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Die erste Erwähnung der Breitscheider Braunkohlen in Geschichte und Sage

In der Geschichte der Westerwälder Braunkohlen steht das Dorf Breitscheid an erster Stelle mit einer Archivurkunde über die im Jahr 1585 von dem Dillenburger Grafen Johann VI. veranlasste Schürfung nach Braunkohle, die man damals "unterirdisch Holz" nannte. Die Schürfstelle lag im Breitscheider Wald nahe dem Aubach, oberhalb des Dorfes Langenaubach. Obwohl diese Schürfung im Jahre 1595 noch einmal erwähnt wird, ist es damals zu einem richtigen Bergbau nicht gekommen; erst zwischen 1749 und 1768 wurde an dieser Stelle ein kleines herrschaftliches Bergwerk von Bergleuten aus Medenbach betrieben (siehe dazu eine frühere Ver-öffentlichung in den "Breitscheider Nachrichten").

Ein gewerblicher Kohlenabbau nach 1595 ist vermutlich durch die in den Pest- und Kriegsjahren der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstan-denen großen Bevölkerungsverluste im ganzen Dillenburger Land gehemmt worden. Die Erinnerung an die Fundstellen der Braunkohlen wurde aber über Generationen hinweg lebendig gehalten, und es ist gut denkbar, dass in der Ruhezeit von mehr als 150 Jahren eine - die Tatsache allerdings verändernde - Sage entstehen konnte, wie sie in dem Buch "Westerwaldsagen" im Jahr 1929 von Otto Runkel erzählt wird:

"Zu den wertvollsten Bodenschätzen des Westerwaldes gehören die Braunkohlen. In zahlreichen Gruben gewinnt man sie, das unterirdische Holz, das vor vielen Jahrtausenden hier oben gewachsen ist, in Wäldern von tropischer Pracht, bis es begraben wurde von dem Auswurf glühender Vulkane.

Wer hat die Braunkohlen auf dem Westerwald zuerst gefunden? Steinhauer waren es. In einem Bruche bei Breitscheid, damit beschäftigt, Basalt zu brechen, um ihre unergründlichen Wege fester zu machen. Herbst war's und schon recht kalt. Um sich zu wärmen, steckten sie ein Feuer an. Aber der Westerwaldwind blies mit vollen Backen in die schwelende Glut. Diese vor dem Erlöschen zu bewahren, bauten sie einen Schutzwall um die Flammen. Aus dem Bruche holten sie Steine, die sie ausgeschieden hatten, weil sie ihnen zu weich erschienen zum Wegebau. Doch was sahen sie? Die Steine brannten wie das Holz, das sie mühsam gesammelt hatten. Darüber freuten sie sich, waren sie doch nun der mühseligen Sammeltätigkeit enthoben. Im Bruche gab es von diesen Steinen genug, dicht neben dem Basalt. Von ihnen nahmen sie auch welche mit heim. Sie konnten damit prächtig ihre Stube heizen, wenn draußen der Sturm pfiff. Sie kochten damit ihre Speisen und backten ihr Brot, und die Branntweinbrenner brannten einen "Unnauer", der Leib und Seele zusammenhielt. Sie wussten nicht, was sie gefunden hatten und meinten, es seien in Öl getränkte Steine. Erst die Nachwelt hat erkannt, welchen wertvollen Fund die Männer gemacht hatten in der Braunkohle".

- Soweit die Sage. Die eigentliche Bedeutung erhielten die Braunkohlen in der Breitscheider Gemarkung erst nach 1832 durch die Gruben "Ludwigs Zuversicht" (seit etwa 1900 Grube "Phönix-Glückauf" der Westerwälder Thonindustrie in Breitscheid), "Trieschberg" (auch "Engländer Grube" genannt), "Ludwig Haas" ("Hoase Grubb") und "Zeilers Zuversicht", die bis in unser Jahrhundert unterschiedlich lang betrieben worden sind. Mit der Schließung der (letzten) Grube "Phönix-Glückauf" im Jahre 1953 endete der Braunkohlenbergbau in Breitscheid.

Einer Publikation von Ernst Henn im Juni 1933 in den "Heimatblättern" nacherzählt von Manfred Thielmann, Breitseheid-Erdbach.

 

 

 

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