen sie bis 25 oder gar 30 unberührt bleiben? Wie wird sich eine solche Enthaltsamkeit psychisch auswirken? Führt sie zu einer verklemmten Haltung?

Es wäre heuchlerisch, die Spannungen zu vertuschen, die auszuhalten sind, wenn man in dieser Situation enthaltsam leben will. Aber Gottes Wort sagt: „Stellt euch nicht der Welt gleich.“ Nur so bleibt der Christ ein Zeichen in dieser Welt. Sogar Joseph in hohen Diensten des Pharao hat sich dem „schnellen Sex“ verweigert – und das war für ihn Existenz bedrohend.

Wer seine Fahne in den Wind hängt, wer sich dem Diktat von Zeitgeist, Meinungsumfragen und Meinungsmache ausliefert und sich im Sexualleben davon leiten lässt, wird ein vordergründiges Glück erleben. Jeder hat ein Recht darauf, eigene Entscheidungen zu treffen, wird sich jedoch seiner Verantwortung nicht entziehen können, ganz

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gewiss mindestens vor Gott nicht. Das Leben hat ein Grundgesetz: „Was ein Mensch sät, das wird er ernten.“

Affären erschöpfen sich und sind überwiegend wie Strohfeuer, die heiß aufflammen und dann in sich zusammenfallen. Anders ist eine Ehe nach Gottes Gedanken, in der dann auch Kinder das Leben wie ein Segen ausfüllen.

Gott ist uns Menschen gegenüber sehr einfühlend. Er will uns nach seiner Verheißung leiten, tragen und beistehen.

Da der Ansatz zur Lösung dieser Fragen in unserem Herzen liegt, ist es ganz wichtig, das Herz für Gottes Wort zu öffnen, sich in die Bibel zu vertiefen und nach ihren Maßstäben zu entscheiden. Erfüllende sexuelle Beziehungen sind untrennbar mit gegenseitiger Liebe und gegenseitiger Verantwortung verbunden, sonst bleibt es bei reiner Bedürfnisbefriedigung. Wollen wir etwas wirklich erkennen, dann müssen wir uns allein darauf konzentrieren.
Jedes tiefe Kennenlernen unter Liebenden muss von einer solchen Haltung
geprägt sein. Das gilt auch für den intimen Bereich. Eine Beziehung zwischen zwei Verliebten fordert demnach eine gegenseitige verbindliche Zuwendung mit dem Ziel der Ehe.

Ohne Ausrichtung an Gottes Zielsetzungen, geht der Mensch einen Weg, auf dem er Schaden nehmen kann. Gott nennt dies Sünde.

Was sagt die Medizin?

Nicht nur Christen, sondern zahlreiche religiöse Gemeinschaftsordnungen
plädieren gegen voreheliche und außereheliche sexuelle Beziehungen – offenbar aus medizinischer Einsicht. Die Medizin, und da besonders die Psychiatrie im engeren Sinn, deutet seelische Abnormitäten vielfach als Ergebnis verfrühter sexueller Aktivität – sei sie aktiv gesucht oder passiv erlitten. Diese Hypothek wird körperlich sehr gesteigert durch Infektionskrankheiten und mögliche Sterilität infolge Empfängnisverhütung und wechselnder Geschlechtspartner.

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Im seelischen Bereich stoßen Therapeuten oder Seelsorger vielfach auf Zerstörung und oft auf Todessehnsucht bei den (überwiegend weiblichen) Opfern. Ein bekannter Psychiater sagte, dass er keinen einzigen Fall von Psychose (seelischer Verklemmung) als Ursache von sexueller Enthaltsamkeit kenne. Andererseits sei seine Praxis voll mit Opfern verfrühter, ja frühester sexueller Erfahrung.

Im Licht dieser Fakten verlieren gewisse Organisationen, die Verhütungs-mittel `kostenlos´ verteilen, ihren Glorienschein. Natürlich ist durch Kondome ein gewisser Schutz, beispielsweise vor ansteckenden Krankheiten möglich. Addiert man aber die psychischen Verletzungen, dann wird die Realität schnell ersichtlich: Es gibt keinen billigen Sex!

Sexuelle Ungezügeltheit geht Hand in Hand mit seelischer Schranken-losigkeit und hat ganze Völker und Zivilisationen zu Grunde gerichtet.

Liebe

Gott hat jedem Menschen die Liebe als wertvollste Gabe gegeben. Sie wirkt in jedem. Daher strebt alle Welt danach, geliebt zu werden. Wer aber geliebt werden will, muss auch lieben, muss Liebe bewahren, sie pflegen, einüben und nach Gottes Maßstäben vervollkommnen.
Wirklich Verliebte suchen nicht in erster Linie körperliche Befriedigung (Sex), sondern sind gern bereit, das Beste für die Partnerin/ den Partner zu suchen. Liebende vergessen sich selbst und leben mit den Freuden und Problemen der/des Geliebten. Diese Liebe ist nicht auf eigenen „Verzehr“ ausgerichtet, sondern muss opferbereit sein. Sie berücksichtigt die Anliegen des Partners/der Partnerin bis ins Kleinste.

Liebe bedeutet völlige äußere und innere Zuwendung zur Partnerin/ zum Partner, worin man ihret-/seinetwegen sich selbst vergessen kann, nie aber den Schöpfer.

Wenn sich zwei Menschen wirklich lieben, müssen sie sich nicht unbedingt ununterbrochen in die Augen blicken; wohl aber werden sie den Urheber ihrer Liebe vor Augen haben.

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Missbrauch der wertvollsten Gabe Gottes, der Liebe . . .

. . . begegnet uns auf Schritt und Tritt. Davon existiert eine total profitgierige Industrie: Der Handel mit dem menschlichen Körper macht ganze Landstriche zu prosperierenden Bordellzonen. Die nüchterne Feststellung, dass hier Menschenwürde mit Füßen getreten wird, erfasst das Ausmaß der Katastrophe genau so wenig, wie die Schrecken von Erd- oder Seebeben am Fernseher wirklich zu erfassen sind.

Die unbändige und gesegnete Kraft, die der Schöpfer in die eheliche Geschlechtlichkeit gelegt hat, wird, so umfunktioniert, zum Fluch. Echte

Liebe ist immer ein Kampf

Für den heranreifenden Menschen ist der Weg zu echter Liebe ein steiniger Weg – ein Weg, der erkämpft werden will.

Manche Religionen bieten hier ein billiges Rezept an: Die Frau gilt nur als Mittel zum Zweck der biologischen Reproduktion; die Frau befindet sich in einer Haltung völliger Unterordnung; die Frau wird als Werkzeug zur Befriedigung des Mannes benutzt. Wehe der Frau in einer so strukturierten Gesellschaft, wenn sie diese Normen ablehnt. Sanktionen führen bis zur Steinigung.

In unserem Kulturkreis hat sich das andere Extrem breit gemacht. Die Frau ist in den Sog einer Emanzipation geraten, die oft ihre Empfindungen für Scham und Keuschheit ignoriert. Als Folge dieser Neuorientierung wurden z.B. im Jahr 2002 in Bulgarien 40 % aller Babys außerehelich geboren. In Mittel- und Westeuropa ist die Konsequenz noch deutlicher: Viele `Kinder´ im Mutterleib werden erst gar nicht ausgetragen, sondern als Humanabfall von Abtreibungskliniken verwertet oder entsorgt.

Noch ein Wort zur legitimierten Homo-Ehe. Die Bibel hat sie uns nicht als schöpfungsgemäße Lebensform angeboten. Heute gilt sie jedoch als modern, liberal und zeitgemäß. Aber wo sind dabei die Werte geblieben, in welchen die eigentliche Zelle einer wachstumsfähigen Gesellschaft verankert war – nämlich die Familie? Was, wenn die christliche Ethik eben nicht die Meinung ewig Gestriger ist,

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sondern der Bibelspruch zutrifft: „Gott lässt sich nicht verspotten? Der Mensch erntet, was er sät“?

Biblische Maßstäbe

Allein in der Bibel finden wir die beste Form für Äußerung und Bewahrung reiner Liebe zwischen zwei Partnern und umfassende Orientierung für lebenswichtige Fragen.

Von hier aus kann die Blockade, die auf einem vom Sex beherrschten Menschen liegt, gelöst werden, so dass die Bindungen abfallen und Freiheit erlangt wird. Jesus Christus versicherte einer jungen Frau in sexueller Verfehlung:12 „Auch ich verurteile dich nicht. Stoße die Sünde aus deinem Leben hinaus.“

Dem Menschen ist diese klare Linie zur inneren, wie auch zur physischen Loslösung von Verstrickung gegeben: Erkennen von Sünde und Schuld – bekennen der Schuld – Gott, wie auch die betroffenen Menschen um Vergebung bitten – und dann den Versuchungen widerstehen!
Dieser Weg ist nicht leicht.

Als Christen zeigen wir deshalb hilfreiche Einsichten zur Orientierung auf:

1 . Wahre Liebe darf nie mit zügellosen sexuellen Leidenschaften verwechselt werden. Wahre Liebe wartet und sucht die Ehe. Du bist es wert, dass auf dich gewartet wird! Glaube denen nicht, die solche Gedanken ins Lächerliche ziehen.
2 . Frühe voreheliche und außereheliche Sexbeziehungen hinterlassen tiefe Spuren im Leben. Sie prägen und regieren als innere Bilder auch in eine Ehe hinein, durch den Fluch des Vergleichs mit anderen Partnern.
3 . Glaube der Beziehung nicht, in der auf dich Druck ausgeübt wird, um dich rumzukriegen. Halte den Schatz körperlicher Unberührtheit für ganz kostbar, er ist allein für deinen Lebenspartner be-

12 Johannes, 8, 11

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stimmt. Glaube keinem, der Sehnsucht nach Reinheit als religiöses Geschwafel hinstellt.

Erhalte deine Menschenwürde und vergeude nicht das, was du dem von dir geliebten Menschen schenken sollst und auch empfangen darfst:
Liebe und Treue und gemeinsame Kinder.

4 . Bedenke, dass jeder Schritt auf diesem Gebiet deine Zukunft mitbe-stimmt. Vergiss nie, dass deine sittliche Haltung deinen Eltern nicht gleichgültig ist. Und noch viel wichtiger: Denke auch an deine Kinder. Manchmal werden kommende Generationen durch die Folgen der Sünde mitbelastet.
5 . Wir dürfen die Harmonie einer guten Familie nicht zerstören, indem wir aus sexueller Lust auf einen der Ehepartner, ein Ehebündnis bewusst gefährden. Das ist ein Vergehen. Man darf das Schöne im Leben nicht zerstören.
6 . Wir müssen eines Tages als Eltern unsere moralischen Werte, unser Wissen und unseren Glauben an unsere Kinder weitergeben. Unser persönliches Leben als Eltern ist für unsere Kinder das beste Vorbild.
Hilfe ist möglich

Was ist mit Jugendlichen oder Erwachsenen, die sagen: Das hätte ich früher lesen müssen: Es ist zu spät!?

Jesus Christus bietet Vergebung an. Erinnern wir uns an seine Worte:
Ich verurteile dich nicht, aber unterlasse die Sünde und gehe den neuen Weg mit aller Konsequenz.

Diesen Weg verdeutlicht der Lebensbericht einer jungen Frau. Es ist ein Brief, den sie an den bekannten amerikanischen Lehrer George Macdowell schrieb:

„Ich war 14 Jahre alt, als ich einen 18-jährigen jungen Mann kennen lernte. Nach einem Monat sagte er mir, dass er mich liebe und mit mir schlafen wolle. Er sagte mir aber auch: Wenn du nicht mitmachst, mache ich mit dir Schluss. Ich wusste, dass sexuelle Beziehungen vor der Ehe nicht gut sind, aber gleichzeitig war es mein

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Traum, von einem Mann geliebt zu werden. Ich habe immer geglaubt, dass ich mir diese Liebe verdienen muss. So wurde ich vor diese Entscheidung gestellt. Doch ich liebte meinen Freund und er sagte das Gleiche von sich. Ich empfand, dass ich ihm meine Liebe so zeigen musste, wie er es wollte. So fügte ich mich seinem Drängen…

Ich erinnere mich deutlich daran, mit welchem Gefühl von Schuld und Scham ich am Abend nach Hause ging. Ich erinnere mich noch gut, wie sehr ich meine Unberührtheit zurückhaben wollte. Nach und nach beruhigte sich dann mein Gewissen. Ich brauchte die Liebe meines Freundes einfach, und doch fühlte ich mich einsam. Es gab niemand, den ich um Rat bitten konnte. Nach zwei Jahren machten wir dann mit unserer Freundschaft Schluss. Bald darauf fand ich einen neuen Freund, und mit ihm begann der ganze Kreislauf von vorn. Danach hatte ich einen dritten Freund…

Hätte ich mir wenigstens einen Funken Selbstachtung bewahrt! In den Händen jedes Mannes war ich wie eine Marionette. Ich suchte verzweifelt nach jemandem, der mich ohne Bedingungen lieben würde. Ist das alles nicht widersinnig? Die bedingungslose Liebe, die ich so sehr suchte, war mir immer angeboten worden, doch die Bedingung war jedes Mal: Wenn du mich liebst, dann schläfst du auch mit mir!“

Diese junge Frau fand die Kraft, ihr Leben zu ändern und sich an Gott zu wenden. Bei ihm hat sie Vergebung gefunden und ein neues Leben begonnen.

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Wichtige biblische Quellen zum Thema „Sexualität“  13

** Lest ihr denn die Heiligen Schriften nicht? Da heißt es doch, dass Gott am Anfang Mann und Frau schuf und sagte: ‚Ein Mann wird seine Eltern verlassen, um sich für immer mit seiner Frau zu verbinden. Beide werden ganz und gar eins sein.‘ Sie werden also eins sein und nicht länger zwei voneinander getrennte Menschen. Was aber Gott zusammengefügt hat, darf der Mensch nicht trennen. (Matthäus, 19,4-6).

** Denn wer sich mit einer Hure einlässt, der wird ein Leib mit ihr. So heißt es schon in der Heiligen Schrift von Mann und Frau: «Die Zwei werden ein Leib sein.» Deshalb warne ich euch eindringlich vor jeder Unzucht! Denn mit keiner anderen Sünde vergeht man sich so sehr am eigenen Leib wie mit einem unsittlichen Leben. (1. Korinther, 6,16/18).

** Du sollst nicht die Ehe brechen. / Begehre nicht, was deinem Mitmenschen gehört: weder sein Haus noch seine Frau… (2. Mose, 20,14/17).

** Ich sage euch aber: Schon wer eine Frau mit begehrlichen Blicken ansieht, der hat im Herzen mit ihr die Ehe gebrochen. (Matthäus, 5,28).

** «Dann will ich dich auch nicht verurteilen», entgegnete ihr Jesus. «Geh, aber sündige nicht noch einmal!» (Johannes, 8,11).

** Achtet die Ehe, und haltet euch als Ehepartner die Treue. Gott wird jeden verurteilen, der unsittlich lebt und die Ehe bricht. (Hebräer, 13,4).

** Gebt ihr dagegen euern selbstsüchtigen Wünschen nach, ist allen
klar, wohin das führt: zu einem sittenlosen Leben, Unzucht und hemmungsloser Zügellosigkeit… / ich habe es schon oft gesagt und warne euch hier noch einmal: Wer so lebt, wird niemals in Gottes Reich kommen. (Galater, 5,19/21).

** Wer dagegen die Ehe bricht, hat den Verstand verloren und richtet sich selbst zugrunde. (Sprüche, 6,32).


13 Übersetzung „Hoffnung für Alle“

20

** Genieße das Leben mit der Frau, die du liebst, solange du dein vergängliches Leben führst, das Gott dir auf dieser Welt gegeben hat. (Prediger, 9,9).

** Du junger Mensch, genieße deine Jugend, und freu dich in der Blüte deines Lebens! Tu, was dein Herz dir sagt und was deinen Augen gefällt!
Aber sei dir bewusst, dass Gott dich für alles zur Rechenschaft ziehen wird! (Prediger, 11,9).

** Herr, wie kann ein junger Mensch leben, ohne schuldig zu werden? Indem er sich nach deinen Geboten richtet. / Tief präge ich mir dein Wort ein, damit ich nicht vor dir schuldig werde. (Psalm, 119,9/11).

** Jerusalem, durch dein schamloses Treiben hast du dich unrein gemacht, und selbst als ich dich reinigen wollte, bliebst du lieber, wie du warst.
Darum wirst du nicht eher wieder rein werden, bis ich meinen Zorn an dir ausgelassen habe! (Hesekiel, 24,13).

** Nein, ich meinte, dass ihr euch von all denen trennen sollt, die sich
Christen nennen und trotzdem Unzucht treiben, geldgierig oder abergläubisch sind, Gotteslästerer, Trinker oder Diebe. Mit solchen Leuten sollt ihr überhaupt nichts zu tun haben. (1. Korinther, 5,11).

** Erfreue dich an deiner Frau, die du als junger Mann geheiratet hast.
Bewundere ihre Schönheit und Anmut! Berausche dich immer wieder an ihren Brüsten und an der Liebe, die sie dir schenkt! Mein Sohn, willst du dich wirklich mit einer anderen vergnügen und mit einer fremden Frau schlafen? (Sprüche, 5,18-20).

Was lehrt die Bibel über „Sexualität und Sex“

Woher kommt die Sexualität?

Auf diese Frage gibt es nur zwei Antworten. Die erste kommt von der Evolutionstheorie,
ist jedoch wenig aussagekräftig. Wir zitieren das neueste Lehrbuch „Evolution“14 von Peter Hoff, „Warum Sexua-


14 Peter Hoff, u.a. Seite 106 und 107

21

lität in der Evolution entstanden ist, schien lange Zeit auf der Hand zu liegen (…) Eigentlich erscheint Sexualität in der Selektion also nicht konkurrenzfähig. Wie konnte sie sich dennoch in der Evolution durchsetzen?“

Damit drängt sich die zweite und einzige Alternative auf. Sie lautet: Die Sexualität des Menschen ist vom Schöpfer geschaffen worden. Das ist die Position der biblischen Schöpfungslehre. Die Bibel lehrt, dass Gott den Menschen von Anfang an als Mann und Frau schuf. Die Sexualität ist damit ein grundsätzlicher und untrennbarer Teil des menschlichen Wesens. Die beiden Geschlechter sind vom Schöpfer geplant und geschaffen worden. Gott selbst sagt: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht“15

Die Sexualität kommt also von Gott. Sie ist ein Geschenk Gottes. Das verpflichtet uns zu zwei weiteren Erläuterungen:

Erstens: Die Bibel und das Christentum dürfen nie als sexfeindlich betrachtet werden. Im Gegenteil: In der Bibel sind die schönsten Liebesworte zwischen Verliebten zu lesen. Falsche Frömmigkeit, Christenfeindlichkeit und mangelnde Bibelkenntnisse, die mit der Realität der Bibel nichts zu tun haben, brachten das Christentum in ein falsches Licht.

Zweitens: Nachdem die Sexualität von Gott geschaffen wurde, muss er damit etwas ganz Bestimmtes vorgehabt haben. Dies bringt uns zu einer weiteren Frage:

Warum wurde die Sexualität geschaffen? Was ist ihr Ziel?

Hier scheiden sich die Meinungen. Viele Christen meinen, das biblische Ziel der Sexualität sei die menschliche Reproduktion, also das Gebären von Kindern. Andere verwechseln und identifizieren die Sexualität mit der Liebe und wieder andere suchen die Antwort bei den menschlichen Begierden.


15 1. Mose, 2,18

22

Keine dieser drei Meinungen trifft die biblische Position und das Ziel der Sexualität. Selbstverständlich ist das Gebären von Kindern ein sehr wichtiges Ziel, aber nicht das wichtigste.

Gott sagt in der Bibel, dass er die Frau schuf, damit Mann und Frau eine Einheit bilden, um Gemeinschaft miteinander zu haben. Gottes Motivation und Ziel für die Sexualität ist die Einheit zwischen Mann und Frau in der Ehe.

Das wird im zweiten Kapitel des 1. Buches der Bibel zum Ausdruck gebracht:

„Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei;

ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.“16

Dieses Wort sagt uns, dass der Mensch ein Bedürfnis nach Gemein-schaft hat und weiter, dass Gott das Bedürfnis des Menschen kannte und die Frau schuf.

Daraus folgt eine große Wahrheit, die in der Bibel als Gesetz Gottes gilt. Außer dem siebten Gebot Gottes, ist dies die zentrale Aussage der Bibel, die Sexualität und Ehe betreffend. Das Gesetz Gottes lautet:

„Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seiner Frauanhangen, und es werden die zwei ein Fleisch sein, – so dass sienicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch“.17

Die Bibel macht zum Thema Sexualität zwei wichtige und grundlegende Aussagen: Die sexuelle Beziehung zwischen Mann und Frau ist nur in der Ehe erlaubt und die beiden werden durch diese Beziehung ein Fleisch.
Der leibliche Aspekt (der Geschlechtsverkehr) kann aber erst dann ein Zeichen und Siegel des Ehebundes sein,


16 1. Mose, 2,18

17 Epheser, 5,31

23

wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind, das Verlassen und das Anhangen.
Nur unter diesen Bedingungen erreicht die sexuelle Beziehung ihr Ziel – die völlige Einheit zwischen Mann und Frau, die ein Fleisch werden.
Leibliche Vereinigung ist kein Weg um eins zu werden, sondern Ausdruck des Einsgewordenseins.

Gründe für das Verbot der Bibel zu vor- und außerehelichen
sexuellen Beziehungen

1) Die beiden Voraussetzungen als Mann und Frau ein Fleisch zu werden, können außerhalb der Ehe nicht erfüllt werden. D.h. hier fehlen sowohl der öffentliche Aspekt der Einheit (Vater und Mutter verlassen sowie der persönliche (seiner Frau anhangen). Das Fehlen des Aktes von Verlassen und Anhangen macht „Ein-Fleisch- Werden“ unverbindlich, ohne Geborgenheit, egoistisch, weshalb es oft verheimlicht wird. Die Bibel nennt es Unzucht – die Welt Prostitution.

2) Die heterosexuelle Gemeinschaft ist viel mehr als ein biologischer
Geschlechtstrieb. Der Geschlechtsakt ist normalerweise Ausdruck und Folge einer inneren und geistlichen Harmonie und gegenseitiger Hingabe, sie beansprucht und engagiert die ganze Person, also Geist, Seele und Leib. Leibliche Gemeinschaft setzt innere, seelische Gemeinschaft voraus. Fehlt eine Komponente davon, dann ist der Geschlechtsakt entweder ein rein fleischliches Vergnügen, eine Vergewaltigung oder er verfolgt bestimmte gegenseitige Interessen.
Die blühende Sex-Industrie und die Prostitution sind ein Beweis dafür.

3) Sexuelle Beziehungen setzen beim Ehemann wie bei der Ehefrau Werte wie Liebe, Treue, Hingabe, Opferbereitschaft, etc. voraus. Diese hohen ethischen Werte verlangen entsprechende Reife. Es besteht ein Zusammenhang zwischen geistlichem und sexuellem Leben. Dieser Zusammenhang ist nur im Rahmen der Ehe vorhanden, wo Nähe, Vertrauen, Lust und Liebe sichtbar werden.
Durch die Sexualität zeigt sich die Zuneigung und Wertschätzung der Eheleute zueinander. Vollkommener und gelungener Sex braucht die Ehe und die Reife der Ehepartner. Der freie Sex kennt solche Werte und Zu-

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sammenhänge nicht und entfernt den Menschen von Gott. Unzucht ist Sünde, weil sie dem Menschen Schuld auflädt und ihn von Gott trennt.

4) Weil Gott vor- und außereheliche sexuelle Beziehungen verbietet, wird durch die Missachtung seines Willens seine Autorität ignoriert, seine Liebe und Heiligkeit abgelehnt und letztendlich der Glaube aufs Spiel gesetzt. Das Halten der Gebote Gottes ist ein persönlicher Test für den Menschen (besonders für Christen), und zeigt, ob er an Gott glaubt und danach lebt, oder einfach Religion betreibt, um das Gewissen zu beruhigen.

5) Die Bibel lehrt, dass der Ehebruch der wichtigste Grund für die Ehescheidung ist. Die Ehe ist ein Entwurf, ein Geschenk, eine Institution Gottes. Mit dem Ehebruch lehnt der Mensch den Plan, die Gebote und die Liebe Gottes ab. Die Bibel nennt das Sünde und warnt den Menschen davor.
Die Sünde hat zwei Bedeutungen: Absonderung des Menschen von Gott und Zielverfehlung.

6) Als Schöpfer des Menschen hat Gott Anweisungen und Gesetze in seine Schöpfung hineingelegt. Sie betreffen jedes Organ und jedes System des Organismus, auch das sexuelle Gebiet. Wenn die Anweisungen, also die Gebote Gottes, missachtet und die Gesetze gebrochen werden hat das schwere Konsequenzen für den Menschen, sowohl im irdischen Leben, besondersjedoch für die Ewigkeit. Ähnlich ist dies bei den Verkehrsregeln, werden sie missachtet, ist ein Verkehrsunfall nicht auszuschließen.
Wird eine Gebrauchsanweisung nicht beachtet, funktioniert das Gerät nicht oder es geht kaputt. Gott warnt den Menschen aus Liebe vor der Missachtung seiner Gebote. Liebe ist auch der Grund, weshalb sich Gott in den zehn Geboten18 zweimal, nämlich im 7. und 10. Gebot19, zum sexuellen Verhalten äußert.

7) Jede sexuelle Beziehung oder Handlung, die von Gottes Norm abweicht, erregt sein Missfallen und führt am Ende zum Gericht und


18 2. Mose, 20

19 Du sollst nicht die Ehe brechen! – Begehre nicht, was deinem Mitmenschen gehört: weder sein Haus, noch seine Frau…

25

zum ewigen Tod. Dazu gehören: Polygamie, heimliche sexuelle Verbindungen, Ehebruch, gleichgeschlechtliche Partnerschaften.

8) Besonders Frauen leiden unter unverbindlichen sexuellen Beziehungen.
Die Ehe ist ein Schutz für die Frau, in der sie sich in Geborgenheit, Vertrauen und Liebe ihrem Ehemann zuwendet. Jede andere Form sexueller Gemeinschaft ist ein Risiko für die Frau und schädigt ihre Würde. Die Bibel kämpft für die Würde der Frau, für ihre moralische
Integrität und für ihren wichtigen Auftrag – die Einheit mit dem eigenen Mann zu schaffen, zu fördern und zu pflegen. Unverbindlicher Sex dagegen ist eine Handelsware, für die manchmal lebenslang und sogar in der Ewigkeit bezahlt werden muss. Davor warnt die Bibel.

9) Im Meistern der Sexualität entscheidet sich, ob ein Junge zum Mann und ein Mädchen zur Frau wird. Deshalb hat Gott dem Menschen die Gabe der Sexualität so früh anvertraut: nicht als Konsumgut, sondern als Herausforderung zur Reife. Ohne dieses fordernde Training bleiben junge Erwachsene in ihrer Entwicklung stehen, denn die Sexualgemeinschaft bedarf der Reife zweier Personen. Durch Selbstbeherrschung, Vertrauen und Gehorsam werden die Kräfte des Willens geschult, was für die zukünftige Ehegemeinschaft äußerst wichtig ist.

10) Zwei weitere biblische Gründe: Gott sagt, dass diejenigen, die Unzucht treiben, das Reich Gottes (ewiges Leben) nicht erben. Sein Wille ist jedoch, dass „alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“20. Die Warnung erfolgt also aus Liebe zum Menschen.

11) Schuldgefühle durch vor- oder außereheliche sexuelle Beziehungen sowie tiefwirkende Bilder der Pornoindustrie belasten die Intimität und das eheliche Klima zwischen Mann und Frau und ruinieren die Stabilität der Ehe. Die christliche Zeitschrift „Idea Spektrum“ berichtet, dass auchChristen21 davor nicht verschont bleiben. Die


20 1. Timotheus, 2,4

21 Nr. 44, 2005, 14

26

Ehe ist ein Werk Gottes. Jesus warnt: „Was nun Gott zusammen-gefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“22

12) Für ehelichen Geschlechtsverkehr verwendet die Bibel das Wort „erkennen“, während sie sonst nur Begriffe wie „wohnte bei ihr“, „schlief bei ihr“ gebraucht. Zweifellos schenkte Gott die Sexualität in der Ehe mit dem Ziel, den anderen „zu erkennen“, das heißt, auch einen Blick in seine Seele zu tun. Sonst ist der Sex nur eine rein biologische Triebbefriedigung und hat mit echter Liebe, Beglückung des Partners, einander beschenken und „einander erkennen“ nichts zu tun. Der Schöpfer weiß wohl, dass die Sexualität der Frau nicht nur auf die Sexualorgane bezogen ist. Ihr Bedürfnis nach Zärtlichkeit ist ganzheitlich, umfasst den ganzen Körper und die ganze Seele. Das wird nur durch „Anhangen“ des Mannes an die Frau (d.h. erkennen) erfüllt. Sonst wird sich die Frau nicht geliebt, sondern benutzt fühlen. Auch dies ist ein Grund, warum Gott die sexuelle Intimität ausschließlich in den Rahmen der Ehe stellt. Die Bibel lehrt, dass die Sexualität das Leben des Menschen entweder bereichern oder zerstören kann. Die Entscheidung liegt beim Menschen und ist letztendlich eine Sache des Willens, des Glaubens und der Liebe zum Ehepartner.

13) Die Bibel lehrt, dass der Mensch „Gottes Tempel“ ist und weiter, dass die Ehe Urbild der Gemeinschaft des lebendigen Herrn Jesus Christus und seiner Gemeinde ist. Diese enge Beziehung zwischen Gott und Mensch, und Jesus Christus und seiner Gemeinde, erhebt wichtige Ansprüche an den Menschen. Die Bibel sagt: „Wer aber Unzucht treibt, sündigt gegen den eigenen Leib“23 und sie verschweigt Gottes Urteil nicht:
„Wenn jemand den Tempel Gottes (also den menschlichen Leib) zerstört, den wird Gott verderben“24. Der Körper gehört dem Herrn
und der Christ ist ein Glied am Leib Christi. Das Leben ist ein Geschenk Gottes und der Mensch versündigt sich, wenn er gegen die Gesetze seines Leibes handelt. Deswegen warnt die Bibel den Menschen vor körperlichen, seelischen und ehelichen Gefahren infolge eines verfrühten oder außerehelichen Se-


22 Markus, 10,9

23 1. Korinther, 6,18

24 1. Korinther, 3,16-17

27

xuallebens. In gewissem Sinne ruinieren sexuelle Sünden den Menschen wie keine anderen, weil sie so intim und verstrickend sind und Schaden auf tiefster menschlicher Ebene anrichten.

14) Ein wichtiger Grund für das biblische Verbot von vor- und außerehelichem Sex wird vom Wesen des christlichen Glaubens selbst abgeleitet. Wie der christliche Glaube einen einzigen Gott bekennt und mehrere Götter und andere Autoritäten ablehnt, so hat Gott das Verhältnis zwischen Mann und Frau in der Ehe mit der leiblichen Gemeinschaft besiegelt.
Die beiden Eheleute dürfen keine anderen Autoritäten haben. Der christliche Monotheismus (Glaube an einen Gott) fordert christliche Monogamie (Ehe mit einem Partner).

Die Gottes- und Ehebeziehungen entsprechen einander. Wir wissen, dass jemand Hurerei treibt, wenn er in Unzucht oder Ehebruch lebt, also mehrere Partner hat. Geistlich gesehen bedeutet das, dass jemand geistliche Hurerei (Untreue) betreibt, wenn er mehrere Götter oder Autoritäten anerkennt und nicht einen einzigen Gott (Jesus Christus). Das unterscheidet den christlichen Glauben von den Religionen. Der christliche Glaube beruht auf der persönlichen Beziehung zwischen Jesus Christus und dem Menschen. Sie entsteht, wenn der Mensch Jesus als persönlichen Heiland annimmt (durch Bekehrung). Die christliche Ehe beruht auf der persönlichen Beziehung zwischen Ehemann und Ehefrau, die im Standesamt verbindlich legalisiert ist und vor Gott bestätigt wird. Genau wie bei der Bekehrung gibt es keinen Platz für einen Dritten, auch nicht für Partnertausch. Die verbindliche Form der ehelichen Gemeinschaft ist ein geistliches und soziales Gesetz.

Warum ist dieses Thema in der Bibel besonders erwähnt?

Wir nennen drei wichtige Gründe:

1) In zwei grundlegenden Bereichen steht die Sexualität im Mittelpunkt des menschlichen Lebens: in der Ehe und der Fortpflanzung. Beide sind von Gott geschaffen und gesegnet. Das Wort Gottes (die Bibel) ist die einzige Quelle, wo der Mensch diesbezüglich die richtigen Anweisungen finden und lernen kann. Der Autor der Bibel (Gott) bestimmt in seinem Buch die Regel für den Umgang des Menschen mit der Sexualität. Das ist der Grund, warum für den biblisch

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motivierten, bewussten Christ einzig und allein die Bibel die maßgebende Autorität und Grundlage der Sexualethik ist. Das verpflichtet selbstverständlich jeden Christen die Bibel zu lesen, zu kennen und danach zu handeln. Oft unterscheiden sich die Anweisungen Gottes von Vorschriften, Doktrinen, Überlieferungen, Konzilienbeschlüssen und menschlichen Theologielehren großer oder kleiner christlicher Religionen.

2) Die Bibel ist einzigartig. Sie informiert über wichtige und glaub-würdige Dinge der Vergangenheit, Gegenwart und das Schicksal des Menschen in der Ewigkeit. Kein Unterhaltungsbuch also, sondern ein Buch, das den Leser auffordert, persönlich Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahme hat mit der freiwilligen „Entweder- Oder“-Entscheidung zu tun, besonders im Sexualbereich und zwar, weil die Sexualität das ganze Wesen des Menschen prägt und weil der Mensch hier besonders anfällig ist. Die Bibel bietet eine klare und kompromisslose Linie an, weil es um das ewige Leben oder den ewigen Tod des Menschen geht.

Die Geschichte ist reich an Beispielen, die zeigen, dass Unzucht und sexuelle Ausschweifungen nicht nur einzelne Menschen und Ehen ruinieren, sondern ganze Völker, Nationen und Kulturen zum Zusammenbruch gebracht haben.
In seinem weltbekannten Buch „Reine Jugend“ schreibt Prof. Dr. Tichamer Tot: „Die zahlreichen Feinde konnten das römische Reich nicht besiegen, aber die Unzucht.“ 25

Die Geschichte zeigt aber auch auf, wie die Bibel den Menschen von Grund auf verändern und zu einem gewandelten sozialen und moralischen Verhalten führen kann. Ein Vater schenkte seinem Sohn eine Bibel mit folgender Widmung: „Mein Sohn! Entweder wird dieses Buch dich fernhalten von der Sünde, oder die Sünde wird dich fernhalten von diesem Buch“.

3) Die Bibel schildert die Sexualität als natürliche Gegebenheit des Menschen und bietet Hilfe an für Personen, die auf diesem Gebiet Probleme haben.


25 Seite 123

29

Auf das Thema Sexualität und Sex und diesbezügliche Probleme reagieren die Menschen verschieden, wir teilen die Reaktionen in drei Kategorien ein:

Zum einen sind es Menschen, die vor- und außereheliche sexuelle Beziehungen und sexuelle Freiheit als etwas ganz Normales und Natürliches ansehen und ihr Leben entsprechend führen. Diese Menschen lehnen jede göttliche Autorität ab und sind gefährdet in sexuelle Leidenschaft, Sucht oder Perversität zu fallen. Das Motto dieser Kategorie lautet: „Sex, Macht und Geld regieren die ganze Welt“.

In der zweiten Kategorie finden sich Menschen, die sagen, dass sie an Gott glauben und religiös sind. Sie wissen, dass die Bibel Unzucht
und freien Sex verurteilt. Sie geben sich Mühe die Gebote Gottes zu halten. Wenn aber der Geist der Welt und der fleischliche Mensch überhand nehmen, dann sind sie bereit „beiden Herren zu dienen“. Am Anfang vielleicht unbewusst und harmlos. Im Laufe der Zeit wird dieses doppelte Leben zur Routine und führt zu Liberalismus und zu Kompromissen mit der biblischen Lehre. Die Folge ist, dass einzelne Christen, große Gemeinschaften oder ganze Konfessionen die Bibel der heutigen Zeit anpassen. Dann gelten als Maßstäbe des Denkens, Handelns und Tuns die Meinungen der Theologen (Pro- und Kontra) oder die Positionen der Kirchen. So kommt es leider zur kirchlichen Trauung homosexueller Paare.

Solches bezeichnet die Bibel als Gräuel, was jedoch absichtlich übersehen und missachtet wird… Die Bibel warnt sowohl die Stifter solch fataler Irrlehren als auch die Konsumenten.26

Die dritte Kategorie umfasst diejenigen, die Jesus Christus und sein
Wort (die Bibel) als einzige Autorität anerkennen. Diese Autorität bestimmt ihr ganzes Leben im privaten, öffentlichen, sozialen und auch im sexuellen Bereich. Diese Menschen wissen, dass sie, wenn sie in Schwachheit geraten und die Gebote Gottes unwillentlich brechen, den einzig richtigen Weg in Anspruch nehmen dürfen und durch Gnade von ihrer Sünde befreit werden. Danach handeln sie.


26 Matthäus, 5,19a „Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich“.

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Aus dieser kurzen Übersicht lassen sich folgende Schlüsse ziehen:
1) Für die erste Kategorie sind die Übertretungen der biblischen Gebote im sexuellen Bereich (oder überhaupt) eine rein persönliche Sache, sie gehören zu den so genannten Menschenrechten und sind deswegen kein eigentliches Problem. Weder Gott noch die Bibel gelten als Autorität.
Die zweite Kategorie sieht ihr Fehlverhalten entweder als harmlose Sache oder bezeichnet es als menschlichen Fehler oder Verfehlung und nicht unbedingt als Sünde. Die dritte Kategorie nennt das Missachten der Gebote Gottes widerspruchslos Sünde.

2) Ob die Übertretung eines Gesetzes wahrgenommen wird oder nicht, vermeidet nicht die Folge der Übertretung und macht sie nicht
ungeschehen. Genauso wie im medizinischen Bereich: Ob ich den Krebs, an dem ich leide, akzeptiere oder nicht, das macht diese bösartige tödliche Krankheit nicht weniger gefährlich. Die Folge, nämlich der Tod, kommt früher oder später. Die Reihenfolge bleibt sowohl im biologischen Bereich, wie auch bei sämtlichen Gesetzen der Gesellschaft dieselbe:
das Gesetz kennen, wahrnehmen, missachten, verletzen, die Konsequenzen tragen.

3) Alle drei Kategorien übertreten die Gebote und sind von Gott getrennt (Sünde). Wird die Sünde nicht bereinigt, spricht die Bibel vom ewigen Tod. Der entscheidende Unterschied zwischen den drei Kategorien liegt also im Erkennen, Wahrnehmen und Bekennen der Sünde.

4) Kein Mensch, egal welcher Kategorie, kann das Problem „Sünde“ aus eigener Kraft lösen. Die einzig mögliche Hilfe bietet Jesus Christus an und die Bibel zeigt den Weg dazu.

Wie machen wir vom biblischen Hilfsangebot Gebrauch?

Diese Frage lässt sich auch anders stellen: Was kann jemand tun, der
im sexuellen Bereich die Gebote der Bibel missachtet hat oder noch missachtet?

Bereits im vorhergehenden Kapitel („Biblische Maßstäbe“ und „Hilfe
ist möglich“) wurde diese Frage kurz angesprochen.

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Die folgenden zehn Schritte, vergleichbar mit der Behandlung und Rehabilitation eines kranken Patienten, können Anleitung sein. Einige davon zeigt Jesus im Gleichnis vom verlorenen Sohn auf:

1) Als aller erstes gilt es, die kranke Situation zu erkennen.
Es gibt viele kranke Menschen, die von ihrer Krankheit nichts wissen oder sie bewusst nicht akzeptieren wollen. Wieder andere verharmlosen oder verheimlichen ihren ungesunden Zustand oder täuschen sich mit einer falschen Selbstdiagnose.
Die Bibel zeigt aber ganz klar, wo die Grenze zwischen gesunder Sexualität und Verfehlungen im sexuellen Bereich liegt. Jesus Christus sagt: „Jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.“ 27 Das gilt in gleichem Masse der Frau. Die Abweichung von der biblischen Norm beginnt bereits in der Gedankenwelt des Menschen.

2) Der zweite Schritt hat mit dem Willen zu tun. Der Betroffene entscheidet freiwillig, ob er gesund werden oder sich mit seinem Zustand abfinden will. Hier könnte ohne weiteres die Frage gestellt werden: Warum überhaupt Vergebung? Diese Frage beantworten wir mit der Gegenfrage: Warum überhaupt eine Behandlung? Die Antwort lautet:
Durch die medizinische Behandlung lässt sich das biologische Leben verlängern. Durch die Vergebung der Sünden ist ewiges Leben erhältlich.

3) Dem bewussten Willensentscheid folgt der dritte Schritt und zwar, zum richtigen Arzt zu gehen. Der verlorene Sohn ging zu seinem Vater zurück. Der am Herz leidende Patient konsultiert den Kardiologen.
Der von Sünden belastete Mensch muss zu dem gehen, der Sünden vergibt, nämlich zu Gott. Die Bibel sagt, dass nur Gott Sünden vergeben kann.28. Warum?

Weil durch den Missbrauch im sexuellen Bereich ein Gesetz Gottes gebrochen wird und nur der Gesetzgeber dieses Vergehen vergeben kann. Weil das Leben ein Geschenk Gottes ist und durch diese Sünde das Geschenk missachtet und die Autorität Gottes abgelehnt wird.


27 Matthäus, 5,28

28 Markus, 2,7 (Nur Gott allein kann Sünden vergeben)

32

Nicht zuletzt ist eine zweite Person betroffen, die ebenfalls Vergebung braucht. Das alles bedeutet, dass der Betroffene das Recht und die Pflicht hat, sich direkt und persönlich an Jesus zu wenden. Jesus ruft betroffene Menschen auf: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen!
Ich werde euch Ruhe geben.“29

Oft lauert gerade hier die Gefahr. Anstatt an der richtigen Stelle Hilfe zu suchen halten sich Menschen an äußerliche, nominelle, religiöse Formen, unterstützen wohltätige Aktionen, spenden an geistliche Institutionen, tun Gutes, beichten formell, etc. Andere werden aggressiv, geraten in Depressionen, in Alkohol- oder Drogenprobleme. Wieder andere suchen die Lösung bei okkulten Mächten, in der Esoterik oder heidnischen Religionen. Es gibt auch Menschen, denen die Sünde zu schwer erscheint und die als einzigen Ausweg den Suizid wählen.

Sie alle stranden und erreichen bestenfalls eine Beruhigung ihres Gewissens, jedoch nur auf Zeit.

4) Der vierte Schritt fordert vom Betroffenen, sein Problem Jesus Christus mitzuteilen, genauso wie der Patient dem Arzt seine Beschwerden schildert. Das nennt die Bibel Bekennen der eigenen Schuld, die Medizin nennt es Anamnese. Auch der verlorene Sohn erzählte seinem Vater seine Probleme. Psychologisch gesehen beinhaltet das Bekennen das Verlangen nach und die Hoffnung auf Vergebung, Vertrauen zu Gott und die Entscheidung das Begangene nicht mehr zu tun. Dazu ein Vergleich aus der Medizin: Der Lungenkrebspatient bittet den Arzt um Hilfe, hat großes Vertrauen, dass er geheilt wird und ist fest entschlossen nicht mehr zu rauchen.

Selbstverständlich fordert dieser vierte Schritt eine persönliche Kommunikation zwischen den beiden Beteiligten (Mensch und Gott, Patient und Arzt).

5) Beim fünften Schritt wird die Diagnose gestellt. Die biblische Diagnose für den Menschen, der die von Gott gesetzten Grenzen im sexuellen Bereich überschritten hat, lautet Sünde. Der verlorene Sohn stellte selbst die richtige Diagnose: „Vater, ich habe gesün-


29 Matthäus, 11,28

33

digt.“30 Ein guter Therapeut stellt dem Patienten die richtige Diagnose.

Für den Betroffenen ist wichtig zu wissen, dass ihm Gott nie vorwerfen wird: „Warum?“ oder „Wie schlecht bist du!“ oder „Wie konntest du so etwas Schlimmes tun?“. Gott macht einem Sünder, der um Vergebung bittet, nie Vorwürfe. Im Gegenteil. Gott erwartet jeden Sünder mit Liebe, weil „eine Freude im Himmel sein wird über einen Sünder, der Busse tut.“31 Jesus sagte: „Ich bin gekommen die Sünder zu rufen.“
32 Einer Prostituierten versicherte er: „Ich verurteile dich nicht.“33

In den Mittelpunkt dieser Schrift möchten wir die Liebe Gottes stellen, die jedem einzelnen Menschen in der Welt geschenkt wird. Dank dieser Liebe wird jedem Menschen vergeben, wenn er Busse tut und um Vergebung bittet.

6) Als logische Folge muss die wahrgenommene Diagnose den Betroffenen zum Bekenntnis führen: „Es tut mir leid“. So äußert sich Reue über die begangene Sünde. Die Bibel nennt das Busse.

Busse (metanoia) bedeutet „Änderung des Denkens“, „Umdenken“, „Umkehren“.
Dieser sechste Schritt gilt als Wendepunkt zur Vergebung. Hier wird die ganze Seele einbezogen: Wille, Verstand und Gefühle. Seit Jahrtausenden herrscht im Judentum der wohlbekannte Spruch: „Nichts kann der Busse widerstehen“.

Außer Reue, Leid, Umdenken und Umkehren beinhaltet die Busse auch zwei weitere Merkmale, nämlich: die Hilflosigkeit, das Problem selbst zu lösen und die Hoffnung auf Hilfe. Der Krebskranke kann sich nicht selbst heilen. Er muss operiert werden, d.h. er braucht Hilfe von außen. Genauso ist die Situation beim sündigen Menschen.

7) In der Bibel gibt es ein einfaches Gesetz, welches lautet: Liebe Gottes + Busse = Vergebung. Gott tut den siebten Schritt mit den


30 Lukas, 15,18

31 Lukas, 15,7

32 Markus, 2,17

33 Johannes, 8,11

34

Aussagen: „Deine Sünden sind dir vergeben“; „Ich verurteile dich nicht“. Die Vergebung geschieht aus Liebe, bedingungslos, durch Gnade und nicht aufgrund eigener Verdienste. Ab diesem Augenblick ist

der Mensch von seinen Sünden vollkommen befreit, von seinem Problem geheilt. Hier zeigt sich der große Unterschied zwischen Sündenbefreiung und medizinischer Behandlung eines Kranken. Letztere dauert viel länger, der Patient muss persönlich viel dazu beitragen und die Genesung ist nicht hundertprozentig garantiert.

8) Das biologische Leben besteht aus Nehmen und Geben. Die Medizin spricht von Stoffwechsel. Das gleiche Prinzip gilt im geistlichen Bereich. Nachdem dem begnadigten Sünder vergeben wurde, fragt er spontan: „Was soll ich tun“? Der genesene Patient stellt dem Arzt dieselbe Frage.
Das ist der achte Schritt.

9) Dann kommt der neunte. Jesus Christus spricht: „Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr.“34 Für die geschenkte Vergebung verlangt Gott vom Menschen nichts anderes als in Zukunft für sich Sorge zu tragen und die Sünde zu meiden. Der Arzt rät dem Lungenkrebspatienten nicht mehr zu rauchen.

Die medizinische Behandlung kostet oft sehr viel Geld. Wer im täglichen Leben etwas bekommt, fragt selbstverständlich nach dem Preis.

Wer bezahlt im geistlichen Bereich den Preis für die Vergebung unserer Sünden? Laut Bibel ist dieser Preis vor zweitausend Jahren am Kreuz von Golgatha von Jesus Christus bezahlt worden. Das war ein sehr hoher Preis – er kostete Gottes Sohn das Leben. Darin liegt die riesige Verantwortung für den sündigen Menschen, wenn er diesen teuer bezahlten Preis nicht annimmt oder ihn absichtlich ablehnt. Diese persönliche Verantwortung kann mit jener eines krebskranken Patienten verglichen werden, der die Operation als einzig mögliche Behandlung bewusst ablehnt.

Ein anderer wichtiger psychologischer Aspekt soll an dieser Stelle kurz erwähnt werden: Vor der Versündigung im sexuellen Bereich wird kaum an die Kosten der Vergebung dieser Sünde gedacht oder


34 Johannes, 8, 11

35

danach gefragt. Außerehelicher Sex dagegen ist sehr teuer: die Prostituierte,der Sextourismus und die unerwünschte Schwangerschaft fordern ihren Preis. Nicht zuletzt müssen die Folgen einer Ansteckung durch Aids oder ähnliche Krankheiten bis zum Tod getragen werden, ganz zu schweigen von den moralischen und psychischen Auswirkungen. Wie viel Zeit wird ins Pornovergnügen investiert! Die Stabilität der Ehe wird angetastet und der Ruin des ganzen Lebens riskiert. Beim sexuellen Verhalten so viel zu investieren, zu missachten, zu riskieren und dafür viel Geld auszugeben ohne zu fragen: „Was kostet die Vergebung dieser Sünde?“, ist äußerst unkorrekt.

Wir wiederholen die bereits gemachte Aussage: Es gibt keinen billigen Sex!

Noch etwas: Für die Verletzung menschlicher Gesetze (juristisch, sozial etc.) stellt der Gesetzgeber finanzielle, materielle, moralische oder andere Ansprüche, oft Gericht und Gefängnis. Der Betroffene muss die Konsequenzen tragen.

Beim sexuellen Verfehlen wird auch ein Gesetz verletzt. Vergessen wir nicht, dass durch die Vergebung der Betroffene zwar nicht ins Gericht kommt und den ewigen Tod erleidet, aber die Konsequenzen sind manchmal lebenslang und sogar über Generationen hinweg spürbar.

10) Wir kommen zum zehnten und letzten Schritt der Vergebung und Genesung. Der gesund gewordene Patient muss die Gesundheit pflegen:
gesund leben, seinen Körper schonen, Diät halten, sich regelmäßig untersuchen und vom Arzt beraten lassen, die ärztlichen Vorschriften einhalten, etc. Wenn er anderen Menschen von seinen Erfahrungen erzählt, wird dies Auswirkungen auf deren Umgang mit der Gesundheit haben.

Auch der begnadigte Sünder muss sein neues Leben pflegen. Die Bibel bietet ihm dabei vier Wege an:

· die tägliche Information über den Willen Gottes, d.h. Bibel lesen und danach handeln;

· die tägliche Information Gottes über sich selbst, d.h. Gebet;

36

· in Gemeinschaft mit anderen begnadigten Sündern (bewussten Christen) leben, d.h. sich einer biblisch fundierten Gemeinde (Kirche) anzuschließen;

· anderen Menschen zu erzählen, wie Jesus Christus die Sünde vergeben hat und ein neues Leben schenkte, d.h. Zeugnis ablegen. So soll der begnadigte Mensch seinen Glauben und seine Liebe zu Jesus Christus im Alltagsichtbar machen.

Wann sollen diese zehn Schritte getan werden? Am besten nachdem die Sünde begangen wurde. Der erkrankte Mensch muss so bald als möglich zum Arzt. Eine Verzögerung reduziert die Chance auf Genesung. Nur die Leiche sucht keinen Arzt. Dies ist im geistlichen Bereich dasselbe. Es gibt für den Menschen keinen anderen Weg von Sünde befreit zu werden.
Das bestätigt die Bibel.35 Zudem begleitet und belastet unbereinigte Sünde den Menschen lebenslang, oft bis zum Tod. Die Schwester von Lenin schrieb über ihren Bruder: „Kurz vor dem Tod bat er Tische und Stühle um Vergebung seiner Sünden“. Ein richtiger Schritt, aber die falsche Richtung.

Was ist, wenn man wieder sündigt?

In der Bibel wird ein begnadigter Christ, dem die Sünden vergeben wurden, der an Jesus Christus glaubt und ihn als einzige Autorität anerkennt, Kind Gottes genannt.36 Das heißt, dass dieser bewusste Christ mit Gott in einer engen Vater-Kind-Beziehung steht, genauso wie dies in einer intakten Familie der Fall ist.

Auch das gut erzogene Kind, das seinen Vater liebt, tut manchmal etwas gegen seinen Willen. Was geschieht dann? Das Kind sucht eine Möglichkeit, um den Vater um Vergebung zu bitten: „Es tut mir leid, Papa. Bitte, vergib mir!“ Jeder Vater freut sich über solche Worte seines Kindes. Sogar der strengste Vater kann ihnen nicht wi-


35 Apostelgeschichte, 4,12 (Nur Jesus kann den Menschen Rettung bringe. Nichts und niemand sonst auf der ganzen Welt)

36 Galater, 3,26 (Denn durch den Glauben an Jesus Christus, seid ihr nun alle Kinder Gottes geworden)

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derstehen. Sie setzen sein Herz in Bewegung, genauso wie dies im Gleichnis vom „verlorenen Sohn“ geschildert wird. Dort lesen wir: „Sein Vater wurde innerlich bewegt, lief hin, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.“37
So vergibt Gott jedem, der sich versündigt hat und Busse tut.

Kinder Gottes wissen, dass ihr Leben ein anhaltender Kampf gegen das Böse ist und wenn sie einmal in diesem Kampf eine Niederlage erleiden, so bleiben sie nicht am Boden liegen, sondern bitten Gott sofort um Vergebung und Hilfe.
Gott handelt wie ein liebender Vater. Die Bibel sagt: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt.“38, und zwar „siebzig Mal sieben Mal“39, das heißt: Immer!

Die Welt übersieht und genießt die Sünde, als wäre sie etwas ganz Natürliches. Das Kind Gottes kämpft gegen die Sünde, hasst sie und verbleibt, wenn es sündigt, nicht in der Sünde, sondern nimmt den Weg der Vergebung in Anspruch.

Das Kind Gottes gibt sein Bestes, um sich körperlich und moralisch zu beherrschen, wird gegenüber der Sünde empfindsam und fragt: „Würde Jesus das tun?“

Letztendlich liegt das Problem des Menschen nicht in der Vergebung, sondern im Bewusstsein und der Einstufung von Sünde, sie ist nicht vergleichbar mit dem Maßstab Gottes: Was ist Sünde und was nicht?

Falsch wäre jedoch, absichtlich Ehebruch zu begehen oder Unzucht
zu treiben, im Wissen darum, dass Gott die Sünde aus Liebe vergibt.
Das wäre Selbsttäuschung und ein großer Irrtum!

Die Bibel nimmt dazu eine klare und harte Position ein: „Denn wenn wir mutwillig sündigen… haben wir hinfort kein anderes Opfer mehr für die Sünden.“40 Selbst Jesus sagt: „Der Knecht, der den Wil-


37 Lukas, 15,20

38 1. Johannes, 1, 9

39 Matthäus, 18,21

40 Hebräer, 10,26

38

len seines Herrn kennt, sich aber bewusst nicht danach richtet, wird schwer bestraft werden.“41 Aus Erfahrung schreibt Petrus noch klarer für diejenigen, die wieder von der Sünde überwältigt werden: „Denn es wäre ihnen besser, den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt zu haben, als sich, nachdem sie ihn erkannt haben, wieder abzuwenden von dem ihnen überlieferten heiligen Gebot. Es ist ihnen aber nach dem wahren Sprichwort ergangen: `Der Hund kehrt wieder um zu seinem eigenen Gespei und die gewaschene Sau wälzt sich im Kot`“.42

Aus psychologischer Sicht besteht ein großer Unterschied zwischen
Gleichgültigkeit und Missachtung der Gebote Gottes, Verharm-losung und Kompromissen sowie dem täglichen Kampf, die Gebote Gottes zu halten.
Dadurch definieren sich drei Kategorien von Menschen: Atheisten, religiöse Menschen und wiedergeborene Christen. Die Bibel spricht auch von Heiden,Juden und der Gemeinde Gottes.43

Alle Menschen, Christen und Nichtchristen, sollten wissen, dass Gott ein liebender, aber auch ein gerechter Gott ist. „Er lässt sich nicht verspotten“.44

Was unterscheidet Sex in der Ehe und außerhalb der Ehe?

Freiwilliger Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe ist eine rein unverbindliche Befriedigung des biologischen Geschlechtstriebes. Hier kommen zwei Personen auf Zeit zusammen und gehen dann wieder auseinander. Das vom Schöpfer geschaffene Ziel der körperlichen Gemeinschaft wird dabei nicht erreicht. Zwei Beispiele sollen diese Aussage besser verständlich machen.
Außerehelicher Sex kann mit einem pathologischen Prozess verglichen werden und zwar im Sinne der Definition des weltbekannten deutschen Pathologen Rudolph Virchov, der sagt: „Pathologie ist ein physiologischer Prozess,


41 Lukas, 12,47 HfA

42 2. Petrus, 2,22

43 1. Korinther, 10,32 (Erregt keinen Anstoß, weder bei den Juden noch bei den Griechen noch bei der Gemeinde Gottes)

44 Galater, 6,7

39

der sich nicht am richtigen Ort, nicht in der richtigen Zeit und nicht in den richtigen Maßen entwickelt“. Die Zellen eines Tumors wachsen nach den allgemeinen biologischen Gesetzen, aber sie erreichen nie das Ziel des Gewebes, von dem sie abstammen. Als Pathologe weiß der Mitautor, dass die Grenze zwischen der angegebenen Norm und der Pathologie in der falschen Motivation und im unerreichten Ziel eines biologischen Prozesses liegt.
Weiter ist außerehelicher Sex mit einem Feuer zu vergleichen. Man genießt das Feuer solange es im Kamin brennt und unter Kontrolle ist.
Brennt dieses Feuer jedoch nicht an der richtigen Stelle, entsteht bald ein Brand, der zwar gelöscht werden kann, jedoch mit bleibenden Konsequenzen.

Die Motivation der leiblichen Vereinigung in der Ehe ist Ausdruck und Folge eines gesetzmäßigen und verbindlichen Einsgewordenseins. In der Ehe herrscht eine seltsame Mathematik, die lautet 1+1=1. Dadurch erreicht die eheliche sexuelle Gemeinschaft das Ziel, sich einander innerlich und körperlich zu verschenken, einander Freude zu bereiten, die Einheit zu pflegen und die Familienplanung zu erfüllen.

Nur in der Ehe können sexuelle Ausdrucksformen wahrhaftig gelebt und Nähe und Vertrauen, Lust und Liebe sichtbar gemacht werden. Hingegen ist Sex ohne innere Beteiligung eine Technik. Das tun auch die Hunde auf der Strasse, die Prostituierten in Bordellen und die Pornoindustrie am Bildschirm.
Bei ehelichen sexuellen Kontakten ist immer der ganze Mensch beteiligt.

Sexualität ist deshalb mehr als Sex.

Der Unterschied zwischen Geschlechtsverkehr in der Ehe und außerhalb der Ehe besteht in der Motivation und im Ziel der körperlichen Vereinigung (Befriedigung, Liebe, Zeugung).

Was ist mit der Sexualität in so genannt „wilden Ehen“, bei
Geschiedenen, Alleinstehenden und in schlecht funktionierenden Ehen?

Wir wiederholen die Position der Bibel: Das Ziel der Sexualität ist die Einheit zwischen Mann und Frau, nachdem die Voraussetzungen

40

des Schöpfers45 erfüllt worden sind. Die körperliche Gemeinschaft (der Sex) ist nur ein Teil der Sexualität.

Jede andere Art von sexuellen Handlungen nennt die Bibel Sünde.

Die Meinungen vieler christlicher Gemeinschaften unterscheiden sich von der biblischen Position. Gerade auf diesem Gebiet sind Mensch und Kirchen besonders anfällig für Kompromisse mit der biblischen Lehre. Letztendlich geht es um den persönlichen Glauben an Gott und um das Halten seiner Gebote. Das bedeutet, dass das Denken, Benehmen und Handeln im sexuellen Bereich ein entscheidender Test für Christen und eine Herausforderung für Atheisten ist.

Warum gibt es gerade im sexuellen Bereich so viele Verfehlungen?

Der Sexualbereich ist bei weitem nicht der einzige, wo viele Verfehlungen stattfinden. Nachdem der Mensch die Autorität seines Schöpfers verleugnet hat (die Bibel nennt dies Sündenfall), ist der Mensch in zunehmend krankhafte Übertretungen geraten, unter denen er bis heute schwer leidet. Die meisten der technischen und intellektuellen Erfindungen der Menschheit werden missbraucht. Ich denke an Dynamit, Kernenergie, Fernsehen,
Internet etc. Die Kernenergie ermöglicht die Behandlung Krebskranker, gleichzeitig können mit einer Atombombe Millionen von Menschen umgebracht werden. Mit Dynamit können Autobahnen gebaut, aber auch Mitmenschen erschossen werden. Das Fernsehen bringt Interessantes und Lehrreiches, aber auch viel Schmutz und Anstößiges. Dasselbe gilt fürs Internet. Wer entscheidet, wie eine gute Erfindung genutzt wird? selbstverständlich der Mensch.

Die Sexualität ist ein Geschenk Gottes. Die Entscheidung darüber, wie er mit diesem Geschenk umgeht, liegt allein beim Menschen. Deshalb kann die Sexualität das Leben des Menschen bereichern, aber auch ruinieren.

Entscheidend sind die Motive und das Ziel. Die Bibel lehrt, dass sowohl die Motive, als auch das Ziel im sexuellen Bereich vom Schöpfer vorprogrammiert sind. Wenn der Mensch die Autorität Got-


45 Matthäus, 19,4-6

41

tes leugnet, führt dies bald zu einer Umprogrammierung. Laut dem „Allensbacher Institut für Demoskopie“46 befürworten über 65 % der Deutschen eine grundlegende Änderung der Moral. Demnach ist der Mensch, was sein Gewissen betrifft, keiner höheren Autorität verpflichtet, sondern legt selbst fest, was gut und böse, recht und unrecht ist. Darin liegt die Wurzel des Missbrauchs, die die Gottlosigkeit fördert.

Die Verfehlung im sexuellen Bereich beginnt in der Gedankenwelt, bei der Kleidung und im Benehmen des Menschen. Sie steigert sich in Selbstbefriedigung, Unzucht, Ehebruch und wird schnell zur Handelsware (legale Prostitution). Weiter wird die Sexualität gebraucht, um bestimmte Ziele zu erreichen, Vorteile oder Selbstbestätigung zu gewinnen oder soziale und materielle Begünstigungen zu erlangen (versteckte Prostitution). Letztendlich kann dieser Missbrauch eskalieren in unbändige sexuelle Perversität
(Pädophilie, Homosexualität, Sexualverkehr unter Blutsverwandten oder Vergewaltigung, Sodomie etc.). Kein anderes Gebiet im Leben des Menschen wird so vielfach und so grausam missbraucht wie der Sexualbereich. Als Pathologe vergleiche ich die sexuelle Verfehlung mit einer körperlichen Missbildung (Fehlgestaltung eines oder mehrerer Körperorgane) oder einer Krankheit, die eine Funktionseinschränkung und Störung im ganzen Organismus verursacht und die Qualität des Lebens verändern kann. Hinsichtlich der Ursache und der Behandlung besteht zwischen der Verfehlung und der Krankheit große Ähnlichkeit. Die Behandlung der beiden Phänomene benötigt, sowohl medizinisch wie geistlich, unbedingt Einwirkung von außen.

Gott hat uns Menschen das wunderschöne Geschenk der Sexualität gegeben. Der Wille des Spenders war und ist, dass von diesem Geschenk nur in der Ehe Gebrauch gemacht wird. Der Mensch als Empfänger des Geschenkes sollte darauf achten, wie er das Geschenk verwendet, zweckentsprechend oder zweckentfremdet. Er sollte zudem nie vergessen, dem Spender, also Gott, Rechen-schaft abzulegen.


46 Medizin und Ideologie, 3, 2002

42
Die christlichen Religionen unterscheiden sich beim Thema Sexualität.
Warum?

Gott hat die Sexualität geschaffen und die entsprechenden Anweisungen und Gebote in der Bibel festgelegt. Deswegen sollte die Bibel für Christen eigentlich der einzig geltende Maßstab für ihr Sexualleben sein. Was der Mensch jedoch im Laufe der Jahrhunderte aus der biblischen Position im sexuellen Bereich gemacht hat und macht, widerspricht diesem Maßstab.

Wir beschäftigen uns nicht mit spezifischen Lehren, Doktrinen und Überlieferungen der großen und kleineren christlichen Religionen hinsichtlich Sexualität, wie z.B. Zölibat, Mönchtum, Einsiedelei, Homosegnungen, Missbrauch der geistlichen Vollmacht, Fehler und Irrlehren der Religionen, Kompromissen, Familienplanung, Würde der Frau, Rechte des Mannes, etc. Unter dem Deckmantel der Religionen ist viel Unbiblisches geschehen und geschieht immer noch. Das ist der Grund, warum wir dieses Thema nicht im Lichte christlicher Religion betrachten.

Für einen Christen sollte ein einziger Maßstab, sowohl für seinen Glauben, sein Leben, als auch für sein Denken und Handeln, gelten: die Bibel.

Zur Ehelosigkeit des Klerus (Geistlichen) und zu den Laien- Christen
in einigen Religionsgemeinschaften hier eine kurze Stellungnahme. Die Bibel bezeichnet Sexualität als ein Geschenk Gottes und erlaubt Geschlechtsverkehr nur in der Ehe. Sexualität und Ehe gehören als untrennbare Einheit zusammen. Gott zwingt jedoch keinen Menschen zu heiraten. Der Mensch hat die Freiheit zu heiraten oder ehelos zu bleiben. Diese Freiheit setzt aber etwas Entscheidendes und Verhängnisvolles voraus. Sowohl die Ehelosigkeit, als auch die Ehe sind bestimmten geistlichen und sozialen Gesetzen untergeordnet.

Entscheidet sich ein Mensch freiwillig oder auf Grund der Umstände
zur Ehelosigkeit, muss er die Gesetze der Ehelosigkeit halten, d.h. in sexueller Enthaltsamkeit leben. Er hat das Geschenk der körperlichen Intimität freiwillig abgelehnt oder die Umstände fordern von ihm einen Verzicht, manchmal sogar im Rahmen der Ehe. Die Bibel gibt Witwen und Witwern die Freiheit wieder zu heiraten,

43

„denn es ist besser zu heiraten als vor Verlangen zu brennen.“47 Hier ist die biblische Position klar: „Denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten.“48

Wer heiratet, muss die Gesetze der Ehe halten (Liebe, Treue, Einheit, Geduld, leibliche Gemeinschaft, etc.). Das Brechen der Ehegesetze (Ehebruch) nennt die Bibel Sünde.

Der Mensch entscheidet sich demnach ganz persönlich zum Zölibat oder zur Heirat. Freilich gibt es Menschen, die denken, es sei für sie aus praktischen Gründen für das Reich Gottes vorteilhaft, nicht zu heiraten. Doch Christus sagt in keiner Weise die Ehelosigkeit sei der Ehe überlegen. Die Bibel sagt einzig, dass nach der persönlichen Entscheidung die entsprechenden Gesetze in Kraft treten, die gehalten werden müssen.

Dieses Problem ist nicht erst heute aktuell. Bereits vor 2000 Jahren
hat der Apostel Paulus die Christen in Korinth49 ausführlich über die Begriffe „Ledig sein“, „verwitwet“ und „unverheiratet“ (geschieden) informiert und ausgeführt unter welchen Umständen eine erneute Heirat möglich ist.

Wir haben die Maßstäbe der Bibel im sexuellen Bereich
missachtet.

Wie können wir die Ehe trotzdem nach dem Willen Gottes führen?

Mit dieser Frage ist der erste Schritt bereits getan.

Weiter wird empfohlen, die unter Punkt 5 beschriebenen neun Schritte zu studieren und danach zu handeln. Die Liebe Gottes und die Busse des Menschen bringen Bereinigung und Vergebung und sind damit die wichtigsten Voraussetzungen für eine Ehe nach dem Willen Gottes. Gott versichert, dass der Mensch ein neues Leben beginnt, nachdem er Busse getan hat. Zudem verspricht er, das Alte zu vergessen50 und alles neu zu machen.51 Die Bibel berichtet von


47 1. Korinther, 7,9

48 Hebräer, 13,4

49 1. Korinther, 7

50 Hebräer, 10,17

44

drei Prostituierten, die ein neues Leben begannen, nachdem ihnen vergeben wurde.52 König David beging Mord und Ehebruch, tat Busse und erfuhr Vergebung. Er blieb ein Mann nach dem Herzen Gottes. Wir wiederholen erneut die Worte, die Jesus zur Sünderin sprach: „Ich verurteile dich nicht. Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr.“53

Die Menschen sind, was ihre Potenz betrifft, unterschiedlich.
Gelten die biblischen Prinzipien im Sexualbereich trotzdem für alle
gleich?

Von der Biologie wissen wir, dass bei der Befruchtung einmal 10 hoch 600 (d.h. 10 mit 600 Nullen) genetisch verschiedene Kombinationen menschlicher Gametten (Geschlechtszellen) möglich sind. Das bedeutet, dass kein Mensch im Laufe der ganzen Menschheitsgeschichte einem anderen gleich ist (ausgenommen einzellige Zwillinge). Die Unterschiedlichkeit ist ein grundlegendes Prinzip der Schöpfung. Sie betrifft auch die Sexualität. Das betont Jesus bei seiner Stellungnahme zu Ehe, Ehelosigkeit, Ehebruch und Unzucht.54 Er spricht dabei von drei Arten von Menschen, die körperlich nicht heiratsfähig sind. Neben der klaren Aussage dieser Worte zeigen diese Verse auch zwei weitere wichtige Dinge: Erstens, dass die Sexualität ausschließlich in die Ehe gehört und zweitens, dass die Menschen sich auch im sexuellen Bereich unterscheiden.

Jeder Heiratsfähige ist, was die Potenz betrifft, unterschiedlich veranlagt. Davon unabhängig trägt jeder seine Verantwortung. Genau so verhält es sich beim Intellekt. Ob hochbegabt oder wenig begabt, jeder ist vor Gott seiner Begabung gemäß verantwortlich.
„Jedem aber, dem viel gegeben ist – viel wird von ihm verlangt werden.“55


51 Offenbarung, 21,5

52 Josua, 2; Lukas, 7; Johannes, 8

53 Johannes, 8,11

54 Matthäus, 19,4-12

55 Lukas, 12,48

45

Jesus Christus veranschaulicht dieses Prinzip mit dem Gleichnis von den Talenten.56 Der Kampf, den die Beschenkten führen müssen, um mit dem Geschenk nach dem Willen Gottes umzugehen, ist unterschiedlich und für reich Beschenkte viel härter. Ein potenter Mensch steht in größerer Gefahr, sein Leben und das Leben anderer, biologisch, materiell, aber ganz besonders geistlich zu ruinieren und ruinieren zu lassen. Man denke an die sexuelle Unersättlichkeit der russischen Königin Katharina der Grossen, die in der Sodomie endete. Ein bekannter Schauspieler sagte einmal:
„Derjenige ist ein großer Liebhaber, der fähig ist eine Frau lebenslang zu befriedigen und sich von einer Frau sein Leben lang befriedigen zu lassen. Derjenige, der die Frauen oft wechselt, ist kein großer Liebhaber.

Wenn die Sexualität so wichtig ist für die Ehe, was
wird daraus, wenn die Ehepartner nicht mehr sexuell aktiv sein können?

Gott hat den Menschen zur Gemeinschaft geschaffen: zur Gemeinschaft mit dem Schöpfer und dem Mitmenschen. Nach dem Sündenfall ging der Mensch falsche Wege und er ersetzte die Gemeinschaft mit Gott durch andere Autoritäten – bis heute!

Wie schon erwähnt ist die Gemeinschaft die Grundmotivation für die Ehe. Der Mensch heiratet nicht wegen der körperlichen Intimität, sondern um durch die Ehe eine Einheit mit dem Partner zu erreichen. Gottes Absicht für die Ehe war die Einheit zwischen zwei Individuen auf vier Ebenen: geistig, individuell, sozial und sexuell.
In einer Ehe, in der ein geistliches Fundament, individuelle Harmonie
und bestimmte soziale Gegebenheiten fehlen, bringt der Sex kaum Freude und wenig Befriedigung. Er bleibt unvollkommen. Sex schenkt keine Harmonie und Liebe, weder vor der Ehe noch während der Ehe. Deswegen setzt die Intimität in der christlichen Ehe verbindlich eine voreheliche Einheit in geistlichen und individuellen Aspekten voraus. Nachdem diese Einheit zwischen zwei Personen erreicht, Mendelssohns Musik abgeklungen und der Segen des Herrn erbeten ist,


56 Matthäus, 25,14-30

46

folgt die dritte Dimension der Ehe, nämlich der Sex als Krönung und Versiegelung des geistlichen und innerlichen Bundes zweier Personen.
Das sind die Voraussetzungen für eine vollkommene körperliche Gemeinschaft. Die sozialen Faktoren der Ehe sind relative und nicht entscheidende Größen. Sie begleiten die Ehe lebenslang.

Diese vier Dimensionen der ehelichen Einheit sind zeitlich unterschiedlich:
sexuell – solange die Potenz da ist, sozial und individuell – lebenslang, geistlich – mit Ewigkeitswert. Es gibt keine Anweisungen wie lange und wie oft der Geschlechtsverkehr in der Ehe praktiziert werden soll. Ein 84-jähriger Christ und Professor wurde von einer Studentin einmal gefragt: „Herr Professor, sagen Sie mir bitte, wann hört die Freude am Sex auf?“. „Ich weiß es nicht, vielleicht erst nach dem 84. Lebensjahr“, war die Antwort. Die Zeitschrift „Idea“57 berichtete von einem britischen Ehepaar, der Mann 105, die Frau 100 Jahre alt, sie bezeugten, dass sie nach 80 Jahren Ehe „immer noch als Freunde ins Bett gehen“.

Wenn jedoch die körperliche Lust abklingt oder aus bestimmten Gründen die Intimität nicht praktiziert werden kann, wenn sich die sozialen Faktoren verändern, dann bleiben in der christlichen Ehe zwei andere und viel wichtigere Fundamente (geistig und individuell), die für die Stabilität der Ehe sorgen und sie bis zum Ende ermöglichen. Diese zwei Dimensionen sind imstande die täglichen Prüfungen in der Ehe zu überwinden. Dazu eine einfache Wahrheit: „Wenn du nicht fähig bist deine Liebe zum Ehepartner ohne Sex zu beweisen, kannst du es auch mit Sex nicht“. Dazu einige Fragen: Was war meine Motivation für die Ehe gerade mit dieser Person? Worauf bauen wir unsere Ehe? Was sind unsere gemeinsamen Erwartungen an die Ehe? Welche Verantwortung tragen wir mit der Ehe?

Der bewusste Christ kennt die geistlichen Gaben wie Geduld, Enthaltsamkeit, Liebe, Treue, Dank, Verantwortung, etc. Sie sind für jede Ehe ein äußerst wichtiger Stützpunkt. Für bekennende Christen sind Ehe und Intimität etwas Heiliges und alles, was in der Ehe vorkommt, wird an erster Stelle unter den beiden Eheleuten und mit


57 Nr. 23/2005

47

Gott im Vertrauen geteilt. Niemals ist es eine Wechselmünze für Mitchristen, Neugierige und Fernstehende.

Wie steht’s mit Stimulantia für Potenz und Sex?

Viele Menschen sind der Meinung diese Frage sei zu vertraulich. Das ist der Grund, warum auch die christliche Fachliteratur zum Thema „Ehe und Sex“ oft schweigt. Wie schon erwähnt, wird dieses Thema in der Bibel nur aus zwei Gesichtspunkten betrachtet: erstens bezüglich Gottes Plan, die Einheit in der Familie zu fördern, den Verheirateten Freude zu bereiten, Kinder zu zeugen und zweitens bezüglich Missbrauch dieses Geschenkes Gottes.

Was sind Potenz- und Sexstimulantia?

Potenzstimulierende Medikamente (Stimulantia) sind bewusst und gezielt eingesetzte Mittel, die die Sexualfähigkeit erhöhen. Die angebotenen Medikamente sind normalerweise entweder hochtoxische chemische Substanzen (Gifte), die den Organismus vergiften oder Hormone (Östrogene, etc.), die den körperlichen Stoffwechsel negativ beeinflussen und verändern können. In beiden Fällen sind die Nebenwirkungen zu riskant und die Kosten für das Vergnügen zu hoch. Nicht zuletzt werden auch die Qualität der eventuell erreichten Intimität sowie das gegenseitige Vertrauen der Ehepartner angegriffen. Hoch gelobte Medikamente pflanzlicher Herkunft bereichern vor allem die Pharmaindustrie. Christen sollten sich deshalb fragen, ob sie Sex auf Kosten der Gesundheit machen wollen. Dass die Bibel keine Stellung dazu nimmt, ist ein Hinweis, sich nicht damit zu beschäftigen.

Impotenz kann auf anderen Wegen überwunden werden, nämlich mit medizinischer oder seelsorgerlicher Hilfe. Hinweise dazu gibt die am Schluss angegebene Fachliteratur.

Zu der gestellten Frage gehört ein anderes sehr wichtiges Gebiet, und zwar, die bewusste oder unbewusste Stimulierung der Sexlust. Sie ist bei potenten Männern und Frauen unterschiedlich, weil sich Ausgangspunkt und „Auslöser“ der sexuellen Erregung zwischen Mann und Frau unterscheiden. Die Auslöser beim Mann sind der

48

Wichtigkeit nach eingeordnet, das Gehirn, die Augen und die Hormone (die so genannten Träger des männlichen Triebes). Sie beginnen den sexuellen Vorgang, reifen ihn aus und vollenden ihn mit dem Geschlechtsakt (auch Selbstbefriedigung). Mit Recht bezeichnet man das Gehirn und die Augen beim Mann als die wichtigsten Sexualorgane, was bedeutet, dass die anatomischen Geschlechtsorgane nur ein Werkzeug zur Vollbringung des Aktes sind.

Die Wege der sexuellen Erregung bei der Frau haben andere Quellen und einen anderen Verlauf: nämlich Gefühle, Zärtlichkeit, Herz, Liebe. Normalerweise sollten das die erogensten Zonen der Frau sein, doch ist die Realität in der heutigen Welt bei vielen Frauen anders.

Aus diesen biologischen Gegebenheiten der Erregung bei Mann und Frau lassen sich zwei wichtige Punkte ableiten, die nicht nur die eben gestellte Frage, sondern das ganze Thema betreffen:

Erstens: Während der Mann jederzeit für das geschlecht-liche Zusammensein bereit ist, braucht die Frau die emotionale Einstimmung (zeitliche Unterschiede, die in einer Ehe gegenseitig unbedingt berücksichtigt werden müssen).

Zweitens: Der potente Mann ist empfindlich für Sexstimulantia aller Art (Reizmittel, Erregungsmittel). Dazu gehören Pornographie und Erotik, zotige und zweideutige Witze, besonders auch nackte intime Frauenkörperteile (durchsichtige und knappe Kleidung, tief dekolletiert, freier Bauch, kurze Röcke etc.) im Blickfang des Bildschirmes und live auf der Straße. Die Zeitschrift „Idea Spektrum“58 stellt die Frage: „Sex im Fernsehen, Kino, Internet – und dazu noch die Frauen im realen Leben. Hat man als Mann überhaupt eine Chance, rein zu bleiben?“. Mit Recht antwortet ein 18-jähriger Christ: „Eigentlich nicht. Von allen Seiten wird auf einen eingeschossen“. Auf die Frage „Ist es in Ordnung, sich bauchfrei zu kleiden?“ antwortet eine 16- jährige Christin: „Warum nicht?“, während ein junger Christ (21) das „wesentlich Blick ergreifend“ findet.


58 Nr. 30/2004

49

Die Bibel verschweigt diese Schwäche des Menschen nicht, wie die Geschichten mit Josef und der Frau Potifars,59 David und Batseba, 60 und der Weiberei-Sucht Salomos61 zeigen. Mit Recht warnt Gott sein Volk: „Du sollst auch nicht auf Stufen zu meinem Altar hinaufsteigen, damit nicht deine Blöße an ihm aufgedeckt wird.“62
Das sind ernste Worte, die uns auffordern, unsere Verantwortung anderen gegenüber zu prüfen. Jesus bringt das noch klarer zum Ausdruck, wenn er sagt: „Wenn aber jemand einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Anlass zur Sünde gibt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.“63

Die Frau muss wissen, dass ihr Blick, ihre Worte, ihr Benehmen, ihre Kleidung und sogar ihre natürliche Weiblichkeit oder harmlose Lieblichkeit eine große Anziehungskraft ausstrahlen, der ein Mann schwer widerstehen kann. Sich dieser Wirkung auf Männer bewusst zu sein, ist für ein Mädchen äußerst wichtig. Die Gefahr liegt nahe, damit zu spielen und Männer zu verführen. Schon mit der Pubertät zieht das Mädchen bewusst oder unbewusst durch seinen Reiz aber auch mit zusätzlichen Mitteln der Kosmetik, Modetrends und nicht selten auch durch eine falsch eingebildete Reife, die Blicke und die Begierde von Männern auf sich.

Diese natürliche Gegebenheit begleitet die Frau lebenslang. Eine ältere, nicht besonders hübsche und durch Alkohol stimulierte Dame wurde einmal in einer lustigen Gesellschaft gefragt, warum sie dekolletiert und mit einem kurzen Rock gekleidet sei. Ihre Antwort stieß auf Erstaunen: „Um die sinnlichen Gelüste der Männer zu erregen“. Wenn die Hemmungsfunktion des Gehirns nachlässt oder gedämpft ist und das Herz des Menschen nicht von Gott verändert wurde, zeigt sich die Natur des fleischlichen Menschen so, wie sie von Geburt an ist.


59 1. Mose, 39,1-12

60 2. Samuel, 11,2-4

61 1. Könige, 11

62 2. Mose, 20,26

63 Matthäus, 18,6

50

Die Frau besitzt ein angeborenes Bedürfnis nach Gemeinschaft und Geborgenheit, das sie gelegentlich falsche Wege gehen lässt. Zutreffend sagte ein an Aids erkranktes Mädchen: „Sex ist der Preis, den Frauen oft bezahlen müssen um nicht allein zu sein.“64

Jede Frau sollte sich bewusst sein, dass der Mann nicht viel von weiblicher Schüchternheit, Unschuld und Harmlosigkeit versteht! Der Sexualtrieb beherrscht den Mann, macht ihn blind und begleitet ihn bis ins hohe Alter, mindestens in seinen Gedanken und Träumen. Gegen diesen natürlichen Sexualtrieb und die Anziehungskraft der Frau wird ein Mann nie immun. Bestimmte Umstände wie lange sexuelle Enthaltsamkeit, berufliche Herausforderungen, u.a.m. machen den Mann, seltener auch die Frau, besonders anfällig. Ein Kampf, den jeder Mann mit sich selbst führen muss.

Die Überwindung gelingt nur durch ein totales Umdenken, durch Umkehr und Wiedergeburt, durch Inanspruchnahme einer anderen Kraft, die stärker ist, als Trieb und Lust: Hilfe von außen und das täglich, lebenslang. Solche Hilfe bietet die Bibel an.

Ist Sex Privatsache?

Diese Frage kann umgekehrt gestellt werden: Was geht mein Denken und Verhalten im sexuellen Bereich die anderen an?

Im Leben des Menschen gibt es vieles, das als „privat, persönlich und
unantastbar“ gilt. Da wird anderen kaum das Recht gegeben neugierig zu sein oder sich einzumischen. Krankheiten, Misserfolge, Schwächen und Sucht sind solche Dinge, die, zum Teil sogar mit offiziellem Schutz, verheimlicht werden.

Der sexuelle Bereich des Menschen kann und darf jedoch nie eine private Sache einer einzelnen Person sein und zwar aus folgenden Gründen:

1) Im Rahmen einer Ehe betrifft die Intimität nicht nur die beiden Eheleute, sondern hat Auswirkungen auf das Leben und das Klima


64 „IdeaSpektrum, Nr. 20/2005

51

der ganzen Familie. Auch Zeiten sexueller Enthaltsamkeit sind eine gemeinsame Entscheidung der Eheleute.

Die körperliche Gemeinschaft zwischen Ehepartnern ist in einer gut
funktionierenden Ehe eine ganz intime, verborgene Sache, deren Früchte jedoch die ganze Familie beeinflussen. Keine private Sache.

2) Ein Ehebruch betrifft nicht nur die beiden Ehepartner, sondern die Angehörigen und besonders die Kinder. Der Kreis der Betroffenen ist groß und erstreckt sich in weitere Generationen. Was für ein Vorbild sind Väter und Mütter die Ehebruch begehen? Die Wunden in den Kinderherzen bleiben lebenslang.

Begehen Personen des öffentlichen Lebens, Politiker, Geschäftsleute, usw. Ehebruch, dann wird ihr sexuelles Leben (Vergehen) der ganzen Welt bekannt und bleibt in der Geschichte haften (Ex-Präsident Bill Clinton, USA; Prinz Charles, GB).

Sind Christen von diesem Problem betroffen, dann wird neben der Familie und den Angehörigen auch die Gemeinde damit konfrontiert. Um das Problem zu lösen braucht es viel Weisheit, Gebet, brüderliche Liebe und auch Kompromisslosigkeit. Schuldzuweisung und Vorwürfe sind dabei ebenso zu vermeiden wie die falsche Scheu, das Problem beim Namen zu nennen. Also ist Sex in der Ehe keine private Sache.

3) Die Folgen von außerehelichem Sex greifen nicht selten das psychisch-geistige Gebiet der Beteiligten an: Es wird alles getan, um die Tat zu verheimlichen; das Leben wird von einer permanenten Angst (Stress) geprägt, ob das Verborgene irgendwie und irgendwann aufgedeckt wird, dies besonders, wenn eines der Beteiligten nicht schweigen will; es kann auch um Fragen nach Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit oder einer unerwünschten Schwangerschaft gehen und nicht zuletzt um die Angst der Verwicklung einer Drittperson, die Vergeltung oder Rache fordern wird. Viele Unsicherheiten – und das ein Leben lang.

Sehr oft tragen breite Kreise die Folgen von außerehelichem und vorehelichem Sex. So vor allem staatliche, soziale Institutionen (Sozialamt, Kinderheime etc.), wo unerwünschte Kinder als unnötige biologische Last abgegeben werden. In Bulgarien ist diese Zahl vor

52

allem bei den Roma um über 300 % angestiegen. Das sexuelle Vergehen zweier Menschen wirkt sich letztlich auf die gesamte Gesellschaft aus. Die unschuldigen Babys wachsen oft heimatlos auf und kommen nicht selten später in die Kriminalität und Prostitution. So eskaliert Sünde und bedroht und vergiftet über Jahrzehnte das öffentliche Leben.

Freilich hat nicht jedes sexuelle Vergehen solch schwere persönliche und soziale Folgen. Aber ein so genanntes „Happy end“ ist selten. Aus unserer persönlichen langjährigen Erfahrung als Ärzte und gelegentlich als Seelsorger könnten wir viele Beispiele nennen. Im Rahmen einer Freizeit für junge Menschen verlangte ein Mädchen von seinem Freund Sex. Als Christ lehnte der junge Mann ab. Danach forderte die junge Frau einen Freund dieses Mannes auf, mit ihr zu schlafen, was geschah. Kurz danach bekannte uns dieser Freund (der bis zu diesen Tag in Keuschheit gelebt hatte) seine Tat unter Tränen. Ein psychisch-geistiges Drama brach aus. Meine Frau und ich investierten für die drei Betroffenen viel Zeit, durften tief greifende Busse erleben, beten und im Namen des Herrn Vergebung zusprechen. Gott hat diesen Menschen vergeben und sie haben heute viel Freude in zwei glücklichen kinderreichen Familien.65

4) Die anfänglich genannte kurze Statistik kann mit einigen Zahlen erweitert werden. In den USA66 treten jährlich 134’000 Syphilis- und 500’000 Herpes-Neuinfektionen auf; die haupt-sächliche Todesursache bei Frauen innerhalb der Gruppe der sexuell übertragbaren Krankheiten ist nicht Aids, sondern der HPV-Virus, der Gebärmutterkrebs hervorrufen kann. 6000 Frauen sterben in den USA jährlich an dieser Krankheit.
24 Millionen amerikanische Frauen sind bereits mit HPV infiziert; eine Million Amerikaner sind HIV-positiv. Wird diese Statistik auf die ganze Welt erweitert, dann ist sie alarmierend. Die HIV-Infektion wird in über 90 % durch Sex übertragen, also trägt ein sündhafter Lebenswandel zur Ausbreitung einer Epidemie bei, die ganze Familien bedroht.


65 2. Korinther, 5,17

66 J. Dobson, 2003

53

Laut des Zentrums für Seuchenkontrolle (USA) sind 43 Millionen Amerikaner, also fast ein Fünftel der Bevölkerung, mit einer sexuell übertragbaren Krankheit behaftet.

Es sind nicht nur die sexuell übertragbaren Krankheiten, die weltweit zunehmen. Auch die medizinischen Auswirkungen des verfrühten und freien Sexes nehmen zu. Dazu gehören psychisch-geistige Erkrankungen und psychosomatische Verhaltensstörungen bei Kindern, Selbstwertverluste, Traurigkeit, zerstörte Geborgen-heit, Würdelosigkeit, Depressionen, etc.

Eine weitere traurige Statistik zeigt, dass der freie Sex fast verbindlich mit Alkohol, Drogen und Geschlechtskrankheiten Hand in Hand geht. Unter solchen Umständen suchen viele Menschen einen falschen Ausweg im Selbstmord, mit tragischen Spuren für Mitbetroffene und Angehörige!

Auch in dieser Sozialkategorie ist der Sex keine private Sache.

5) Psychologen und Psychotherapeuten bestätigen, dass verfrühter und freier Sex das natürliche Schamgefühl und den Anstand angreift, sie schnell zerstört und die Betroffenen zu Schamlosigkeit, Rücksichtslosigkeit, Verrohung, Unehrlichkeit und Perversion bringen kann. Besonders auffällig ist die Aufforderung zur Nachahmung. Diese Sünde bleibt nie in sich selbst geschlossen. Im Gegenteil, sie eskaliert. Zutreffend sagt die Bibel, dass solche „lassen von der Sünde nicht ab, indem sie ungefestigte Seelen anlocken.“67 Im Alten Testament lesen wir: „Die unzüchtige Frau verleitet ihn durch ihr vieles Überreden, mit ihren glatten Lippen reißt sie ihn fort.“68 Sex ist keine private Sache!

6) Ein Wort zur Prostitution und Homosexualität. Diese Phänomene
begleiten den Menschen in der Geschichte seit eh und je. Besonders in den freien demokratischen Systemen wuchern und eskalieren diese Formen der Sexualität enorm, und dies, weil die so genannten Menschenrechte, die unantastbare Freiheit der Person und das Entscheidungsrecht von Kindheit an, als einziger gesellschaftlicher Maßstab gelten. Theokratie und Diktatur, sowie kleinere gesell-


67 2. Petrus, 2,14

68 Sprüche, 7,21

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schaftliche Einheiten, die auf biblischen Prinzipien gründen (Amishpeople, Puritaner etc.), kennen diese Formen der Sexualität nicht.

Wenn sich in unserem Umfeld Infektionskrankheiten ausbreiten, wie zurzeit die Vogelgrippe, wird sofort versucht, dem Erreger auf die Spur zu kommen und ihn auszuschalten. Prostitution und Homosexualität sind Seuchenquellen, durch die Geschlechtskrankheiten, „gezüchtet“, „gepflegt“ und verbreitet werden. Die medizinische Seite des Paradoxes liegt darin, dass ein sozial-pathologischer Prozess nicht behandelt, sondern geduldet wird. Die Biologie kennt eine solch verkehrte menschliche Philosophie nicht. Das Infektionsgeschwür muss behandelt werden. Geschieht dies nicht und wird die Infektion vom Organismus toleriert, dann kommt das Leben des Organismus schnell zum Stillstand. Vielleicht könnte der hochzivilisierte und „freie“ Mensch von der Biologie etwas lernen!

Es ist paradox, dass die Gesellschaft dieses sexuelle Verhalten toleriert, fördert, als richtig und normal annimmt und gleichzeitig darunter leidet.

Den Betroffenen sind menschliche Werte und biblische Ordnungen fremd. Erwähnt seien die Erotikbordelle, wo der Mensch durch Begierde, Lüste, abartige Handlungen zur Handelsware wird oder Homo- Paraden, wo die Menschenwürde katastrophal zusammenbricht. Was lernt die junge Generation vom moralischen Verfall dieser Menschen?

Auch hier ist Sex keine private Sache.

7) Nicht zuletzt bleibt das sexuelle Leben des Menschen für Gott kein Geheimnis. In einer gut funktionierenden Ehe müssen beide Ehepartner wissen, dass die Sexualität ein Geschenk Gottes ist und dafür dankbar sein. Durch alle anderen Formen des Denkens und Handelns im sexuellen Bereich lädt sich der Mensch Schuld und Sünde auf. Er übernimmt eine Verantwortung vor Gott, für sich selbst, für den Partner/Partnerin, die Nachkommen und die Gesellschaft.

Warum darf Sex keine private Sache sein?

Weil der Mensch im Unterschied zur Tierwelt ein soziales Wesen ist, das auf Gemeinschaft angewiesen ist. Weil zudem die Sexualität

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den Menschen in biologischen, sozialen und sittlichen Aspekten stark prägt und weil der Mensch eine unsterbliche Seele besitzt, die einmal zur Rechenschaft gezogen wird.

Die Sexualität gehört zur menschlichen Natur. Der Mensch entscheidet frei, ob er die Sexualität nach dem Plan Gottes akzeptiert oder ob er Sex und Sexualität trennt und als rein biologischen Trieb gebraucht. Dann ist Sex ein Werkzeug für Vergnügen, eine Handelsware der Pornoindustrie und nicht mehr ein Ausdruck für höchste Intimität zwischen Verheirateten.

Was denken Christen über Sexualität und Sex?

Die Gedanken von Christen zum Thema Sexualität und Sex lassen sich in vier Bereiche zusammenfassen:

1) Einige Christen sehen in der Sexualität etwas Unreines, über das öffentlich und in Kirchen nicht gesprochen wird. Für ganze christliche Denominationen ist das Thema tabu. Sie sehen die Sexualität ausschließlich als Werkzeug zur Kinderzeugung. Körperliche Intimität unter Eheleuten ohne Zeugungsbestimmung bezeichnen sie als Sünde. Solche sexfeindlichen Lehren oder die so genannte „Josephsehe“ gehen auf einige der Kirchenväter (Hieronymus, Augustinus, etc.) zurück. Meine Frau und ich brauchten viel Kraft und grundsätzliche biblische Kenntnisse um diese Irrlehre der Orthodoxie nach unserer Heirat 1970 zu überwinden und die Bibel als einzigen Maßstab für unser Eheleben anzunehmen. Eine Erfahrung, die wir dem Leser gerne weitergeben.

Wir zitieren dazu die Chefredaktorin der christlichen Zeitschrift „Ethos“, Yvonne Schwengeler, die in ihrem „Ratgeber Ehe“69 schrieb: „Wer Sexualität als etwas Schmutziges ansieht, wird gehemmt und verklemmt sein. Dieses Denken ist letztlich eine Beleidigung Gottes. Wenn Sexualität entartet, entspringt dies nicht der Absicht des Schöpfers. Er stellte sie in den Rahmen der Ehe. In ihr wird sie, wenn beide Eheleute sich dem andern verschenken wollen, die


69 „Ratgeber Ehe“, 1998, Seite 81 56 Brücke zum Du, zur Krönung der Liebe“. Eine zutreffende Beschreibung des Unterschiedes zwischen Sexualität und Sex.

Die Bibel bestätigt die Sexualität als Geschenk Gottes: „Erfreue dich an der Frau deiner Jugend… ihre Brüste sollen dich berauschen jederzeit, in ihrer Liebe sollst du taumeln immerdar.70“ Weiter lehrt die Bibel: „Der Mann leiste der Frau die eheliche Pflicht, ebenso aber auch die Frau dem Mann. Die Frau verfügt nicht über ihren eigenen Leib, sondern der Mann; ebenso aber verfügt auch der Mann nicht über seinen eigenen Leib, sondern die Frau. Entzieht euch einander nicht…“71. „Ein Fleisch werden“72 bedeutet eine ganze körperliche Identifikation, d.h. sexuelle Intimität. Jesus bestätigt: „Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“73 In all diesen Bibelversen ist keine Rede von Kinderzeugung. Auch die Kirche darf dem nichts hinzufügen!

1) Diese erste Kategorie von Christen hat nicht genügend biblische Kenntnisse, um ihr Anrecht auf Sexualität in ihren Ehen in Anspruch zu nehmen.

Zu dieser Gruppe zählen zudem Menschen (vor allem Frauen), die infolge negativer Erfahrungen (Missbrauch, unglückliche Ehe, etc.) in Frigidität, Angst, Abneigung und sogar Hass geraten, wenn Sexualität thematisiert wird. Solche Menschen sollten seelsorgerliche und medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

2) Die zweite Kategorie von Christen kennt die Bibel, nimmt jedoch die biblische Lehre hinsichtlich Sexualität und Ehe nicht ernst, sondern vermischt sie mit der eigenen Meinung und verwässert sie mit weltlichen Ansichten. Die Worte Gottes werden entweder in Frage gestellt, absichtlich missachtet oder falsch ausgelegt. Das Fazit sind Kompromisse, Toleranz und Verharmlosung des eigenen Denkens und Handelns im geistlichen Aspekt. Die Theologie nennt dies: „Zwei Herren dienen“74 oder „Mehrere Autoritäten besitzen“. Die


70 Sprüche, 5,18-19

71 1. Korinther, 7,3-5

72 1. Mose, 2,24

73 Markus, 10,9

74 Matthäus, 6,24

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Welt hat dafür zwei treffende Sprichwörter: „Wer nach zwei Hasen jagt, fängt keinen.“ oder „Man kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen.“

Wir haben dazu im Abschnitt „Wie steht’s mit den Stimulantia für Potenz und Sex?“ Stellung genommen und empfehlen „Idea Spektrum“ (Wetzlar). Das christliche Magazin thematisiert diese Problematik seit Jahren und veröffentlicht traurige Statistiken von zunehmenden Ehebrüchen, Ehescheidungen, Untreue, Homosegnungen, Porno-Sucht u.a. und zwar in christlichen Kreisen, wo die Bibel nicht unbekannt ist.

Biblische Kenntnisse allein machen den Menschen weder selig noch garantieren sie ihm eine glückliche Ehe. Sonst wären alle Theologen im Reich Gottes und die sieben „Wehe“, die der Herr Jesus den Theologen weitergab75, nichts wert. Auch die „Divina Comedia“ von Dante Alighieri (1321) wäre nie erschienen und das mittelalterliche Christentum hätte keine Reformation gebraucht.

Für Christen ist die Erkenntnis wichtig, dass Bibelkenntnisse, also das Wort Gottes „nicht leer zu mir zurückkehren wird, sondern es wird …ausführen, wozu ich es gesandt habe.“76 Das Wort Gottes bringt entweder Seligkeit oder Gericht. Was, das entscheidet der Mensch selbst. Jesus gibt dazu eine sachliche und ganz deutliche Erklärung: „Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag.“77

Der christliche Glaube hat ein einziges Fundament. Er beruht auf der persönlichen Gemeinschaft zwischen diesem Fundament, das die Quelle des Glaubens ist, nämlich Jesus Christus und dem Träger des Glaubens, dem bewussten, wiedergeborenen Christen. Das ist die Beziehung zwischen dem Bräutigam (Jesus Christus) und der Braut (seiner Gemeinde)78. Gott duldet keine dritte Person zwischen sich und dem Menschen.79 Glaube wird zur Religion, wenn andere zusätz-


75 Matthäus, 23,13-36

76 Jesaja, 55,11

77 Johannes, 12,48

78 Offenbarung, 21,9

79 Jesaja, 42,8

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liche Autoritäten gelten und der Mensch danach lebt. Durch Religiosität erreicht keiner das ewige Leben!

Die von Gott geschaffene Ehe sollte ein Abbild, eine einzigartige Widerspiegelung, eine Präsentation der großen biblischen Wahrheit – Jesus und seine Gemeinde – sein. Diese Wahrheit kennt keinen Liberalismus und keinen Vermittler. Die Intimität zwischen Ehemann und Ehefrau als Einheit duldet keinen Liberalismus, keine Untreue, keinen Vermittler und keine zusätzlichen Autoritäten.

3) Die dritte Kategorie von Christen kennt die Bibel sehr gut und bemüht sich auch im sexuellen Bereich nach dem Wort Gottes zu leben. Diese Kategorie besitzt die persönliche Gewissheit, dass ihr Christsein und ihre Gerechtigkeit nicht gefährdet werden können, dass es unmöglich ist, irgendwann abzufallen und dass nichts sie je aus der Hand Christi und von der Liebe Gottes scheiden kann. Diese Christen gründen ihre Gewissheit auf Gottes Wort und zwar auf die Zusage von Jesus: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen“.80

Diese feste Gewissheit für das ewige Leben ist etwas sehr positives
für jeden Christen, weil sich im Vertrauen auf Gott auch schwierige
Zeiten überwinden lassen.

Solche Christen wollen wir keinesfalls entmutigen, wenn wir uns auf Grund der Wuppertaler Studienbibel81 und der John Mac Arthur Studien-Bibel82 einige Gedanken über die oben genannten Worte Jesu machen. Jesus schenkt Christen eine gewaltige Ermutigung, wenn er sagt, dass niemand imstande ist, sie aus seiner Hand zu reißen. Dazu sind folgende Grundgedanken zu beachten:

Erstens: Die Sicherheit der Schafe Jesu beruht auf ihm, dem guten Hirten, der die Macht hat, sie vor Angriffen zu bewahren. Weder Diebe und Räuber,83 noch der Wolf84 kann ihnen schaden.
Paulus


80 Johannes, 10,27-28

81 1989, S. 324

82 Schlachter Version 2000, S. 1514

83 Johannes, 10,8

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erweitert den Begriff „niemand“ wenn er schreibt: „Weder Tod, noch Leben, weder Engel noch Gewalten… noch Mächte, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf können uns scheiden“ 85 von dem guten Hirten, weil „unser Leben verborgen ist mit Christus in Gott“86. Letztlich steht der Vater87 hinter der Sicherheit der Schafe. Niemand kann etwas von Gott rauben, weil er in seiner Souveränität alle Dinge unter Kontrolle hat. Weder im Alten Testament noch im Neuen Testament gibt es deshalb eine festere Aussage über die absolute, ewige Sicherheit eines jeden wirklichen Christen. Christen sind von einer doppelten Hand (des Vaters und des Sohnes Gottes) gehalten. Gott tut also seinen Teil für
unser ewiges Leben treu und vollkommen.

Aber beachten wir: Jesus hat nur von „herausreißen“ gesprochen und gesagt, dass dies unmöglich sei. Wohl aber können wir uns selbst aus seiner Hand lösen. Wir sind nicht mechanisch, willenlos oder gar gegen unseren Willen in ihr festgehalten. Der Mensch besitzt einen freien Willen und kann frei entscheiden, ob er an die Hand Jesu gebunden bleibt oder sich von ihr löst. Gott mischt sich weder in das Selbstbestimmungsrecht des Menschen ein, noch bewahrt er ihn vor falschen Entscheidungen. Gott schlägt vor, der Mensch wählt. „Siehe, ich habe dir heute vorgelegt, das Leben und das Gute, den Tod und das Böse.“88 Diese freie Entscheidung ist das größte Geschenk Gottes. Er zwingt keinen; das Reich Gottes ist nur für Freiwillige da. Allerdings beeinflussen die fleischliche Natur und die äußeren Umstände diese freiwillige Entscheidung gewaltig. Wegen ihr ist der Mensch auf einem Schlachtfeld zwischen Gut und Böse. Wer mehr über diesen bitteren Kampf erfahren will, lese im Römerbrief Kapitel 7, die Verse 16-25 und bedenke, dass Paulus ein auserwählter Mann Gottes
war!


84 Johannes, 10,12

85 Römer, 8,38-39

86 Kolosser, 3,3

87 Johannes, 10,29

88 5. Mose, 30,15

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Die Bibel ist voller Beispiele von Männern Gottes, die vom Selbstbestimmungsrecht Gebrauch machten, sich aus der Hand Gottes lösten und seinen Willen im sexuellen Bereich missachteten. Wir nennen nur drei: David, Salomo und Simson. Alle drei hatte Gott auserwählt, gesalbt, geleitet, reich beschenkt, an die Spitze seines Volkes gestellt und bewahrt. Ihren freien Willen aber tastete Gott nicht an. Sie wurden nicht durch die äußeren Umstände aus der Hand Gottes gerissen. Nein, hier waren sie siegreiche Kämpfer, mächtige Herrscher, unübertroffene weltbekannte Weise und Politiker, besaßen übermenschliche körperliche Kräfte. Aber der sexuellen Versuchung konnten sie nicht widerstehen und sie fielen und zerbrachen aufgrund ihrer persönlichen Entscheidung. Ein weiteres Beispiel ist die sexuelle Schandtat des Stammes Benjamin, einem Volk Gottes.89 Die beiden Söhne Elis trieben als Priester Unzucht mit den Frauen, „die am Eingang des Zeltes der Begegnung (der Kirche) Dienst taten.“90 Erwähnt seien auch die beiden Jünger Jesu, Judas und Petrus. Judas wurde zu Jesu Verräter und Petrus verleugnete seinen Meister. Beide erlebten im Laufe von drei Jahren genug Bewahrung, erhielten Kenntnisse, machten Erfahrungen und spürten die Leitung. Nach der Gefangennahme Jesu „verließen ihn alle und flohen.“91

Nehmen wir das aussagekräftigste Beispiel der Bibel: Die ersten Menschen, Adam und Eva. Direkt von Gott geschaffen lebten sie in der engsten Gemeinschaft mit ihm in Eden, waren geborgen und bestens versorgt, beschenkt mit Intelligenz, Vollmacht und Rechten. Mit ungetrübten Augen genossen sie die wunderbare Schöpfung Gottes und herrschten über sie. Der Begriff „Sünde“ war ein Fremdwort und die beiden waren biologisch und geistlich unsterblich. Ihre menschliche Natur war vollkommen, ein direktes Abbild Gottes. Sie wussten nichts vom Kampf mit sich selbst und dem Bösen. Gott schenkte ihnen etwas Wunderbares, die persönliche Freiheit und freie Willensentscheidung, also das, was wir auch heute noch besitzen. Unter solch herrlichen Umständen lebten Adam und Eva. Sie hatten die


89 Richter, 19

90 1. Samuel, 2,22

91 Markus, 14,50

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allerbesten Voraussetzungen nie aus der Hand Gottes herausge-rissen zu werden. Mathematisch ausgedrückt besaß ihr ewiges Leben 99- prozentige Sicherheit. Wir wissen, was geschah… Und warum? Weil sie mit der Missachtung des einzigen Gebotes Gottes ihre Freiheit willentlich missbrauchten. Ein winziges Prozent brachte den totalen und schrecklichen Zusammenbruch: Persönlich,
aber auch weltgeschichtlich. Die Folgen sind bis heute spürbar!

Im Beginn, in der Entwicklung und in der Vollendung des Sündenfalls
liegt etwas Merkwürdiges: Hier sind die Augen, die Lust und die Begierde im Spiel.92 Die sexuelle Versündigung geht buchstäblich den gleichen Weg.

Eine kleine, logische Frage: Wenn diese zwei von Gott geschaffenen, vollkommenen Menschen die Gnade Gottes verspielt haben und sich freiwillig von Gott loslösten, wie stehen meine Chancen, das geschenkte ewige Leben zu behalten? Die heutigen Umstände sind viel schlimmer als die damaligen in Eden!

Gott kennt das Herz des Menschen93 und er weiß, dass seine Auserwählten gefährdet sind. „Und wenn sich ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit abwendet und Unrecht tut…“94. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn95 bestätigt: Er hatte alles, was er brauchte, war von Liebe, Sicherheit und Geborgenheit umgeben. Wer hätte gedacht, dass er sich willentlich von seinem Vater trennen würde? Jesus gibt der Menschheit besonders im zweiten Teil des Gleichnisses eine gewaltige Botschaft.

Deswegen sorgt Gott aus Liebe zum Menschen für seine moralische
Identität.

Wie? Indem er seine Nachfolger warnt aufzupassen und wach zu bleiben. „Daher, wer zu stehen meint, sehe zu, dass er nicht falle.96“ „Wacht nun und betet zu aller Zeit.97


92 1. Mose, 3,6

93 1. Mose, 28,21

94 Hesekiel, 3,20

95 Lukas, 15,11-32

96 1. Korinther, 10,12

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Indem er die Seinen prüft. Dienst, Prüfung, Kampf und Bewährung gehören zusammen. Die Bibel bezeichnet den Kampf im Bereich der fleischlichen Begierde als besonders hart und anfällig für die Sünde98. Nur der bewährte Christ wird ein Kämpfer, der die Zusage Jesu erkennt und in Anspruch nimmt „… und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.“99 Tausende von Märtyrern damals und heute sind ein Zeugnis dafür.

Indem Gott die Seinen ausrüstet, gibt er ihnen Kraft, Prüfungen zu ertragen und lässt nicht zu, dass sie über ihr Vermögen versucht werden. 100

Durch diese dreiteilige Strategie formt Gott Treue, Charakter und Hingabe des Christen. Erst dann fordert er ihn auf, von der herrlichen Zusage Jesu in Johannes 10,28 Gebrauch zu machen. Christen tragen infolge dessen auch die Verantwortung Gottes großer Liebe gegenüber.

Auch die Eltern-Kind-Beziehung im täglichen Leben bestätigt diese biblische Wahrheit. Eltern tun alles Notwendige, damit ihr Kind bewahrt, beschützt, gesund und geborgen aufwachsen kann. Letztlich entscheidet jedoch der junge Erwachsene selbst, was ihm die Liebe seiner Eltern bedeutet, wann er mit Sex beginnt oder wann er sich von seinen Eltern löst.101 Christliche Eltern wünschen sich innig, dass ihr Kind sich für Jesus entscheidet und den Weg mit ihm geht. In der Überzeugung, dass dieser Weg für ihr Kind der beste ist, tun sie ihr Bestes. Trotzdem liegt die Entscheidung letztendlich beim Kind! Es hat dieses Recht, diese Freiheit, genau wie der Erwachsene in seiner Beziehung zu Gott.

Dazu ein Beispiel: In Krankenhäuser werden oft schwerkranke Patienten eingeliefert, deren Überleben von einer Operation abhängig ist. Aus gesetzlichen Gründen muss jeder Patient einer Operation


97 Lukas, 21,36

98 Jakobus, 1,14+15

99 Johannes, 10,28

100 1. Korinther, 10,13

101 Lukas, 15

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schriftlich zustimmen. Die Infrastruktur zur Rettung des Patienten ist also vorhanden (Ärzte, Medikamente, Betreuung etc.). Die persönliche Entscheidung, von diesem Angebot Gebrauch zu machen und zu leben oder das Angebot abzulehnen und zu sterben, liegt allein beim Patienten.

Genauso wie der Patient in unseren Augen falsch handelt, wenn er die Operation ablehnt, genauso handeln Menschen in Gottes Augen, wenn sie durch ihre persönliche Entscheidung seine rettende Hilfe und damit ewiges Leben ablehnen! Es gibt solche Menschen, und nicht wenige!

4) Die vierte Kategorie von Christen kennt Gottes Gebote, seinen Willen und die richtigen Wege, um ihr sexuelles Leben zu gestalten.

Das Thema „Sexualität und Sex“ in Schlagzeilen (Zusammenfassung)

Die Bibel lehrt:

1) Die Sexualität ist ein Geschenk Gottes und dient der Förderung der Einheit zwischen den Ehepartnern. Die Sexualität als Sammelbegriff und der Sex als körperliche Intimität bilden eine Einheit. Der Schöpfer hat sie ausschließlich für die heterosexuelle Ehe bestimmt. Die Kinderzeugung ist eine Sache der Familienplanung.

2) Der Mensch besitzt die Freiheit, entweder von der Sexualität als Geschenk Gottes Gebrauch zu machen und zu heiraten, oder ehelos zu bleiben, um anderen Prioritäten in seinem Leben zu folgen. Die getroffene Entscheidung gilt vor Gott als persönliche Pflicht (Gelübde) und wird für die entsprechende Person zum geistlichen Gesetz.

3) Die Bibel verurteilt vor- und außereheliche sexuelle Beziehungen
sowie sämtliche entartete Formen sexueller Handlungen (Selbst-befriedigung, wilde Ehe, Homosexualität, Pädophilie, Vergewaltigung, Promiskuität, Prostitution, Pornografie, Sodomie etc.) kompromisslos als Sünde. Das Wort Gottes warnt den Menschen ernsthaft und inständig vor sexuellen Verfehlungen.

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4) Jedem Menschen, der die Gesetze im sexuellen Bereich gebrochen und sich versündigt hat, bietet Gott Vergebung und ein neues Leben an. Der einzige Weg heißt „Busse“. Die geschenkte Vergebung verdankt der Mensch der Liebe und der Gnade Gottes. Die Bibel zeigt den Weg zu einem neuen Leben.

5) Sowohl die körperliche Intimität (der Sex) als Ausdruck der Sexualität zwischen Ehemann und Ehefrau, als auch die vielen unter Punkt 3 erwähnten Formen des Sexualtriebes, sind keine Privatsache. Vom sexuellen Verhältnis zweier Personen werden früher oder später mehrere Menschen betroffen, beeinflusst und mit entsprechenden Folgen beladen. Die Konsequenzen sexueller Vergehen werden auf verschiedene Weise persönlich, aber auch von Generationen, getragen.

6) Auf sexueller Ebene sind beide Geschlechter, besonders die Männer, durch Benehmen, Handeln, Blicke, Worte und Kleidung herausgefordert. Frauen sollten sich ihrer diesbezüglichen Verantwortung bewusst sein. Sowohl Männer wie Frauen tragen vor Gott eine große Verantwortung für sich selbst und für das andere Geschlecht.

7) Im Bereich von Sexualität und Sex gibt es einige Unterschiede zwischen der Bibel und den Religionen. Als Christen sollten wir unbedingt wissen, was Gott über dieses Thema denkt, warum er die Sexualität geschaffen hat, welche Anweisungen er dazu gibt und was das für uns persönlich, als Eheleute, Eltern, Grosseltern, Ärzte und Seelsorger bedeutet. Die einzige Quelle einer direkten und genauen Information Gottes ist sein Wort, die Bibel. Jesus sagt darüber: „Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen.“102


102 Johannes, 5,24

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Nachwort

Allgemeines

Wir empfehlen allen Lesern, die ihr Leben im sexuellen Bereich nach biblischen Maßstäben führen wollen, das Literaturverzeichnis zum Thema „Sexualität-Sex-Ehe“. Die Bücher erlauben die spezifische Auseinandersetzung mit dem Thema. Besonders hilfreich erscheinen uns die Erfahrungen der Autoren in medizinischen, sozialen und seelsorgerlichen Aspekten, sowie die Ratschläge im Bereich der Familienplanung, Kindererziehung, Empfängnisverhütung sowie bei Eheproblemen.

Praktische Ratschläge für alle, denen christliche Werte
nicht fremd sind:

1) Was die Bibel über Sexualität und Sex lehrt will den Menschen nicht begrenzen, sondern ihn vor Gefahr (Schuldgefühle, uneheliche Kinder, Abtreibungen, Geschlechtskrankheiten etc.) warnen. Das ist ein Zeichen von Gottes Liebe zum Menschen.

2) Der freie Sex verlangt nach immer neuen Erregungsquellen. Er wird zur Sucht, lässt sich an den üblichen Formen nicht mehr genügen und endet in sexueller Perversion (Ehebruch, Unzucht, Homosexualität).

3) Mit den ersten sexuellen Kontakten wird der Mensch sexuell programmiert (visuell etc.). Umprogrammieren fällt nicht leicht, sondern setzt verbindliches Umdenken voraus, was nur durch neue Werte möglich ist.

4) Die Quellen für sexuelle Erregung sind bei Mann und Frau unterschiedlich. Auslöser sind beim Mann das Gehirn, die Augen, die Hormone; bei der Frau – Zärtlichkeit, Geborgenheit, Geschenke. Besonders starke Anziehungspunkte für den Mann sind das Gesicht, die Brust, der Po. Für die meisten Frauen ist das kein Geheimnis, aber sie sind sich ihrer eigentlichen Wirkung oft zuwenig bewusst. Paulus war ein gewaltiges Werkzeug Gottes und der größte Missionar aller Zeiten. Er schien aber auch ein guter Psychologe und Kenner der menschlichen Natur zu sein als er die Bestimmung der Frau

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im Gemeindeleben thematisierte.103 Einige dieser Aussagen werden
heute übersehen.

5) Die Frau zieht Männerblicke unbewusst auf sich. Was weiter daraus entsteht, liegt sehr wohl an der Frau (Kleidung, Blicke, Worte, Prioritäten, Ziele etc.). Frauen können sich vor Gott schuldig machen, wenn sie ihre Reize offen ausspielen und so den Mann erregen und verwirren.

6) Wenn der Freund/die Freundin vor der Heirat oder in der Verlobungszeit Sex oder Petting verlangt, lässt das an echter Liebe zweifeln. Vor- und außerehelicher Sex hat nur mit Trieb und nicht mit Liebe zu tun. Liebe ist viel mehr als Sex. Was man oft als Liebe bezeichnet und mit Verliebtheit verwechselt, ist in Wirklichkeit eine rein hormonelle Angelegenheit. Wer sich vor der Ehe nicht enthalten kann, wird dies auch in der Ehe schwer tun können. „Liebe ist Geduld“ schreibt P. Segal, „Sex ist Ungeduld“. Die Zeit der Verliebtheit und der Freundschaft muss eine Zeit des Kennenlernens und Wachsens in der Liebe sein. Wahre Liebe kennt keinen außerehelichen Sex. Vorehelicher Sex macht die Flitterwochen überflüssig.

7) Denken, Benehmen und Handeln im sexuellen Bereich ist ein besonders wichtiger Test und Prüfstein für den Christen. Die Bibel macht unmissverständlich klar, dass der richtige Platz für Sex die Ehe ist. Dass heute viele anders denken und Kompromisse eingehen, sollte kein Grund zur Nachahmung sein. Der Christ hält ganz an der Lehre der Bibel fest, stellt sie nicht in Frage, kämpft gegen den Zeitgeist und spielt nicht mit seiner Beziehung zu Gott.

8) Sexualität ist nicht nur ein körperlicher Vorgang, sondern ein tiefgehendes Geschehen, das den ganzen Menschen umfasst – Wille, Gedanken, Gefühle – um damit dem Partner Respekt, Wertschätzung, Liebe und Freude entgegenzubringen und eine vollkommene Einheit mit ihm zu erreichen.
Die Sexualität ist also ein Mittel, um das Wohl des anderen zu suchen und ihm Zuneigung und Wertschätzung auszudrücken. Der Schöpfer hat sie nur für die Ehe bestimmt, um Ehemann und Ehefrau Eins zu machen, einander zu „erkennen“ und sich gegenseitig zu identifizieren.


103 1. Korinther, 14,34-35 und 1. Timotheus, 2,11-12

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Sex ist nur ein Teil der Sexualität, wird er von ihr getrennt, verbleibt nur der Trieb. Sinnerfüllte Sexualität begleitet die ganzheitliche Beziehung der Eheleute auch in den Zeiten, wo körperliche Gemeinschaft nicht möglich oder abgeklungen ist.

9) Weder durch körperliche Reize, sexuelle Handlungen, noch durch Sex kann Liebe oder Freundschaft wieder gewonnen werden. Sonst wären Prostituierte die am meisten mit Liebe beschenkten Personen. Die Geschichte zeigt jedoch, dass mit dem Geschlechtsakt allein der fleischliche Trieb befriedigt wird. Danach folgen Gleichgültigkeit, Vergessen sein, ja sogar Hass.104
Die Boulevardsprache spricht brutal von der gebrauchten Frau (Mann), die wie eine gelesene Tageszeitung nutzlos weggeworfen wird.

10) Oft werden junge Christen von Schuldgefühl, Ratlosigkeit, Minderwertigkeit und falscher Realitätswahrnehmung geplagt, nachdem sie auf irgendeine Weise mit dem Sexualbereich konfrontiert wurden. Für solche Menschen sind unsere weiteren vertraulichen Gedanken bestimmt.

Seelsorgerliche Gedanken

Therapeuten und Seelsorger dürfen sich nicht mit der gestellten Diagnose begnügen. Sowohl in der Medizin, als auch im geistlichen Bereich, muss geklärt werden, was es bedeutet „gesund, nach dem Gesetz des Schöpfers zu leben“. Ist eine Krankheit da, muss die Ursache (Ethologie) gesucht, die richtige Diagnose gestellt und die notwendige Behandlung angeordnet werden. Zum Schluss wird der Patient über die entsprechende Prophylaxe und die Pflege der wieder gewonnenen Gesundheit informiert.                                           Diese Schritte verpflichten uns dem Thema treu zu bleiben. Wir schließen deshalb mit einer zusammenfassenden Stellungnahme zu einigen wichtigen Fragen:

Ist die biblische Lehre im Bereich „Sexualität und Sex“ eine Herausforderung für mich? Wenn „Ja“, wie gelingt es mir, diese Unterschiede, Auseinandersetzungen oder vielleicht auch Widersprüche


104 2. Samuel, 13,15

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zwischen der Bibel und mir zu lösen? Wo stehe ich? Ist dieses Thema ein Test für mein Christsein? Wo und wie finde ich einen guten Beistand?

Wir gehen davon aus, dass diese Fragen für Christen aktuell und wichtig sind. Deswegen richtet sich unsere Antwort vor allem an Christen, die die Bibel kennen. Wir meinen, dass es junge Christen gibt, welche die Liebe und die Führung Gottes in ihrem persönlichen Leben erfahren möchten. Diesen jungen Menschen sagen wir in aller Liebe, dass die Sexualität das Leben entweder bereichert oder zerstört.

Diese biblische Wahrheit und Lebenserfahrung in Jahrtausenden gilt auch für alle anderen Geschenke und Begabungen, die Gott den Menschen anvertraut: Gesundheit, Geld, Macht, Zeit, Reichtum, Intelligenz, etc. Was also im Bereich der Sexualität über Bereicherung und Zerstörung geschrieben wird, betrifft im Grunde genommen auch alle anderen Gottesgaben.

Von der Bibel lernen wir, dass der Umgang mit Gottes Geschenken und Begabungen mit dem Glauben an den wahren Gott zusammenhängt und ein lebenslanger Kampf ist. In diesem Kampf entscheidet sich, ob die Geschenke und Begabungen ein Segen und eine Bereicherung oder ein Fluch und eine Zerstörung für den Menschen sind. Im Mittelpunkt steht der Wille des Menschen.

Der Weg des Segens und der Bereicherung ist der natürliche und der einfache Weg. Er entspricht dem Plan des Schöpfers. Gott will, dass durch die Sexualität zwei Menschen als Eheleute eine Einheit werden, Freude erleben, glücklich sind und Nachkommen zeugen. Jeder, der von der Sexualität als Geschenk Gottes Gebrauch macht, darf den Weg der Bereicherung gehen. Dieser biblische Weg führt jedoch einzig und allein in die Ehe von Mann und Frau.

Der Weg des Fluchs und der Zerstörung beginnt mit der Trennung von Sexualität und Sex. Sex, der die Ehe „ausschaltet“ und sie „missachtet“, wird zum Trieb und baut eine umfangreiche Strategie auf, um den Menschen zu beherrschen und zu zerstören. Wir müssen

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uns dieser Gefahr bewusst sein, um erfolgreich dagegen zu kämpfen,
genau wie bei der erfolgreichen Behandlung einer Krankheit. Das Wort Gottes schildert die Gefahr sehr zutreffend in 1. Mose, 3, 1-6. Eine traurige Geschichte, die uns viel lehrt.

Die Versündigung beginnt in der Gedankenwelt (Bedenken, Neugier, Wertlosigkeit, Stolz, Ablehnung der Autorität des Schöpfers), es folgen die Augen (Lust) und das Fleisch (Begehrlichkeit).

Das Kennen dieser Strategie gibt dem Christen das große Vorrecht, die aufgetauchten sexuellen Gedanken durch Gegengedanken zu bekämpfen. Dabei kann es hilfreich sein, sich Gedanken über den Glauben, das persönliche Christsein, über die Person, das Leben und das Werk Jesu zu machen. Aber auch über die Bekehrung, den damit verbundenen Auftrag, die Pflicht, die Verantwortung und die Rechenschaft, die Christen tragen. Widerstand zu leisten kostet nicht Mühe, sondern guten Willen. Dazu schreibt Jakobus:
„Widersteht dem Teufel! Und er wird von euch fliehen.“105 Psychologen und Seelsorger bestätigen, dass es vielen Menschen nicht leicht fällt, ihre Gedankenwelt zu kontrollieren. So beginnen Depressionen. Der Kampf in der Gedankenwelt ist etwas Natürliches und keine Sünde und er begleitet Christen ein Leben lang.

Die Sünde beginnt dann, wenn die Augen und das Fleisch eingeschaltet und die Gedanken zu Träumen werden, wenn diesen Gedanken Zeit und Raum eingeräumt und sie genossen werden. Deshalb sagt Jesus: „Jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren, hat schon Ehebruch (also Sünde) mit ihr begangen in seinem Herzen.“106 Gegen Lust und Begehrlichkeit zu kämpfen erfordert nicht nur einen starken Willen, sondern auch Kraft von außen (von Gott), genauso wie die Behandlung einer Krankheit im fortgeschrittenen Stadium (Medikamente, Operation). In diesem Stadium ist der Teufel direkt im Spiel und er versucht an der Tür des menschlichen Herzens Fuß zu fassen.

Die Augen von erotischen Bildern oder nackten Körperteilen abzulenken und der schamlosen Reizflut an sexuell provozierender und


105 Jakobus, 4,7

106 Matthäus, 5,28

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verführender Anmache zu widerstehen braucht göttliche Kraft und einen starken Willen. Mit Recht sagt ein Weiser: „Bewahre deine Augen, dann wird dein Herz bewahrt bleiben.“ Männer wissen, dass Enthaltsamkeit und die Bekämpfung der Geschlechtshormone enorme Kraft kosten können und einen starken Glauben an Gott verlangen. Ein würdevolles Nein zu vorehelichem, außerehelichem Sex oder einer „harmlosen Liebesbeziehung“ braucht Weisheit, Treue, Mut und Gottvertrauen. Der Widerstand gegen den Zwang der Welt: „Alle tun es“ ist zweifelsohne schwer, aber lohnenswert.

Einige praktische Tipps, wie dieser harte Kampf gegen sich selbst und die äußeren Umstände erfolgreich geführt werden kann:

Dieser Kampf gehört zum Christ sein. Die Bibel lehrt, dass jeder Christ auf vielerlei Weise angegriffen, geprüft und getestet wird. Jesus sagt:
„Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen.“107 Mit „sie“ ist sowohl Satan, als auch die Welt und die unveränderte menschliche Natur gemeint. Diese Lehre wird heute in vielen christlichen Gemeinden und Kirchen weder gepredigt noch gern gehört. Der bewusste Christ weiß jedoch, dass „Der Herr den Gerechten prüft.“108 Christen beten deshalb:
„Prüfe mich, Gott, und erkenne meine Gedanken“.109 Sie freuen sich, wenn Gott das tut.110 Die Bibel kennt die Begriffe „Wohlfühlchristentum“ und „Prosperity Gospel“ nicht. Das Reich Gottes setzt Bewährung voraus und diese Bewährung wird nur durch Kampf gewonnen.

Gott stellt Christen für diesen Kampf eine sechsteilige komplette Waffenrüstung zur Verfügung111 und erläutert auch deren Anwendung. In einem direkten Kampf mit dem Satan sagte Jesus drei Mal: „Es steht geschrieben.“112 Diese Strategie steht uns heute noch offen.


107 Johannes, 15,20

108 Psalm 11,5

109 Psalm 139,23

110 Jakobus, 1,2

111 Epheser, 6,13-17

112 Matthäus, 4,1-11

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Wenn der Mensch z. B. in Versuchung von vor- oder außerehelich-em Sex kommt, kann er sich mit dem Schwert des Geistes, also dem Wort Gottes, wehren:
„Lasst uns nicht Unzucht treiben.“113 und weiter „Du sollst nicht ehebrechen.“114 Wenn die Weltmode zu erotischer und freizügiger Kleidung drängt, dann gilt es, das Wort Gottes in Anspruch zu nehmen:
„Achtet auf die Schwäche des anderen… für den Christus gestorben ist.“115 Jesus warnt davor, dem Kleinen, der an ihn glaubt, Anlass zur Sünde zu geben.116 Wer in dieser Richtung herausgefordert wird, erinnere sich an die Worte von Hiob: „Mit meinen Augen habe ich einen Bund geschlossen niemals ein Mädchen lüstern anzusehen.“117 Wenn die Disco lockt, oder am Bildschirm etwas Unanständiges läuft, kann die Frage helfen: „Hätte Jesus mitgemacht?“ Der Psalmist ermutigt jeden jungen Menschen, der in seinem Kampf Hilfe sucht: „Wodurch hält ein Jüngling seinen Pfad rein? Indem er sich bewahrt nach deinem Wort… In meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, damit ich nicht gegen dich sündige.“ 118 Gott sagt uns verbindlich zu, dass sein Wort nicht leer zu ihm zurückkehren, sondern bewirken wird, was ihm gefällt.119 Gott will allen Menschen helfen!

Christen, die mit der Bibel noch nicht gut vertraut sind, können im Kampf mit der Sünde dennoch auf mächtige Waffen zählen: Dazu
gehören die persönliche Beziehung mit Jesus, der Glaube und das Vertrauen an ihn, die Liebe und Treue zu ihm, das Bestimmungsrecht Jesu über ihr Leben, der innige Wunsch den Heiland nie zu enttäuschen und nicht zuletzt das geschenkte ewige Leben nicht aufs Spiel zu setzen. Diese Punkte können für jeden Christen eine unersetzliche Waffe gegen das Böse sein.

Die ganze Bibel auswendig zu kennen ist also kein „Muss“. Die Geschichte des Christentums erzählt von einem gregorianischen


113 1. Korinther, 10,8

114 5. Mose, 5,18

115 Römer, 14

116 Matthäus, 18,6

117 Hiob, 31,1

118 Psalm 119, 9+11

119 Jesaja, 55,11

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Mönch, der als Analphabet nichts anderes beten konnte als „Gott, erbarme dich meiner“. Gott schenkte ihm Heilungsgaben. Der Evangelist Billy Graham gibt in seinem Buch „Frieden mit Gott“ ein treffendes Beispiel.
Ein Pastor habe einmal ein kleines Mädchen gefragt, was es tun würde, wenn der Satan an die Tür seines Herzens anklopfen würde. Das Mädchen gab die kluge Antwort: „Wenn der Satan an meinem Herz anklopft, dann schicke ich Jesus die Tür aufzumachen!“

Ein Christ muss den Kampf gegen die Sünde nicht allein führen. Dazu lehrt die Medizin etwas Hilfreiches: Wenn ein Organ oder eine Zelle von krankhaften Erregern (Viren, Bakterien etc.) befallen wird, informiert sie als Allererstes das Zentralnervensystem und die Nachbarzellen. Die Bibel sagt, dass der Christ ein Glied des Leibes Christi ist. Das heißt, dass der Christ, der von sündhaften Erregern (z.B. Versuchungen im sexuellen Bereich) befallen wird, unverzüglich das Haupt des Leibes, nämlich Jesus Christus, informieren kann. Diesen Hilferuf nennt man Gebet. Die Bibel verpflichtet zudem die Mitchristen mitzukämpfen und mitzuleiden.120 Ein Christ, ob jung oder erwachsen, sollte sich auch der Verantwortung bewusst sein, die er seinen Eltern, Kindern oder dem Ehepartner gegenüber trägt und was es für seine Nächsten bedeutet, wenn sie erfahren, dass er Unzucht oder Ehebruch begeht oder in pathologische Sexualität geraten ist. All diese Tatsachen könnten für den Christen eine Motivation sein, dagegen zu kämpfen.

Eine weitere wichtige Hilfe ist die Gewissheit, dass der Herr den Kampf kennt und selbst dabei ist. Die Bibel ermutigt uns: „Der die Herzen prüft, er merkt es, und der auf deine Seele Acht hat, er weiß es.“121 Jesus versichert uns: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage.“122 Ein bewusster Christ sollte die Gebote Gottes nicht brechen. Jesus


120 1. Korinther, 12,26

121 Sprüche, 24,12

122 Matthäus, 28,20

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sagt ausserdem: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.“
123

Eine Mutter warnt ihr Kind: „Streck deine Hand nicht in den brennenden Kamin! Es ist gefährlich, du wirst dich verbrennen!“ Sie freut sich, wenn ihr Kind antwortet: „Mama, ich liebe dich, ich vertraue dir und höre auf dich!“ Ist das Kind ungehorsam, endet deshalb die Liebe der Mutter nicht, aber sie wird traurig sein über die Antwort: „Ich glaube dir nicht. Lass es mich zuerst einmal probieren.“ So agieren verliebte junge Christen, die heiraten wollen, aber bereits vorher sexuell miteinander verkehren…

Damit stoßen wir auf ein biblisches Prinzip (Gesetz), das sich wie ein roter Faden durch die ganze Bibel hindurch zieht und nicht besonders beliebt ist. Es handelt sich um zwei Worte. Sie heißen “wenn-dann (so)“. Der Mensch hat sie in der Alltagssprache zutreffend grammatikalisch erweitert in „entweder-oder“.

Diese zwei Worte bilden die Grundlage, auf der der ganze geistliche Kampf des Menschen basiert. Erst diese Worte ermöglichen eine Willensentscheidung. Gott hat im Alten Testament immer wieder zu seinem Volk oder zu einzelnen Personen gesagt: Wenn du… , dann. „Wenn ihr aber nicht auf die Stimme des Herrn hört… dann wird die Hand des Herrn gegen euch sein wie gegen eure Väter.“124 Die Entscheidung lag beim Volk. „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger.“125 Entweder höre ich auf sein Wort und werde sein Jünger, oder ich lasse es sein. Die Entscheidung liegt bei mir.

Entweder nehme ich mein Christsein ernst und gebe im alltäglichen
Kampf mein Bestes, um die biblischen Gebote zu halten, oder ich spiele damit. Entweder glaube ich an Gott und setze alle meine Kräfte ein, um seinen Willen zu tun (auch im sexuellen Bereich), oder ich zweifle daran und laufe den fleischlichen Begierden nach. Entweder nehme ich die ganze Bibel als Wort Gottes und handle danach, oder


123 Johannes, 14,15

124 1. Samuel, 12,15

125 Johannes, 8,31

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ich picke heraus, was mir gefällt und führe dann ein ruhiges Leben, ohne gegen das Böse zu kämpfen.

Was bedeuten diese Worte?

1) Sie sind keine diktatorische Drohung der Bibel, sondern eine universelle Grundlage (ein Bedingungsprinzip), auf der das ganze soziale, moralische und geistliche Leben des Menschen aufgebaut ist. Diese schöpferische Gegebenheit hängt eng mit dem freien Willen des Menschen zusammen und macht ihn aktiv. In der Natur gilt das gleiche Prinzip und im menschlichen Organismus ist es besonders stark ausgeprägt durch Kommunikation, Unterordnung, Stoffwechsel etc.: Entweder steuert das Zentralnervensystem die Funktion der Leber, oder löst sie von ihm los und erkrankt. Allerdings entscheidet nicht die Leber, sondern das in sie hineingelegte Gesetz. Entweder ich will, dann rettet mich Gott, oder ich will nicht, dann bleibe ich ewig verloren. Einfacher geht es nicht!

2) Das „Wenn-Dann“ und „Entweder-Oder“-Prinzip ist nur funktionsfähig, wenn es ganz angewendet wird. Die Natur kennt keine „halben“ oder „ein bisschen“ Sachen. Entweder ein Embryo wird zu seiner Zeit geboren, oder er bleibt im Mutterleib und stirbt. Entweder ein Krebsgeschwür wird operiert, oder der Organismus stirbt. Genauso ist es im geistlichen Bereich: Entweder ein Mensch wird wiedergeboren, oder er bleibt in der Welt geistlich tot; entweder ein Ehemann bleibt seiner Ehefrau treu, oder er bricht die Ehe. Ein bisschen treu sein und ein bisschen Ehebruch ist unmöglich.
Entweder hat der Christ eine einzige Autorität in seinem Glauben, nämlich Jesus Christus, oder er stützt sich auf mehrere Autoritäten und verbleibt im Bereich der Religion. Die Biologie nennt halbe Sachen Zwitterbildung, die Medizin Missbildung, die Bibel Heuchelei (geistliche Hurerei). Die Welt (und nicht nur sie) fügt diesem biblischen Prinzip das Wort „aber“ hinzu und toleriert es.

3) Das „Entweder-Oder“ und „Wenn-Dann“-Prinzip hat mit Fanatismus oder Konservatismus nichts zu tun, sondern ist eine biblische Wahrheit, die jedem Christen die große Freiheit schenkt, sich dem Kampf gegen die Sünde zu stellen oder ihn abzulehnen. Der christliche Glaube kennt den Ausdruck „du musst“ nicht. Die Bibel lehrt

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jedoch, dass es ohne Kampf keine Bewährung und ohne Bewährung
kein ewiges Leben gibt.

4) Die tägliche Realität bestätigt diese biblische Wahrheit. Sie hat vor allem mit der Frage nach dem Sinn und Ziel unseres Lebens zu tun. Es lohnt sich, so zu leben, wie der Schöpfer des Lebens dies verlangt. Der Mensch hat die einmalige Chance den Schöpfer persönlich zu kennen, seine Gebote zu achten, seinen Willen an andere weiter zu vermitteln und ihm einmal Rechenschaft über all diese Dinge abzulegen.

Wir kommen zu der mit Recht am meisten gestellten Frage: Was ist, wenn man in diesem geistlichen Kampf fällt oder schon früher gefallen ist?

Wir ermutigen Christen noch einmal. Das Fallen gehört zum Kampf. Besonders oft und eindrucksvoll geschieht dies im sexuellen und im geistlichen Bereich (Ehebruch, Unzucht, Götzendienst, Irrlehre). Die Bibel erwähnt zwei Kategorien von Menschen, die in ihrem Kampf gefallen sind: Solche, die kämpfen, fallen, aufstehen und weiterkämpfen (David, Petrus u.a.) und solche, die kämpfen, fallen und abfallen (Simson, Saul, Judas Iskariot u.a.). Also ist nicht das Fallen das Problem, sondern die Entscheidung nach dem Fall.

Dazu zwei wichtige Hinweise:

1) Gottes Liebe zum Gefallenen hört nicht auf, solange er sich selbst
von dieser Liebe nicht willentlich trennt.

2) Der Gefallene darf die Liebe Gottes in Anspruch nehmen, aufstehen, Busse tun, weiterkämpfen. Das ist der biblische Weg des Christen.

Gott ermutigt sein Volk: „Ihr habt zwar all dieses Böse begangen, doch hört nicht auf, dem Herrn nachzufolgen, und dient dem Herrn mit eurem ganzen Herzen.“126 Jesus sagte zu der Prostituierten: „Ich verurteile dich nicht. Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr.“127
Das heißt: „Ich vergebe dir. Kämpfe gegen die Sünde!“ Wie oft und wie lang? – Jeden Tag, ein Leben lang!


126 1. Samuel, 12,20

127 Johannes, 8,11

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Die Autoren

Detschko Svilenov und Tsvetanka Svilenova (1941/1944) sind seit 1970 verheiratet und Eltern von zwei erwachsenen und glücklich verheirateten Söhnen, die ebenfalls den Arztberuf wählten. Der jüngere Sohn ist in den USA tätig. Nach 30 Jahren polyklinischer Arbeit als Internistin ist Dr. Svilenova seit zwei Jahren im Ruhestand. Prof. Svilenov studierte Theologie und Medizin. Er ist seit 36 Jahren in der medizinischen Forschung (Fachgebiet Pathologie) an der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften tätig.
Viele seiner Forschungen absolvierte er an der Universität Ulm in Deutschland. Svilenov arbeitet mit anderen ausländischen Universitäten zusammen. 1988 – Dr. rer. nat.; 1990 – Professor für Pathologie; seit 2001- außerordentlicher Professor für Apologetik an der Evangelischen Universität Sofia- BG. Berater für religiöse Angelegenheiten im Kultusministerium Bulgariens. Vorträge u.a. im Amerikanischen Kongress (1993), im Deutschen Bundestag (1994, 1995) und im Bulgarischen Parlament (2000). Referent der IVCG (Internationale Vereinigung Christlicher Geschäftsleute). Mitbegründer von Europartners und Vertreter für Bulgarien (bis 2005). Spricht regelmäßig im Fernsehen und Rundfunk. Seelsorgerliche Dienste in Bulgarien und im Ausland.

Nebenberuflich leitet Prof. Svilenov eine von ihm gegründete internationale Stiftung, die sich zwei Aufgaben gestellt hat: 1. Drucken und Verteilen von christlicher Literatur, vor allem Lehrbücher für den Religionsunterricht an den Bulgarischen Staatsschulen. 2. Beschaffung und Verteilung von Hilfstransporten
an die sozial schwache Bevölkerung Bulgariens.

Impressum:Autoren: Prof. Dr. Dr. D. Svilenov, Dr. T. Svilenova, BG-Sofia Redaktionelle
Mitarbeit: Anne Frasch, D-Ulm, Ursula Costa, CH-Pontresina Druck:
Sluntse-Verlag, Bulgarien; SLUNTSE@DIR.BG (Buchstaben alle klein)Auslieferung: Bulgarienhilfe, D-Ulm, Telefon 0049 (0)731 60 579;Fax 0049 731 60 24752Kontakt: FBS@DIR.BG (Buchstaben alle klein)
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Das Wichtigste ist die Liebe

Ohne Liebe bin ich nichts. Selbst wenn ich in allen Sprachen der Welt, ja mit Engelszungen reden könnte, aber ich hätte keine Liebe, so wären alle meine Worte hohl und leer, ohne jeden Klang, wie dröhnendes Eisen oder ein dumpfer Paukenschlag.

Könnte ich aus göttlicher Eingebung reden, wüsste alle Geheimnisse Gottes, könnte seine Gedanken erkennen und hätte einen Glauben, der Berge versetzt, aber mir würde die Liebe fehlen, so wäre das alles nichts. Selbst wenn ich all meinen Besitz an die Armen verschenken und für meinen Glauben das Leben opfern würde, hätte aber keine Liebe, dann wäre alles umsonst.

Liebe ist geduldig und freundlich. Sie kennt keinen Neid, keine Selbstsucht,
sie prahlt nicht und ist nicht überheblich.

Liebe ist weder verletzend noch auf sich selbst bedacht, weder reizbar noch nachtragend. Sie freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt.

Diese Liebe erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles und hält allem stand.

Einmal werden keine Propheten mehr zu uns sprechen, das Beten in anderen Sprachen wird aufhören, die Erkenntnis der Absichten Gottes mit
uns wird nicht mehr nötig sein. Nur eins wird bleiben: die Liebe.

Denn unsere Erkenntnis ist bruchstückhaft, ebenso wie unser prophetisches Reden.

Wenn aber das Vollkommene – Gottes Reich – da ist, wird alles Vorläufige
vergangen sein.

Als Kind redete, dachte und urteilte ich wie ein Kind. Jetzt bin ich ein Mann und habe das kindliche Wesen abgelegt.

Noch ist uns bei aller prophetischen Schau vieles unklar und rätselhaft. Einmal aber werden wir Gott sehen, wie er ist. Jetzt erkenne ich nur Bruchstücke, doch einmal werde ich alles klar erkennen, so deutlich, wie Gott mich jetzt schon kennt.

Was bleibt, sind Glaube, Hoffnung und Liebe. Die Liebe aber ist das Größte. (1. Korinther, 13)

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Inhalt

Warum das Thema „Sexualität und Sex“ … … … … … … . 4

Liebe-Intimität-Sexualität (Sonderdruck: Lehrbuch „Christliche Ethik“) .. 9

Wichtige biblische Quellen zum Thema Sexualität … 20

Was lehrt die Bibel über „Sexualität und Sex“… ….. … 21

Das Thema „Sexualität und Sex“ in Schlagzeilen
(Zusammenfassung) 64

Nachwort (allgemein; praktische Ratschläge;
seelsorgerliche Gedanken) 66

Prof. Dr. Dr. D. Svilenov und Dr. med. Ts. Svilenova

Ein Gedanke zu „Sexualität“

  1. Da gibt es leider einige Missverständnisse, z.B.: Sex vor der Ehe wird im AT nicht bestraft. Der Vater des Mädchens kann aber eine Entschädigungszahlung verlangen (Brautpreis wird geringer). Bestaft wird nur wenn die Frau sich verlobt, aber heimlich nicht mehr Jungfrau ist!
    Alle Helden des AT, die auch bei Jesus noch Vorbilder sind (David, Salomo z.B.) hatten Geliebte. Das war erlaubt, denn Ehebruch betrifft nur die verheiratete Frau (s. z.B. David Bathseba). Jesus sagt im NT nicht, dass die 10 Gebote nicht mehr gelten: Hier geht es aber um das Weib (=Ehefrau) des nächsten!

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