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der Breitscheider Gemarkung. Kauten sind entweder verlassene Gruben u. Stein=
brüche oder sie sind durch Zusammenstürzen unterirdischer Hohlräume entstanden.
Gut, daß sie da sind. Ihre Bäume und Sträucher erfreuen das Auge, im Schatten der
selben kann der müde Feldarbeiter Mittagsrast halten; sie bieten ihm Schutz bei
Regengüssen und sind vor allem notwendig für die Vogelwelt; die Vögel sind die
besten Freunde des Landmanns im Kampfe gegen das Ungeziefer. Die Hühnerkaut
heißt wohl so von den Feldhühnern.
Nun zum Hochfeld. Sein kleines Feld ist "Hinter Flursheeg". Auf der Karte ist
die "Heeg" durch Punktierung und Strichelung angedeutet. ( Der alte Bürgermei=
ster Georg, geb. 1849, sagte mir, er könne sich noch erinnern, die Steine auf der
Angewann zwischen dem "Fildchen" und "Hinter Flursheeg" gesehen zu haben; eine
Hecke sei aber nicht mehr da gewesen. Die Steine seien dann zur Auffüllung des
Erdbacher Weges benutzt worden. An früherer Stelle habe ich auf die Bedeutung sol=
cher Hecken hingewiesen). Durch die dritte und vierte Gewann dieses Krautfeldes, in
der oberen Hälfte, zieht sich der "Pfarr-Acker vor Paffen Heck", und durch die vierte,
fünfte u. sechste Gewann (!), aber in der unteren Hälfte, zieht der "Pfarr-Holler Ak=
ker". Pfaffenheck bedeutet Pfaffen-Heckelchen oder Wäldchen. Die letzten drei
Gewannen dieses kleinen Feldes heißen auf der Karte, "Hinter Paffen Heck". Auf der
Grenze der drittletzten und zweitletzten Gewann ist in der oberen Hälfte dieses Feld=
chens die "Bomges Mauer" quadratförmig eingezeichnet (unterm Feldweg). Mit
diesem Namen weiß ich nichts anzufangen. (Von Baum?) höchstwahrscheinlich Bäumches Mauer.
So auch in einem Pachtvertrag von 1775. 1717 "bonnigeß" "bonniges mau =
er". Die Volkssprache sagt auch " Bomges"... Das Kartenblatt der 4 ersten Gewan =
nen des nun folgenden Hauptfeldes trägt die Überschrift: "vor den Holtzäpfelbäum".
Durch die erste und zweite Gewann zieht sich in der Mitte des Feldes der "Pfarr-
Acker bey den Kirschbäum". Weiter nach Osten erscheinen nun die "Drey Mau=
ern"; Die Gewannen dahinter heißen " hinter den Holzäpfelbäum". Die unterste
der 3 Mauern trägt die Bezeichnung "Holzäpfel Bäum". (Diese Mauern, oder
richtiger Steinhaufen, sind heute noch vorhanden). "Obig dem Feldweg" in der
Mitte zwischen dem Feldweg u. dem Medenbacher Weg, nahe bei Breitstrut, ist
eine Wüstung eingezeichnet mit einem Baum; dabei steht "Spitz- Bierbaum";
die ganze Gegend ist nach diesem "Spitzen Birnbaum" genannt. Weiter hinten,
dicht über dem Feldweg, heißt ein Grundstück "Kolben Bierbäum". Die nun fol=
gende Gegend rechts u. links vom Feldweg heißt "in der Hohen Grub". Darin
liegen über dem Weg die "Gertrauder Bierbäum", weiter östlich u. nördlich
die "winkel-Bäum". In der selben Gewann, aber etwas unterhalb des Feld=
wegs, sind die "Braumen- Bäum" ( Pflaumen Bäume ) eingezeichnet. Das
Feld unter der "Hohen Grub" und das am Bernsbach, wie auch das jenige
"in der Höll"; ist als "Brachfeld" bezeichnet. Danach scheint die Aufhebung des
Brachfeldes, von der früher die Rede war, erst nach und nach stückweise vor
sich gegangen zu sein. Die Bezeichnung " in der Höll" kommt im Nassau =
ischen
Ab hier Nachtrag !!!!
häufig vor und bezeichnet immer einen mehr oder weniger steilen Hang. Auch bei
uns zieht sich der betreffende Gemarkungsteil hinab in die Tiefe. Wegen der Ähn=
lichkeit der Vorstellungen Abhang, Abgrund u. Hölle, deutet das Volk das Wort
"Hell" (der nur Abhang, Halde (Bergeshalde) bedeutet) als Hölle, Unterwelt.
aus der alten Handschrift übersetzt durch Hans Henn
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