Des Verfassers erste Liebe auf dem Gebiete der Geschichtschreibung der Heimat galt seinem "Heimatbuch von Breitscheid", das schon 1917 begonnen wurde. Die Fertigstellung desselben, das nach Sachgebieten geordnet war, wurde aber dann vorläufig zurückgestellt, als der Plan gefaßt wurde, eine "Ortschronik von Breitscheid" anzulegen, welche in ihrem 1. Teile einen nach der Zeitfolge geordneten geschichtlichen Rückblick bringen sollte und deren 2. Teil für die Zukunft dann als eigentliche Chronik dienen sollte (Aufzeichnung der Ereignisse in der Zeit ihres Geschehens). So ist es zu diesem Buche gekommen.
- Am 7. Februar 1920 beschloß die hiesige Gemeindevertretung unter dem Bürgermeister Ferdinand Thielmann auf Anregung des Verfassers einstimmig die Anschaffung eine Chronikbuches, ferner die Erstattung der dem Chronikschreiber erwachsenden Barauslagen und die Bezahlung des Einschreibens in die Chronik, soweit fremde Hilfe dafür erforderlich sein sollte. Gern sei hier das Entgegenkommen der Gemeinde anerkannt, das sie bis heute in der Chroniksache gezeigt hat; es zeugt immerhin von einer Würdigung derselben, die nicht ohne Weiteres auf den Dörfern zu erwarten ist.
- Das Chronikbuch ist eine erstklassige Arbeit des Frankfurter Buchbindermeisters Hrch. Burckhardt. Unser Ernst Becker, geb. 1878 hier, brachte es selbst herauf und stiftete zugleich den (gleichen) Betrag in der Höhe des Preises des Buches zu den Kosten, die noch weiter in der Sache entstehen sollten. Leider verfiel das Geld nachher zum großen Teile der Entwertung, aber der gute Wille des Stifters zur Unterstützung einer Heimatsache soll doch dankbar anerkannt werden. (*)
- Der Inhalt des Buches konnte den obwaltenden Umständen nach nur ganz allmählich zusammengetragen werden. Ich hatte immer noch die Hoffnung, daß mir die Freude beschieden sein möchte, selbst im Staatsarchiv zu Wiesbaden den Spuren der Geschichte unseres Dorfes nachgehen zu können, aber es sollte nicht sein. Doch nichts gibt die Vorsehung halb. Mein Sehnen sollte doch in gewissem Maße Erfüllung finden. Ich fand bereitwillig Hilfe. Vor allem habe ich mich zwei Herren gegenüber einer Dankespflicht zu entledigen: Archivdirektor Geheimrat Dr. P. Wagner und Mittelschullehrer Bernh. Hörpel - Frankfurt am Main. Im Frühjahr 1920 wandte ich mich mit einem Gesuch um Unterstützung unserer Chroniksache ans Staatsarchiv. Geheimrat Wagner teilte mir daraufhin u.a. mit, er wolle den besonderen Umständen gerne Rechnung tragen und mich weitgehender unterstützen als es in seinem Amtsgebiete im allgemeinen üblich und möglich sei; er wolle mir Auszüge und Abschriften übermitteln über das, was sich im Archiv über Breitscheid finde. Im folgenden Briefe schrieb er dann: "Einem anderen möchte ich die Arbeit für Sie nicht übertragen, da ... die Herbornermark mir von jeher lieb geworden ist." Am 17.6.1920 sandte er eine reiche Zettelsammlung und fügte hinzu: "Die Zettel enthalten nur, was bei oberflächlichem Suchen zu finden war. Ein genaueres Nachforschen wird überall noch viel mehr und gewiß auch wertvolle Funde machen lassen" ... "Damit hoffe ich zunächst einmal meinen guten Willen gezeigt zu haben. Vielleicht geben meine Zettel zu weiteren Fragen für Sie Anlaß, die ich dann gern beantworten werde". Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit und freundlichst grüßend bin ich Ihr ergebenster Wagner".
*) An der Goldschrift des Buches bin ich unschuldig; es war eine Liebhaberei des Herrn Becker.
Inhaltsverzeichnis - seite-II
von Kornelia Pelz übersetzt
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