Der Barstein
von Fritz Philippi (Heimatbuch
Seite 24 und 25)
Er liegt auf einsamer
Heiden
im hohen Westerwald
seit lange, vor Menschenzeiten,
ein ragender Basalt.
Er liegt in Sonne
und Regen
und Schnee so bloß und bar,
und seinen Leib allerwegen
durchfurchte manches Jahr.
Die dräuende Wetterwolke
zerscheitelt an dem Fuß,
und unten murmelt im Volke
man dankbar einen Gruß.
An seiner faltigen
Stirne,
der Feder gleich am Hut,
ein Tannenreis zu der Firne
wuchs auf in keckem Mut.
Der Sturm sprach
tobend zur Tannen:
"Geh fort, du töricht Ding!
Ich führe dich mit von dannen
hinab zum Talbering."
Es flüstert der
Sonne Brennen:
"Ich dörr´den Leib dir aus,
läßt du nicht willig dich trennen
von deinem Felsenhaus!"
Doch wehret mit
Haupt und Fingern
die Tanne der Gewalt
und ihre Wurzeln sich schlingern
stets tiefer in den Spalt.
Will lieber in
Armut wohnen
und sterben auf heimischer Höh´,
als fremd in dem Grunde thronen
voll Pracht und heimlichem Weh.
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