SSG - Vereinsgeschichte
Zu Beginn des Jahres 1908
wurde der Grundstock für einen Turnerspielmannszug gelegt.
Zunächst konnten aus Kostengründen nur die Flöten angeschafft
werden. Den Flöten folgten im Mai des Jahres 1908 die Trommeln.
Am 2. Weihnachtsfeiertag des
gleichen Jahres fand die zweite turnerische Veranstaltung statt.
Diesmal wurden insbesondere Barrenübungen gezeigt aber auch die
Theaterstücke und Pyramiden fehlten nicht. Streichmusiker spielten
zum Tanz auf.
Ein besonderes Ereignis dieser
Zeit war stets die Kaisergeburtstagsfeier. Hierzu wurden
aus der Vereinskasse meist 50 Liter Bier gestiftet.
In der Versammlung am 1. Mai
1909, bei der 25 Mitglieder anwesend waren, wurde der Vorstand
beauftragt, nach einem geeigneten Turnplatz im Freien Ausschau
zu halten. Weiterhin sollten künftig auch Fuß und Schleuderballspiele
ausgetragen werden. Als Platz zum Turnen im Freien wurde ein Terrain
auf den Haldenflächen der Kohlengrube "Zuversicht" gefunden heute
befindet sich hier die katholische Kirche. Auf diesem Platz wurde
sonntags ab 13.00 Uhr geturnt. Im übrigen wurde Donnerstag abends
im Vereinslokal trainiert.
Am 25. und 26. Juli 1909 wurde
zum ersten mal am Turnfest des Lahn Dill-Gaues in Dillenburg mit
25 Turnern teilgenommen. Im September sollte das erste Preisturnen,
verbunden mit einer Festlichkeit auf dem neuen Turnplatz stattfinden.
Aber die Ortspolizeibehörde verweigerte die Zustimmung zum öffentlichen
Vergnügen, wie man damals zu sagen pflegte. Aber ein vereinsinternes
Vergnügen durfte stattfinden. Folgende Übungen wurden in Form
eines Sechskampfes ausgetragen:
Übungen am Reck und Barren,
Steinstoßen, Freihoch und Freiweitspringen sowie Wettlauf über
100 m.
Im Jahr 1910 hatte
der Verein 48 Mitglieder. Durchschnittlich 24Turner besuchten
die Turnstunden. Auf dem Gaufest in Herborn errang der Breitscheider
Turnverein den 1. Vereinspreis. Eine Krise erschütterte den Verein
im Jahr 1912 als der langjährige 2. Vorsitzende, Lehrer Kegel,
aus dem Volksbildungsverein und ebenso aus dem Turnverein ausgeschlossen
wurde. Hauptgrund war, dass er ein dem Volksbildungsverein gehöriges
Harmonium unter Verschluss hielt und es nicht für Übungszwecke
herausgab. Landrat und Regierungspräsident mussten eingeschaltet
werden. Schließlich begab sich der damalige Landrat von Zitzewitz
eigens zur Klärung dieses Falles nach Breitscheid und forderte
den Lehrer Kegel auf, das Harmonium dem Verein zur Verfügung zu
stellen.
Im Jahr 1913 nahm erstmals
eine Faustballmannschaft an dem Bezirksturnfest in Merkenbach
teil. Nach der Rekrutenabschiedsfeier am 18. Oktober 1913, die
mit Konzert und Tanz gefeiert wurde, ruhte der Sportbetrieb bis
Mitte 1919. Während des 1. Weltkrieges fanden keinerlei Aktivitäten
des Vereins statt.
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