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Die Westerwälder Braunkohlenbergleute vor 100 Jahren (1)

Nachdem Ernst Henn in den vorausgegangenen Ausgaben der "Breitscheider Nachrichten" noch einmal über alte und in unseren Dörfern ausgestorbe-ne Handwerksberufe berichtet hat (Häfner, Ziegler und Müller), soll nunmehr in dieser Ausgabe an die einst zahlreichen Bergleute erinnert werden, die die in unserer Gemarkung vorhandene Braunkohle abbauten. Es war immer eine harte und gefährliche Arbeit, die unter Tage verrichtet werden musste, und der Lohn dafür war karg und sauer verdient. Zudem besitzt die Braunkohle nur einen geringen Brennwert, und so ist es auch zu verstehen, dass nach dem Beginn des "Wirtschaftswunders" Ende der vierziger Jahre die Braunkohle nicht mehr gefragt war -selbst die Öfen der Westerwälder Thonindustrie wurden nicht mehr mit dem Generator-Gas der Braunkohle beheizt. Die Braunkohlengrube "Phönix - Glückauf" in Breitscheid geriet langsam in Vergessenheit und dient heute der Gemeinde nur noch zur Trinkwassergewinnung; die Bergleute aus unseren Dörfern sind größtenteils verstorben, wer erinnert sich noch an die schwarzen Gestalten mit ihren Karbid-Lampen, die einst aus der "Grubb" kamen und durch unseren Ort gingen? Damit sie nicht ganz in Vergessenheit geraten, soll hier erneut - nach einer Erst-Veröffentlichung im November 1965 in den "Heimatblätter" - Ernst Henn zu Wort kommen und über die heimischen Braunkohlenbergleute berichten:

Der Braunkohlenbergbau im Westerwaldgebiet des Dillkreises, der in un-terschiedlich langen Zeiträumen innerhalb der letzten 380 Jahren in den Gemarkungen Breitscheid, Gusternhain, Langenaubach und Rabenscheid betrieben wurde, war nach heutigen Maßstäben immer ein Kleingewerbe, das im Wirtschaftsleben des Heimatgebietes nicht sonderlich ins Gewicht fiel. Als Nebenerwerb für die kleinbäuerliche Bevölkerung und zur Be-schaffung zusätzlichen Brennmaterials für die Gemeinden im holzarmen oberen Westerwald war er jedoch auch nicht unwichtig und wurde deshalb zu nassauischen Zeiten von der Landesregierung besonders begünstigt.

Bis zum Kriege 1870/71 (und zeitweise auch später noch) waren der Ertrag der Gruben und der Verdienst der Bergleute, die in harter Arbeit unter Tage die Kohlen im Flöz zu gewinnen und ans Tageslicht zu fördern hatten, recht gering. Einem jetzt 100 Jahre alten Bericht entnehmen wir, dass der Lohn für die Acht-Stundenschicht damals durchschnittlich 36 Kreuzer (etwa 1/2 Gulden, im heutigen Geldwert rund 10 Mark) betrug. Nach dem Bericht verfuhren die Bergleute täglich l 1/2 Schichten und außerdem 6 bis 8 Sonderschichten im Monat. Für das Jahr 1865 wird unter Zugrundelegung von 46 Schichten monatlich und 36 Kreuzer Lohn je Schicht das Jahreseinkommen des Bergmanns auf 260 Gulden errechnet, "wovon jedoch für Oel (der Grubenlampen) und Unterhaltung des Gezähes (Arbeitsgeräte) 40 Gulden in Abzug kommen, so dass ein reiner Verdienst von 220 Gulden jährlich (= 4.400 Mark) bleibt".

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Eine Gesellschaft hat keine Zukunft, wenn sie sich nicht an die Vergangenheit erinnert.
zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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