gnädiger Herr irrten sich, "sondern es wären Braunkohlen, welche das Dach der Steinkohlen ausmachten", sie sollten den Stollen nicht zu hoch anlegen, dann würden sie Steinkohlen treffen. - (Nach Becher) (Höchstwahrscheinlich ist es damals bei bloßen Versuchen geblieben und ist der Betrieb erst etwa 150 Jahre später aufgenommen worden.)*)
1584 kam der erste wissenschaftlich gebildete Arzt als Hofarzt nach Dillenburg. Für die Beratung und Behandlung der Untertanen wurde später erst der Landpfysikus verpflichtet. Die äußere Behandlung der Kranken lag weiter den Badern ob. Um die letzte Jahrhundertwende (1900) verschwanden die letzten Bader in unserer Gegend mit Abgang des Baders Schuster in Driedorf und Hans in Herborn. Im Jahre 1568 reiste die Gemahlin Wilhelms des Verschwiegenen vor ihrer Niederkunft nach Köln und gab als Grund an, dass zu Dillenburg eine böse Seuche ausgebrochen sei und dass auf dem ganzen Westerwald weder "Apathek, Balbirer noch Doktor" zu finden sei. - 1566 wird aber die erste Apotheke in Herborn erwähnt. (nach dgl)
Um 1588 wurde (nach Vogel) Medenbach der Kirche zu Breitscheid zugewiesen; bis dahin gehörte es zu Herborn. Welche Urkunden Vogel als Grundlage gedient haben, ist uns nicht bekannt. - Auch über die Ursache der Abzweigung Medenbachs von Herborn und die Einpfarrung nach Breitscheid fehlen uns Nachrichten aus dieser Zeit. Der Hauptgrund ist aber die Armut der Breitscheider Pfarrei gewesen. Um das Auskommen des hiesigen Pfarrers zu sichern und damit den Bestand der Pfarrei, gliederte man dann Medenbach der Breitscheider Kirche an. Dies geht hervor aus einer Bemerkung in einer Eingabe der Gemeinde Breitsch. aus 1683 (August) an den Fürsten in Dillenburg aus Anlaß der Beschwerden des Pfarrers Ludovici über die Nichtleistung der ihm zustehenden Dienste. (Siehe Akten des Pfarrarchivs!) Es heißt darin: "Eß ist diße unser pfarr an zeitlich lebenß Mitteln so schlecht vntt gering, dass vor dißem (vor 1660), ihn wenig Jahren, so viel pastores, auß Mangel, hinweg von unß ziehen Müssen, die gemeinde Medenbach aber vnß zu gegeben worden, damitt Ein pfarrer desto eher sich außbringen möchte". Die Ackerdienste der Kirchenmitglieder waren erst 1654 eingeführt worden. Pfarrer Brandenburger, von 1654-1657 in Breitscheid, berichtet, "dass bey seiner ankunfft daselbst die Gemeinde eyngewilligt, mit allen pferden in Breidscheidt Einen halben tag zu arbeiten, so vorhin keinem geschehen sey". Um 1588 muß also die Dürftigkeit der Breitscheider Pfarrei noch größer gewesen sein. -
So geschah es also der Kirche Breitscheid zuliebe, dass Medenbach ihr angegliedert wurde.
*) Die Monatsschrift des Westerwaldvereins brachte in der Nr. vom November 1941 ein kleines Aufsätzchen, betitelt "Wie man die Braunkohle auf dem Westerwald fand". Darin heißt es: "Wer hat nun die Braunkohlen auf dem Westerwald zuerst gefunden? Steinhauer waren es. In einem Bruche bei Breitscheid brachen sie Basalt, um damit ihre Wege fester zu machen... Um sich zu wärmen, zündeten die Basaltbrecher ein Feuer an, ... und bauten einen kleinen Schutzwall um das Feuer herum, wie sie vermuteten von Basaltsteinen. "Und was sahen sie nun? Die Steine brannten, brannten wie Holz... Darüber freuten sie sich... Im Bruche gabs von diesen Steinen genug, dicht neben dem Basalt. Sie nahmen deshalb auch welche mit nach Hause und konnten damit prächtig die Stube heizen... Sie kochten damit ihre Speisen pp. Die Männer aus dem Basaltbruch wussten aber nicht, was sie in Wirklichkeit gefunden hatten; sie glaubten, es seien in Öl getränkte Steine ... (Der Verfasser des kleinen Berichts ist nicht genannt. Es scheint sich um reine Erdichtung zu handeln. Gäbe es einen urkundlichen Beleg darüber, so hätte sicher Becher (oder nach ihm andere Forscher) den Inhalt derselben bekannt gemacht).
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von Kornelia Pelz übersetzt
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