Vorgeschichte über die Tongräberei in Breitscheid.
Über die ersten Anfänge der Tongräberei in Breitscheid sind sichere Anhaltspunkte nicht vorhanden. Fest steht jedoch, dass die Tongewinnung in Breitscheid seit Jahrhunderten betrieben wurde. Um 1700 wurde die Töpferinnung des Amtes Herborn mit Töpfern zu Breitscheid, Schönbach und Erdbach errichtet. Im Museum des Dillenburger Wilhelmsturmes ist eine grosse flache Schüsse1, die
am Rande eine Inschrift hat und aus 1779 stammt, ausgestellt. Sie wird den hiesigen Töpfern zugeschrieben.
In einem Presb.-Prot. des evgl. Pfarramtes, Breitscheid, aus 1779 heisst es, das sittenwidrige Betragen des damaligen Pferdehirten in Breitscheid sei von grösster Bedenklichkeit, die besonders in Ansehung der hiesigen vielen fremden Häfnergesellen und anderem Gesindel von der schädlichsten Folge werden könnte. - Um diese Zeit hatte Herborn 3 Häfnermeister, Erdbach und Breitscheid zusammen 21.
Die gesamte Tonförderung in der Breitscheider und Erdbacher Gemarkung betrug 1786 jährlich etwa 11000 Ztr. Der Ztr. kostete an der Grube 1 1/2 Kreuzer. Hier wurde auch die "gute, seltene
Pfeifenerde" gegraben, wie Lehrer Haas rückblickend um 1819 in
der Schulchronik schreibt. Er fügt hinzu "obgleich noch keine Pfeifenbäckerei hier in Breitscheid war."
Die Herborner Pfeifenbäcker bezogen den Ton von Breitscheid und Erdbach und zahlten um 1786 für den Karren 45 Kreuzer, in älterer Zeit 17-18 Albus. Es wurden jährlich etwa 150 Karren Pfeifenerde verarbeitet. (Nach Steubings Topographie von Herborn.)
In Breitscheid wurde ein besonders weisser Ton, das sogenannte "Weiss" im Erdfeld gegraben (am alten Hüttenweg und Pierers Winkel). Das Haupttonfeld lag "auf der Linde" am Schönbacher Weg. Es gleicht heute einem Vulkangebiet im Kleinen, in welchem Krater an Krater liegt, oder einem Trichterfeld im Kampfgebiet des Weltkrieges, ein Beweis dafür, wie unsachgemäß früher das Tongraben gehandhabt worden ist.
Die Häfner gruben, jeder für sich, ihren Bedarf an weisser Erde und, wenn eine Grube ihnen nicht mehr tauglich schien, verliessen sie unbekümmert das Loch. Darin sammelte sich das Wasser, ringsum wuchs das Ried.
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Der Roman "Erdrecht" von Fritz Philippi als.pdf
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