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Unfälle auf der Grube "Glückauf-Phönix".

Am 16. Dezember 1930 verunglückte im "Heinrichsstollen" der 31- jährige

Bergmann E. Kolb aus Breitscheid

tödlich. Im November des gleichen Jahres war ein Teil des Stollens zusammengebrochen. Hinter der Einbruchstelle stauten sich grosse Wassermengen, die keinen Ablauf hatten. Bei den Aufräumungsarbeiten brach das Wasser unerwartet durch. Einige Arbeiter konnten sich durch den in unmittelbarer Nähe stehenden Bergeschacht retten, während der Bergmann Kolb, der sich in einem Umgehungsstollen befand, nicht mehr zu retten vermochte. Er wurde durch die Gewalt des Wassers mitgerissen. Seine Leiche fand man später über Tage in der Nähe des Zechenhauses.


Am 30.5.1921 kam der

Bermann A. Peter, Breitscheid

geb. 1877 zu Rabenscheid durch herabfallendes Gestein im "Heinrichstollen" ums leben.


Ein ungewöhnlich grosser Unfall ereignete sich am 27.7.1936 in dem neu errichteten "Phönixstollen".- Durch die Anlage des Flugplatzes musste der bisherige Wetterschacht, der sich inmitten des Flugplatzgeländes befand, zugeschüttet werden. Die Luftwaffe baute auf ihre Kosten einen neuen Wetterschacht "auf der Hub", dessen Durchführung die Firma Grün & Bilfinger in Mannheim übertragen bekam. Trotz Verbot unseres Steigers Gail versuchte die Firma Grün & Bilfinger, mit einem Benzinmotor den bis auf wenige Meter abgeteuften Schacht von der Grubensohle aus anzubohren, um die erheblichen Mengen Wasser, die sich im Schacht angesammelt hatten, abzuleiten. Hierbei fanden von der Firma Grün & Bilfinger die Arbeiter:

Hauer R. Schäfer, geb. 1898
Maschinist A. Weinstock, geb. 1902
Steiger W. Zender, geb. 1889
infolge Kohlenoxydgasvergiftung den Tod. Von unseren Rettungsarbeitern musste der Arbeiter
W. Wilwacher aus Nieder-Rossbach, geb. 1913,

der sich ohne Schutz an den Rettungsarbeiten beteiligte, ebenfalls sein Leben lassen, während 4 weitere Arbeiter schwere und leichtere Kohlenoxydgasvergiftungen erlitten.

Das schwere Unglück konnte sich nur dadurch ereignen, dass dem Markscheider bei der Bestimmung des Schachtfußpunktes ein grober Fehler unterlaufen war, sodass die Bohrkolonne den abgeteuften Schacht mit dem Bohrer überhaupt nicht erreichte, vielmehr bei der Ausübung der bewusst verbotswidrigen Arbeit durch Einatmen von Kohlenoxyd langsam einschlief, um nicht mehr aufzuwachen.

Am 30.7.1936 fand eine nächtliche Trauerfeier für die Opfer des Grubenunglücks unter grosser Beteiligung statt.

Unser damaliger Steiger K. Gail wurde als verantwortliche Aufsichtsperson der Grube für das Unglück mit verantwortlich gemacht und in der Verhandlung vor der großen Strafkammer in Siegen am 2. März 1937 an Stelle einer an und für sich verwirkten Gefängnisstrafe von 2 Monaten zu RM 200,00 Geldstrafe verurteilt. Der Hauptschuldige Steiger W. Zander der Firma Grün & Bilfinger konnte nicht zur Rechenschaft gezogen werden, da er sich unter den Opfern des schweren Unglücks befand.

aus: Schrift zum 50jähr. Jubiläum

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