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Breitscheid im 19. Jahrhundert (2)

Tage später einsandte. Er hielt es für ausreichend, bei der Regelung zu bleiben, die im Sommer 1808 mit Genehmigung des Konsistoriums eingeführt worden war. Das Schreiben des Pfarrers lautet (in heutiger Rechtschreibung und leicht gekürzt):

"A. Was das Halten der Sommerschule betrifft, so findet bis auf diesen Tag weder im Kirchspiel-noch im Filialort (Medenbach) ein Unterschied statt. Man hält vielmehr zu gleicher Zeit und Stunde an beiden Orten, ohne das geringste Mehr oder Weniger, früher oder später im Sommer die Schule.
B. Was das Einzelne des Schulhaltens an beiden Orten in Zeit und Stunde anbelangt, so wurde vor dem zweiten Quartal des laufenden Jahres, wie aus meinem damals an das Konsistorium eingesandten detaillierten Schulbericht erhellt, im Kirchspielort Breitscheid die Sommerschule gehalten: Samstags morgens von 7-10 Uhr und ebenso am Montag; im Filialort Medenbach: Sonntags nach der Mittagspredigt von 3-6 Uhr und Montags morgens von 7-10 Uhr.

Da mir dies aber zu wenig däuchte und außerdem diese wenigen Stunden noch von den Eltern durch Urlaubseinholungen missbraucht wurden, was ich -ohne meine Pflicht zu verletzen- nicht länger nachsehen konnte und deshalb an das Kaiserlich-Königliche Konsistorium um Verlängerung der Schulzeit bat...., so wurden laut eines an mich unter dem 11. Juli des laufenden Jahres ergangenen Reskripts meine frommen Wünsche im wesentlich gebilligt und beschlossen, dass

a) im Sommer Mittwochs und Samstags morgens von 6-9 Uhr die Schule an beiden Orten, wenn die Witterung günstig ist, gehalten werden soll und

b) an diesen Tagen bei regnerischer Witterung, wenn die Kinder nicht ins Feld gehen können, ohne Bedenken an beiden Orten zweimal Schule gehalten werden kann, dass

c) auch die Sonntagsschulen in den Fällen, wenn Betstunden oder andere kirchliche Veranstaltungen ihnen nicht hinderlich sind, weiterhin gehalten werden sollen.

Nach diesem neuesten, mir viele Zufriedenheit erbrachten Beschluss des Konsistoriums, ist bisher pünktlich und gewissenhaft verfahren worden, und da auch diesem Beschluss keine örtlichen Hindernisse im Wege stehen so meine ich, dass auch nichts weiter zu wünschen oder vorzuschlagen übrig bleibt".

Die vollzeitliche Sommerschule wurde nicht lange nach dieser Meinungserforschung eingeführt, obwohl nicht alle Pfarrer dafür waren. In dem strengen Regiment der Fremdherrschaft wird der Unmut der Bevölkerung über diese Neuerungen untergegangen sein. Vermutlich sind die Lehrer am meisten damit einverstanden gewesen, um durch die Vollbeschäftigung im Schuldienst aus ihrer Zwitterstellung -halb Beamter, halb Bauer oder Handwerker- herauszukommen. Richtig geschah dies jedoch erst einige Jahre später in der herzoglich-nassauischen Zeit (nach dem Schuledikt von 1817).

Das wirtschaftliche Gefüge von Breitscheid im Jahre 1808

Im dritten Jahr der Zugehörigkeit des Dillenburger Landes zum Rheinbundstaat Großherzogtum Berg schrieb der Schullehrer Johann Jost Haas in Breitscheid auf Anforderung der Verwaltung in Dillenburg den Bericht "ökonomische Nachrichten des Dorfes Breitscheid im Jahr 1808",

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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