Hallo Herr Gerhard Lingenberg,
ich will mal einfach das Bild des Textes mit Kapiteln beibehalten, auch
wenn es ebenso schlecht auf die Evolution passt, wie das Bild der Programmierung.
Im Grunde genommen ist es dadurch aber sehr geeignet um die Evolution in
Bezug auf ihre Arbeitsweise (wenn man diesen Begriff überhaupt in diesem
Zusammenhang verwenden kann) sowie die Entstehung von Neuem zu veranschaulichen.
Nehmen wir an, ein konkreter Text liegt vor. Er hat eine konkrete Bedeutung,
und nur Texte mit einer konkreten verständlichen Bedeutung können gelesen
und verstanden werden. Diese Bedeutung ist insofern konkret, dass dieser
eine Text eine bestimmte Bedeutung hat, aber natürlich auch andere Texte
eine eigene Bedeutung haben können. Solange die Bedeutung erkannt werden
kann, ist der Text verständlich. Dies definieren wir in diesem Zusammenhang
einfach einmal als Leben. Das Überleben eines konkreten Textes beruht also
auf dem Lesen eines Textes, und der Erkennung seiner Bedeutung.
„I think, a change in the genes by mutation can only have selection-worthy
information content, if the whole chapter is changed at the same time at
least. The chapter must also fit meaningfully the other chapters. Hereby
I only want to show, how improbable it is such a chapter becomes meaningful
by coincidental processes.”
Grundsätzlich ist ein Text, Kapitel, Satz und Wort in einer bestimmten
Sprache verfasst. Warum ist das so? Weil es jemanden gibt, der diese Sprache
versteht, Buchstaben zu Wörtern verkettet, und diese mit einer Bedeutung
verbinden kann, und somit dem Inhalt eine klare Bedeutung zumessen kann.
Bedenkt man nun aber, wie viele unterschiedliche Sprachen es gibt, und wie
viele unterschiedliche Sprachen noch denkbar sind, so ist klar, dass dieser
Text, die Kapitel, die Sätze und Wörter vollkommen anders Aussehen könnten,
und dennoch das Selbe bedeuten würden. Hierbei sei einmal außen vorgelassen,
dass auch unterschiedliche Grammatiken bei identischer Wortbedeutung möglich
wären.
„Ich denke, Änderung in den Genen durch Mutation kann nur selektionswürdigen
Informationsgehalt haben, wenn mindestens das ganze Kapitel gleichzeitig
geändert wird. Das Kapitel muss sich auch sinnvoll in die anderen Kapitel
einreihen. Ich will hiermit nur zeigen, wie unwahrscheinlich es ist, dass
ein solches Kapitel durch zufällige Prozesse sinnvoll wird.“
Wenn ich bereits einen komplexen Text habe, in dem einzelne Wörter oft Vorkommen,
kann ich die Bedeutung der Wörter natürlich nicht mehr ändern. Wenigstens
darf ich einem Wort keine komplett andere Bedeutung an einer Stelle geben,
ohne das dadurch alle Sätze unsinnig zu machen. Sprich, die Sprache steht
fest? Nein, denn ich kann die Sprache um neue Wörter ergänzen und alte,
nicht oder selten verwendete Wörter weglassen, ohne dass das das Überleben
meines Textes sonderlich tangiert. Meine Sprache ist also auf niedrigem
Level im Fluss.
Aber es geht noch weiter. Ich kann den Text ändern, und diese Wörter einfügen
oder entfernen. Geschieht dies an einer passenden Stelle, so ändere ich
damit sinnvoll den Inhalt. Ich kann also auf niedrigem Level meinen Text
ohne Gefahr für sein überleben ändern. Ohne Gefahr? Natürlich nicht. Denn
wenn ich bestimmte Schlüsselstellen ändere wird der Text an dieser Stelle
unverständlich. Diese werden durch die Selektion eliminiert.
„Ich denke, essentielle Änderung in Genen durch Mutation kann nur selektionswürdigen
Informationsgehalt haben, wenn das ganze Kapitel geändert wird. Das Kapitel
muss sich auch sinnvoll an die anderen einreihen. Ich will hiermit zeigen,
wie unwahrscheinlich es scheint, dass ein solches Kapitel durch mehr oder
weniger zufällige Prozesse sinnvoll wird.“
Und es geht noch weiter. Ich kann Wörter durch sinnverwandte Wörter ersetzen.
In gewissen Fällen müssen diese nicht einmal sinnverwandt sein, wichtig
ist ja nur, dass die Wörter zu inhaltlich verständlichen Texten führen.
„Ich weiß, essentielle Änderung am genetischen Code durch Mutation kann
nur selektionswürdig sein, wenn nicht das ganze Kapitel geändert wird. Ein
Satz muss sich auch sinnvoll an die anderen einreihen. Ich will hiermit
zeigen, wie unwahrscheinlich es ist, dass ein solcher Textabschnitt durch
mehr oder weniger zufällige Mechanismen verständlich wird.“
Im Übrigen enthalten nicht nur Kapitel oder komplette Texte wichtigen Inhalt,
sondern auch bereits die einzelnen Sätze. Zwar werden bestimmte Inhalte
nur im ganzen Kontext klar, aber spezielle Sätze oder Satzteile wiederholen
sich bisweilen, oder wären auch an anderer Stelle nutzbar. Auch das Wegfallen
nicht mehr nötiger Sätze oder Satzbestandteile ist denkbar. Sicher können
hiermit die bisher stärksten Änderungen am Inhalt vollzogen werden.
„Ich will hiermit zeigen, essentielle Änderung am genetischen Code durch
Mutation kann nur selektionswürdig sein. Ein Satz muss sich auch sinnvoll
an die anderen einreihen, wenn nicht das ganze Kapitel geändert wird. Ich
weiß, dass ein solcher Textabschnitt durch mehr oder weniger zufällige Mechanismen
verständlich wird.“
Fangen wir an ein bisschen mit unseren Möglichkeiten zu arbeiten:
„Ich will hiermit zeigen, essentielle Änderung am genetischen Code durch
Mutation kann nur selektionswürdig sein. Ein Satz muss sich auch sinnvoll
an die anderen einreihen. Ich weiß, dass ein solcher Textabschnitt durch
mehr oder weniger zufällige Mechanismen verständlich bleibt, wenn nicht
das ganze Kapitel geändert wird.“
„Ich will hiermit zeigen, essentielle Änderung am genetischen Code durch
Mutation kann nur selektionswürdig sein. Ein Satz muss sich auch sinnvoll
an die anderen einreihen. Ich weiß, dass ein solcher Textabschnitt durch
mehr oder weniger zufällige Mechanismen verständlich bleibt, wenn nicht
das ganze Kapitel geändert wird.“
„Ich zeige hiermit, essentielle Änderung am genetischen Code durch Mutation
kann nur selektionswürdig sein. Ein Satz muss sich nicht sinnvoll an die
anderen einreihen. Ich weiß, dass ein solcher Textabschnitt durch mehr oder
weniger zufällige Mechanismen verständlich bleibt, wenn nicht das ganze
Kapitel geändert wird.“
„Ich zeige hiermit, essentielle Änderung am genetischen Code durch Mutation
kann nur selektionswürdig sein. Ein Satz muss sich nicht sinnvoll an die
anderen einreihen. Ein Satz muss einreihen. Ich weiß, dass ein solcher Textabschnitt
durch mehr oder weniger zufällige Mechanismen verständlich bleibt, wenn
nicht das ganze Kapitel geändert wird.“
„Ich zeige hiermit, essentielle Änderung am genetischen Code durch Mutation
kann nur selektionswürdig sein. Ein Satz muss sich nicht sinnvoll an die
anderen einreihen. Ein Satz muss sich einfach einreihen. Ich weiß, dass
ein solcher Textabschnitt durch mehr oder weniger zufällige Mechanismen
verständlich bleibt, gerade wenn nicht das ganze Kapitel geändert wird.“
„Ich zeige hiermit, essentielle Änderung am genetischen Code durch Mutation
kann nur selektionswürdig sein. Ein Satz muss sich nicht sinnvoll an die
anderen einreihen. Ein Satz muss sich einfach irgendwo einreihen. Ich weiß,
dass ein solcher Textabschnitt durch zufällige Mechanismen verständlich
bleibt, wenn nicht das ganze Kapitel geändert wird.“
„Ich zeige hiermit, dass essentielle Änderung am genetischen Code durch
Mutation nur selektionswürdig sein kann. Ein Satz muss sich nicht sinnvoll
an die anderen einreihen. Ein Satz muss sich einfach irgendwo einreihen.
Ich weiß, dass ein solcher Textabschnitt durch zufällige Mechanismen immer
noch verständlich bleibt, gerade wenn nicht das ganze Kapitel geändert wird.“
„Ich zeige hiermit, dass essentielle Änderung am genetischen Code durch
Mutation nur selektionswürdig sein kann. Ein Satz muss sich nicht sinnvoll
an die anderen einreihen. Ein Satz muss sich einfach irgendwo einreihen.
Ich weiß, dass ein solcher Textabschnitt durch zufällige Mechanismen immer
noch verständlich bleibt. Ich weiß, gerade wenn nicht das ganze Kapitel
geändert wird, offenbart sich die Einfachheit.“
„Ich zeige hiermit, dass essentielle Änderung am genetischen Code durch
Mutation nur selektionswürdig sein kann. Ein Satz muss sich nicht sinnvoll
an die anderen einreihen. Ein Satz muss sich einfach irgendwo einreihen.
Ich weiß, dass ein solcher Textabschnitt durch zufällige Mechanismen immer
noch verständlich bleibt. Ich weiß, gerade wenn nicht das ganze Kapitel
geändert wird, offenbart sich die Einfachheit des Genetischen Codes.“
…
Man erkennt, wie ich den Text durch kleine Änderungen nach einfachen Regeln
immer weiter manipuliere, und auch in der Lage bin, dem Text dadurch eine
komplett andere Bedeutung zu geben. Zwar ist mangels meiner Kreativität
und noch mehr mangels Fleiß noch kein komplettes Kapitel entstanden, aber
die Behauptung, dass durch kleine Änderungen kein neues Kapitel entstehen
könnte ist an dieser Stelle bereits eindeutig widerlegt. Man mag dagegenhalten,
dass ich hier an einigen Stellen recht große Schritte mache, aber diese
großen Schritte lassen sich in kleinere Schritte aufteilen. Man mag dagegen
halten, dass natürlich viele andere Möglichkeiten eine Änderung nach den
aufgezeigten Regeln durchzuführen zu relativ sinnlosen Ergebnissen führen
kann. Das ist Richtig, aber das ist eben Selektion. Und hier mache ich jetzt
auch die Verknüpfung zur Evolution: Die oben beschriebenen Regeln entsprechen
durchaus im Äquivalent den Regeln nach denen Evolutionsprozesse ablaufen.
Nur ist dies bei der Evolution noch einfacher. Bei den Genen gibt es nur
64 Wörter aus jeweils 3 Buchstaben, die die Elemente der Sätze bilden. Hinzu
kommt, dass durchschnittlich 3 Wörter eine identische Bedeutung haben, und
Wörter mit einem Buchstaben Unterschied eine ähnliche, in gewissem Maße
sinnverwandte Bedeutung haben. Damit wird klar, dass durch der Austausch
von Wörtern oder sogar nur Buchstaben um ein exponentiell vielfaches weniger
Problematisch ist, als es bei diesem Textbeispiel der Fall wäre. Dies verringert
die durch Evolutionsprozesse ausselektierten „Texte“ um einen riesigen Faktor.
Bedenkt man nun noch, dass die Evolution nicht Zielgerichtet ist, sprich
es vollkommen egal ist, was für ein „Text“ heraus kommt, Hauptsache er hat
einen verständlichen Inhalt, also es überlebt, wird das Ganze noch viel
wahrscheinlicher. Ein weiterer Punkt ist, dass auch weniger verständliche
„Texte“ überleben können. Wenn ich sage: „Peter wirft einen Stein nach Frank.“.
Kann man in Zusammenhang des Textes auch: „Peter Frank Stein.“ noch in gewisser
Weise verstehen. Dies entspricht weniger funktionsfähigen Genen in der Natur,
aber dies führt nicht zwangsläufig zum Tode.
Ziehen wir zuletzt noch den Kreis zum Kapitel: Die Vorstellung von Kapiteln
ist so nicht auf die Natur zu übertragen. Gene werden nicht Kapitelweise
gelesen, sondern die Sätze können kreuz und quer im Genom verteilt sein.
Einige Sätze verwenden Wörter oder Wortgruppen anderer Sätze mit. So können
auch Sätze enthalten sein, die keinen Sinn ergeben, weil Sie überhaupt nicht
gelesen werden. Um es auf den Punkt zu bringen:
Wer behauptet ein Kapitel könne nicht aus Zufallsprozessen und Selektion
entstehen, hat bereits unrecht. Es geschieht nur nicht, weil der Mensch
diese Kapitel schreibt, und der Inhalt vorher festgelegt ist. Die Evolution
hat weitaus geringere Schranken bei evolutionären Prozessen, und arbeitet
auch nicht zielgerichtet, sprich alle Wege stehen der Evolution offen. Und
das soll dann nicht möglich sein?
„Dnkee, damit Mutation skletoniswürdigen Itfionamrosgehalt, min gäneerdt
gnaz. Kpitela rieneh Snin Pflicht. Zeigen, unwrscheinilch: Kpitela zulfäigl.“
<-- Ganz im Gegenteil...<