blog  Kontakt  Hilfe  Impressum  Download
www.ge-li.de/blog/
 
www.alt-breitscheid.de/blog/  


Die erste Braunkohlengrube in Breitscheid 1749 - 1768 (2)

Darauf habe ich gefördert 62 Zain Kohlen. Dass ich wie obenstehend 32 fl 26 alb von dem Herrn Schichtmeister richtig empfangen habe, be-scheinige ich hiermit. J. Erhard Kahn". Die Grubenarbeiter waren aus Medenbach; Vorarbeiter Kahn, der aus Straßburg stammte, hatte kurz vorher hier eingeheiratet. Anscheinend gab es in Breitscheid, wo damals das Häfnerhandwerk stark vertreten war, keine freien Arbeitskräfte für das Braunkohlen-Bergwerk in seiner Gemarkung.

Das zweiten Blatt enthält ein Geräteverzeichnis mit dem vorangestell-ten Text: "Inventario des Herrschaftlichen Kohlenwerks obig der Gelber Mühle und das zugehörige Geschirr, welches mir vom Steiger geliefert worden ist, wie folgt:

3 Kratzen, 3 Keilhauen, 2 Laufkarren, l Beil, l Trummsäge, l Handfäustel, 2 Bergeisen, l halben Zain (Kohlenmesskasten). Noch habe ich einen neuen Zain machen lassen. Eine Brechstange fehlt, welche mir nicht ge-liefert worden ist; sie ist in dem alten Stollen stecken geblieben". Fünfzehn Geräte und Werkzeuge waren es demnach, die den vier Bergleu-ten zur Verfügung standen. Dass sie damit keine Grube erschliessen konn-ten, von der man annahm, dass sie zur Holzersparnis und zur Schonung der Wälder beitragen würde, indem nun der Erzverhüttung, den Kalk- und Ziegelbrennern, den Häfnern und Pfeifenbäckern ein neuer Brennstoff gegeben werden könnte, hätte auch den Regierungsbeamten in Dillenburg einleuchten müssen. Aber der Betrieb ging ungeachtet aller dieser Dinge weiter.

Von 1759 an treten weitere Bergleute auf. Im Kirchenbuch werden "Johann Georg Benner, Bergmann auf der Kohlengrube im Breitscheider Wald" und - ein Jahr später - "Johann Gottlob Riese von Annaberg im Kursächsischen, Bergmann auf der Herrschaftlichen Kohlengrube" genannt. Der Letztgenannte heiratet die Tochter des Bergmanns Gottfried Discher in Medenbach, der ebenfalls aus dem Sächsischen stammte.

Abnehmer von Braunkohlen waren in dieser Zeit: Förster Göbel und Heimberger Kolb aus Breitscheid (beide brannten Kalk im Gemeindekalkofen; siehe dazu einen früheren Bericht in den "Breitscheider Nachrichten"), fünf Branntweinbrenner (darunter Bickener und Driedorfer), zwei andere Einwohner aus Breitscheid und "Der Hofmeister zu Dillenburg".

Ende 1761 war eine Fördermenge von 700 Zain im Jahr erreicht, dann wurde mit dem Auffahren eines neuen, tieferen Stollens begonnen und alle andere Arbeit eingestellt. Der Stollen war jedoch zu tief angesetzt und traf nicht auf Kohlen, sondern auf festes Gestein. Auch ein dann auf den Stollen niedergebrachter Schacht hatte nicht den gewünschten Erfolg; die angetroffenen beiden Flöze waren "fast gänzlich taub und die Kohlen faul" (so der Bericht der Berg- und Hüttenkommission an die Regierung in Dillenburg).

Die neue Arbeitsplanung erforderte eine neue, bessere Aufsicht. Im Jahr 1762 wurde Gottfried Hüttner aus Haiger als Steiger eingestellt. Er befuhr alle 14 Tage die Grube einmal, dafür erhielt er vierteljährlich 2 Gulden Vergütung. Die Oberaufsicht hatte der Bergmeister Johann Henrich Jung in Dillenburg, der Vierteljahresberichte an die Berg- und Hüttenkommission einreichte. Ende 1765, als Johann Georg Kolb nicht mehr Heimberger von Breitscheid war, kam auch ein neuer Schichtmeister Johann Peter Haas aus Sechshelden. Wohl auf seine Veranlassung ist im folgenden Jahr Johann Conrad Fries aus Haiger neuer Steiger der Grube geworden, dieser war nun ständig anwesend. Entlohnt wurden die Gruben-leute folgendermaßen: Schichtmeister 2 1/2 Gulden je Monat, Steiger 2 Gulden je Woche, Bergarbeiter l 1/2 Gulden je Woche bei 6 Schichten.

<< - >>

 

 

o zurück zur Arbeit     o zurück zur Übersicht


home | blog alt-breitscheid
hausnamen || liste | karte | ansichten | flurnamen | familien |
geschichte || Geschichtstafel | chronik | karte | kriege | Höhlen | friedenszeit | ereignisse |
schulen || kirchweg | lick | neue schule | klassenfotos |
kirchen || evangel. | konfirmandenfotos | freie evangel. | katholische | pfarrer | kirchgeschichte | feg-entstehung | posaunen | kirchhof |
arbeit || rathaus | landwirtsch. | töpferei | haus | ton-ind. | post | a-dienst | bahn | verkehr | stein | wald | wirtschaften | arzt |
fritz philippi || fortsetzungsgeschichte | buch | über ihn | gedichte |
freie-zeit || vereine | feste | gedichte | spazieren | sport | feuerwehr | musik | hochzeiten | unbekannte Bilder
kinder || vor der schulzeit |

Hinweise zur Benutzung

höhle >
kontakt
anfahrt >
site map
download
impressum

Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

Diese Seite "Alt-Breitscheid" wird von diesem Blog begleitet: http://altbreitscheid.wordpress.com/

Copyright 2008-14 G.Lingenberg.