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Die Breitscheider Mühlen (3)

Bemerkenswert ist, dass bei der Festigung der Familiennamen, die in den obengenannten Zeitraum fällt, der Name Müller oder Möller in Breitscheid nicht entstanden ist. Die Einwohnerverzeichnisse und Schatzungslisten vor 1622 nennen den Namen nicht, während er 1583 im dem viel kleineren Dorf Erdbach allein viermal vorkommt. Das lässt mit ziemlicher Sicherheit den Schluss zu, dass es damals in Breitscheid eine Mühle nicht gegeben hat. Der ab 1622 in Breitscheid genannte Henrich Möller tritt als eine im Mannesstamm nicht mehr vertretene alte Breitscheider Familie auf. Verschiedenen Hinweisen nach ist er von Erdbach gekommen und hat in die Familie eingeheiratet. Eine Beziehung zwischen diesem Namensträger und einer etwaigen Mühle in Breitscheid ist nicht festzustellen.

Wenn auch die Müllerei in Breitscheid nicht auf eine alte Tradition zurückschauen kann und es eine Mühlenromantik wie anderswo bei uns nicht gegeben hat, so ist doch zu bedauern, dass ein dem dörflichen Leben so nahestehendes Handwerk - wie schon so manches andere - einer Entwicklung, die wir Fortschritt nennen, zum Opfer gefallen ist.

Soweit Ernst Henn mit seinem Bericht aus dem Jahre 1964. Die Mühle in Breitscheid ist zwar schon lange keine mehr, aber das Gebäude, "de Mehl", steht immer noch in der Ortsmitte. Zwar ziemlich allein, denn rundum sind weitere Gebäude entfernt und die entstandenen Flächen zu gewerblichen Zwecken genutzt worden. Dort steht noch das trutzige Haus wie auf einer Insel und wird jetzt als Wohnhaus und Vielzweck-Gebäude, das es immer schon war, benutzt. Hier war neben der Mühle einst die erste Breitscheider Transformatoren-Anlage der Stromversorgung, die Molkerei - später Milchsammelstelle-, eine Wäscherei und Kühlraum-Einrichtung für die Landwirtschaft.

Von der letzten Müllersfamilie Eugen und Bernhard Thielmann (Vater und Sohn) lebt heute noch Bernhard Thielmann hochbetagt in der Wilhelmstraße. Wo werden seine Gedanken sein, wenn er an seiner alten Wirkungsstätte - er war ein langes Arbeitsleben dort tätig-, vorbei geht? Was ist aus der Mühleneinrichtung geworden, vor allem aus dem einzigen Aufzug damals im Dorf? Als Kinder war es allemal ein Erlebnis zu sehen, wie elegant der Müller mit einem Mehlsack aus dem Aufzug stieg oder auch hinauffuhr. Aus Sicherheitsgründen durften wir aber nicht mitfahren, sehr zu unserem Leidwesen. Und hätte die Gemeinde nicht damals von der Raiffeisengenossenschaft die Mühle erwerben sollen? Im Zentrum des Dorfes wäre aus dem Gebäude und der Grundstücksfläche etwas zu machen gewesen. Aber es ist müßig, darüber zu sinnieren, denn die Gegenwart ist Realität und die Zukunft lässt sich nicht vorraus sagen. Damit muss man heute leben. <<

Aus der Heimatgeschichte 1995, bearbeitet von Manfred Thielmann, Erdbach


das Mühlenauto

Haus 1 Mehl mit Dreschhalle

 

 

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zitiert aus dem "Herborner Tageblatt"

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